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Linux/SELinux/04 Arbeiten mit SELinux: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Arbeiten mit SELinux'''  
{{Navigation|Linux/SELinux/03 Default Policy/Benutzer|Linux/SELinux/04/02 Protokolldateien}}
'''Linux/SELinux/04 Arbeiten mit SELinux''' - Arbeiten mit SELinux


=== Beschreibung ===
== Beschreibung ==
Die folgenden Abschnitte bieten einen Überblick über
{| class="table table-striped table-hover options big col1center"
* die wichtigsten SELinux-Pakete in Red Hat Enterprise Linux
! Nummer !! Kapitel !! Beschreibung
* die Installation und Aktualisierung von Paketen
|-
* die verwendeten Protokolldateien
| 04/02
* die wichtigste SELinux-Konfigurationsdatei
| [[Linux/SELinux/04/02 Protokolldateien|Protokolldateien]]
* das Aktivieren und Deaktivieren von SELinux
| Welche Protokolldatei wird verwendet
* SELinux-Modi
|-
* das Konfigurieren von Booleschen Werten
| 04/03
* das vorübergehende und dauerhafte Ändern von Datei- und Verzeichnis-Labels
| [[Linux/SELinux/04/03 Hauptkonfigurationsdatei|Hauptkonfigurationsdatei]]
* das Überschreiben von Dateisystem-Labels mit dem Befehl [[mount]]
| Hauptkonfigurationsdatei
* das Einbinden von NFS-Volumes
|-
* sowie das Beibehalten von SELinux-Kontexten beim Kopieren und Archivieren von Dateien und Verzeichnissen
| 04/04
| [[Linux/SELinux/04/04 Dauerhafte Änderungen|Dauerhafte Änderungen]]
| Dauerhafte Änderungen an SELinux-Zuständen und -Modi
|-
| 04/05
| [[Linux/SELinux/04/05 Systemstart|Systemstart]]
| Ändern der SELinux-Modi beim Systemstart
|-
| 04/06
| [[Linux/SELinux/04/06 Booleane|Booleane]]
| Booleane
|-
| 04/07
| [[Linux/SELinux/04/07 Kontexte|SELinux-Kontexte]]
| SELinux-Kontexte – Dateien kennzeichnen
|-
| 04/08
| [[Linux/SELinux/04/08 Typen|Typen]]
| Typen file_t und default_t
|-
| 04/09
| [[Linux/SELinux/04/09 Dateisysteme|Dateisysteme]]
| Einbinden von Dateisystemen
|-
| 04/10
| [[Linux/SELinux/04/10 Labels beibehalten|Labels beibehalten]]
| SELinux-Labels beibehalten
|-
| 04/11
| [[Linux/SELinux/04/11 Informationsbeschaffung|Informationsbeschaffung]]
| Tools zur Informationsbeschaffung
|-
| 04/12
| [[Linux/SELinux/04/12 Richtlinienmodule|Richtlinienmodule]]
| Priorisierung und Deaktivierung von SELinux-Richtlinienmodulen
|-
| 04/13
| [[Linux/SELinux/04/13 Multi-Level Security|Multi-Level Security]]
| Multi-Level Security (MLS)
|-
| 04/14
| [[Linux/SELinux/04/14 Dateinamenübergang|Dateinamenübergang]]
| Dateinamenübergang
|-
| 04/15
| [[Linux/SELinux/04/15 ptrace|ptrace()]]
| Deaktivieren von ptrace()
|-
| 04/16
| [[Linux/SELinux/04/16 Miniaturansichten|Miniaturansichten]]
| Schutz von Miniaturansichten
|}


=== SELinux-Pakete ===
----
Bei einer vollständigen Installation von Red Hat Enterprise Linux werden die SELinux-Pakete standardmäßig installiert, sofern sie nicht während der Installation manuell ausgeschlossen werden
* Bei einer Minimalinstallation im Textmodus werden die Pakete policycoreutils-python und policycoreutils-gui standardmäßig nicht installiert
* Außerdem läuft SELinux standardmäßig SELinux im Enforcing-Modus und die SELinux-Targeted-Policy wird verwendet
* Die folgenden SELinux-Pakete sind standardmäßig auf Ihrem System installiert
* policycoreutils stellt Dienstprogramme wie [[restorecon]], [[secon]], [[setfiles]], [[semodule]], [[load_policy]] und [[setsebool]] für den Betrieb und die Verwaltung von SELinux bereit
* selinux-policy stellt eine grundlegende Verzeichnisstruktur, die Datei [[selinux-policy.conf]] und RPM-Makros bereit
* selinux-policy -targeted stellt die SELinux-Targeted-Richtlinie bereit
* libselinux – stellt eine API für SELinux-Anwendungen bereit
* libselinux-utils stellt die Dienstprogramme [[avcstat]], [[getenforce]], [[getsebool]], [[matchpathcon]], [[selinuxconlist]], [[selinuxdefcon]], [[selinuxenabled]] und [[setenforce]] bereit
* libselinux-python stellt Python-Bindungen für die Entwicklung von SELinux-Anwendungen bereit


Die folgenden Pakete sind standardmäßig nicht installiert, können aber optional durch Ausführen des Befehls [[yum&nbsp;install&nbsp;‚‘<package-name>‚‘]] installiert werden
{{Navigation|Linux/SELinux/03 Default Policy/Benutzer|Linux/SELinux/04/02 Protokolldateien}}
* selinux-policy-devel stellt Dienstprogramme zum Erstellen einer benutzerdefinierten SELinux-Richtlinie und von Richtlinienmodulen bereit
* selinux-policy-doc enthält Handbuchseiten, die beschreiben, wie SELinux zusammen mit verschiedenen Diensten konfiguriert wird
* selinux-policy-mls enthält die MLS-SELinux-Richtlinie (Multi-Level Security)
* setroubleshoot-server übersetzt Ablehnungsmeldungen, die bei einer Zugriffsverweigerung durch SELinux ausgegeben werden, in detaillierte Beschreibungen, die mit dem ebenfalls in diesem Paket enthaltenen Dienstprogramm [[sealert]] angezeigt werden können
* setools-console stellt die Tresys Technology SETools-Distribution bereit, eine Reihe von Dienstprogrammen und Bibliotheken zur Analyse und Abfrage von Richtlinien, zur Überwachung und Berichterstellung von Audit-Protokollen sowie zur Verwaltung von Dateikontexten
* Das Paket setools ist ein Metapaket für SETools
* Das Paket setools-gui stellt die Dienstprogramme [[apol]] und [[seaudit]] bereit
* Das Paket setools-console stellt die Befehlszeilen-Dienstprogramme [[sechecker]], [[sediff]], [[seinfo]], [[sesearch]] und [[findcon]] bereit
* Beachten Sie, dass die Pakete setools und setools-gui nur verfügbar sind, wenn der Red Hat Network Optional-Kanal aktiviert ist
* Weitere Informationen finden Sie unter Details zum Abdeckungsumfang
* mcstrans übersetzt Stufen wie [[s0-s0:c0.c1023]] in eine besser lesbare Form wie [[SystemLow-SystemHigh]]
* policycoreutils-python bietet Dienstprogramme wie [[semanage]], [[audit2allow]], [[audit2why]] und [[chcat]] zum Bedienen und Verwalten von SELinux
* policycoreutils-gui stellt [[system-config-selinux]] bereit, ein grafisches Dienstprogramm zur Verwaltung von SELinux


=== Welche Protokolldatei wird verwendet ===
[[Kategorie:Linux/SELinux]]
Unter Red Hat Enterprise Linux sind die Pakete dbus und audit standardmäßig installiert, sofern sie nicht aus der Standard-Paketauswahl entfernt wurden
[[Kategorie:Linux/SELinux/04]]
* Der Setroubleshoot-Server muss über Yum installiert werden (verwenden Sie den Befehl [[yum&nbsp;install&nbsp;setroubleshoot-server]])
 
Wenn der [[auditd]]-Daemon läuft, wird standardmäßig eine SELinux-Ablehnungsmeldung wie die folgende in [[/var/log/audit/audit.log]] geschrieben
type=AVC msg=audit (1223024155.684:49)
avc
denied { getattr } for pid=2000 comm="httpd" path="/var/www/html/file1" dev=dm-0 ino=399185 scontext=unconfined_u:system_r:httpd_t:s0 tcontext=system_u:object_r:samba_share_t:s0 tclass=file
 
Außerdem wird eine Meldung ähnlich der folgenden in die Datei [[/var/log/message]] geschrieben
7. Mai 18:55:56 localhost setroubleshoot
SELinux verhindert, dass httpd (httpd_t) „getattr“ auf /var/www/html/file1 (samba_share_t) ausführt
* Für vollständige SELinux-Meldungen
führen Sie sealert -l de7e30d6-5488-466d-a606-92c9f40d316d aus
 
In Red Hat Enterprise Linux 7 läuft [[setroubleshootd]] nicht mehr ständig als Dienst
* Es wird jedoch weiterhin zur Analyse der AVC-Meldungen verwendet
* Zwei neue Programme dienen dazu, [[setroubleshoot]] bei Bedarf zu starten
* Das Dienstprogramm [[sedispatch]] läuft als Teil des [[audit]]-Subsystems
* Wenn eine AVC-Ablehnungsmeldung zurückgegeben wird, sendet [[sedispatch]] eine Nachricht über [[dbus]]
* Diese Nachrichten gehen direkt an [[setroubleshootd]], sofern dieses bereits läuft
* Läuft es nicht, startet [[sedispatch]] es automatisch
* Das Dienstprogramm [[seapplet]] läuft in der System-Symbolleiste und wartet auf DBus-Meldungen von [[setroubleshootd]]
* Es öffnet die Benachrichtigungsblase, in der der Benutzer die AVC-Meldungen einsehen kann
 
; Daemons automatisch starten
# Um die Daemons [[auditd]] und [ [rsyslog]]-Daemons so zu konfigurieren, dass sie beim Booten automatisch starten, geben Sie als Root-Benutzer die folgenden Befehle ein
sudo systemctl enable auditd.service
sudo systemctl enable rsyslog.service
# Um sicherzustellen, dass die Daemons aktiviert sind, geben Sie an der Shell-Eingabeaufforderung die folgenden Befehle ein
systemctl is-enabled auditd
enabled
systemctl is-enabled rsyslog
enabled
Alternativ können Sie den Befehl [[systemctl status ‚'service-name‘'.service]] verwenden und in der Befehlsausgabe nach dem Schlüsselwort [[enabled]] suchen, zum Beispiel
systemctl status auditd.service | grep enabled
auditd.service – Sicherheitsüberwachungsdienst
Geladen
geladen (/usr/lib/systemd/system/auditd.service; ‚'enabled‘')
 
Weitere Informationen darüber, wie der [[systemd]]-Daemon Systemdienste verwaltet, finden Sie im Kapitel „Verwaltung von Systemdiensten“ im Systemadministratorhandbuch
 
=== Hauptkonfigurationsdatei ===
Die Datei [[/etc/selinux/config]] ist die Hauptkonfigurationsdatei von SELinux
* Sie steuert, ob SELinux aktiviert oder deaktiviert ist und welcher SELinux-Modus sowie welche SELinux-Richtlinie verwendet wird
# Diese Datei steuert den Status von SELinux auf dem System
# SELINUX= kann einen dieser drei Werte annehmen
# enforcing – Die SELinux-Sicherheitsrichtlinie wird durchgesetzt
# permissive – SELinux gibt Warnungen aus, anstatt die Richtlinie durchzusetzen
# disabled – Es wird keine SELinux-Richtlinie geladen
SELINUX=enforcing
# SELINUXTYPE= kann einen dieser beiden Werte annehmen
# targeted – Zielgerichtete Prozesse werden geschützt,
# mls – Multi-Level-Security-Schutz
SELINUXTYPE=targeted
 
; <nowiki>[[SELINUX=]]</nowiki>
 
Die Option <nowiki>[[SELINUX]]</nowiki> legt fest, ob SELinux deaktiviert oder aktiviert ist und in welchem Modus – enforcing oder permissive – es läuft
* Bei Verwendung von [[SELINUX=enforcing]] wird die SELinux-Richtlinie durchgesetzt, und SELinux verweigert den Zugriff auf Grundlage der SELinux-Richtlinienregeln
* Verweigerungsmeldungen werden protokolliert
* Bei Verwendung von [[SELINUX=permissive]] wird die SELinux-Richtlinie nicht durchgesetzt
* SELinux verweigert keinen Zugriff, aber Verweigerungen werden für Aktionen protokolliert, die verweigert worden wären, wenn SELinux im Durchsetzungsmodus laufen würde
* Bei Verwendung von [[SELINUX=disabled]] ist SELinux deaktiviert, das SELinux-Modul ist nicht beim Linux-Kernel registriert und es werden nur DAC-Regeln verwendet
 
; <nowiki>[[SELINUXTYPE=]]</nowiki>
Die Option [[SELINUXTYPE]] legt die zu verwendende SELinux-Richtlinie fest
* Die Targeted-Richtlinie ist die Standardrichtlinie
* Ändern Sie diese Option nur, wenn Sie die MLS-Richtlinie verwenden möchten
* Informationen zum Aktivieren der MLS-Richtlinie finden Sie im Abschnitt „[[Aktivieren von MLS in SELinux]]“
 
=== Dauerhafte Änderungen an SELinux-Zuständen und -Modi ===
SELinux kann aktiviert oder deaktiviert werden
* Wenn aktiviert, hat SEL
inux zwei Modi: „enforcing“ und „permissive“
 
Verwenden Sie die Befehle [[getenforce]] oder [[sestatus]], um zu überprüfen, in welchem Modus SELinux läuft
* Der Befehl [[getenforce]] gibt [[Enforcing]], [[Permissive]] oder [ [Disabled]]
 
Der Befehl [[sestatus]] gibt den SELinux-Status und die verwendete SELinux-Richtlinie zurück
sestatus
SELinux-Status
  enabled
SELinuxfs-Mount
  /sys/fs/selinux
SELinux-Stammverzeichnis
  /etc/selinux
Name der geladenen Richtlinie
  targeted
Aktueller Modus
  enforcing
Modus aus Konfigurationsdatei
  enforcing
MLS-Status der Richtlinie
  enabled
Status von deny_unknown in der Richtlinie
  allowed
Maximale Kernel-Richtlinienversion
  30
 
; Hinweis
: Wenn Systeme SELinux im permissiven Modus ausführen, können Benutzer Dateien falsch kennzeichnen
* Dateien, die erstellt wurden, während SELinux deaktiviert war, werden überhaupt nicht gekennzeichnet
* Dieses Verhalten verursacht Probleme beim Wechsel in den enforcing-Modus, da Dateien falsch oder gar nicht gekennzeichnet sind
* Um zu verhindern, dass falsch gekennzeichnete und nicht gekennzeichnete Dateien Probleme verursachen, werden Dateisysteme automatisch neu gekennzeichnet, wenn vom deaktivierten Zustand in den permissiven oder den enforcing-Modus gewechselt wird
 
==== SELinux aktivieren ====
Wenn SELinux aktiviert ist, kann es in einem von zwei Modi ausgeführt werden: enforcing oder permissive
* Die folgenden Abschnitte zeigen, wie Sie dauerhaft in diese Modi wechseln
 
Beim Aktivieren von SELinux auf Systemen, auf denen es zuvor deaktiviert war, empfiehlt Red Hat, um Probleme wie das Nicht-Booten des Systems oder Prozessfehler zu vermeiden, dieses Verfahren zu befolgen
# Aktivieren Sie SELinux im permissiven Modus
* Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt „Permissiver Modus“
# Starten Sie Ihr System neu
# Überprüfen Sie, ob SELinux-Ablehnungsmeldungen vorliegen
* Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt „Suchen und Anzeigen von Ablehnungen“
# Wenn keine Ablehnungen vorliegen, wechseln Sie in den Durchsetzungsmodus
* Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt „Enforcing-Modus“
 
Um benutzerdefinierte Anwendungen mit SELinux im Enforcing-Modus auszuführen, wählen Sie eines der folgenden Szenarien
* Führen Sie Ihre Anwendung in der Domäne [[unconfined_service_t]] aus
* Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt „[[Unconfined-Prozesse]]“
* Schreiben Sie eine neue Richtlinie für Ihre Anwendung
* Weitere Informationen finden Sie im Knowledge-Base-Artikel „Writing Custom SELinux Policy“
 
===== Permissive-Modus =====
Wenn SELinux im Permissive-Modus läuft, wird die SELinux-Richtlinie nicht durchgesetzt
* Das System bleibt betriebsbereit und SELinux verweigert keine Vorgänge, sondern protokolliert lediglich AVC-Meldungen, die dann zur Fehlerbehebung, zum Debugging und zur Verbesserung der SELinux-Richtlinie verwendet werden können
* In diesem Fall wird jede AVC-Meldung nur einmal protokolliert
 
Um den Modus dauerhaft auf „permissive“ umzustellen, befolgen Sie die folgenden Schritte
; Umstellung auf den permissiven Modus
# Bearbeiten Sie die Datei [[/etc/selinux/config]] wie folgt
# Diese Datei steuert den Status von SELinux auf dem System
# SELINUX= kann einen dieser drei Werte annehmen
# enforcing – Die SELinux-Sicherheitsrichtlinie wird durchgesetzt
# permissive – SELinux gibt Warnungen aus, anstatt die Richtlinie durchzusetzen
# disabled – Es wird keine SELinux-Richtlinie geladen
SELINUX=‚‘'permissive
# SELINUXTYPE= kann einen dieser beiden Werte annehmen
# targeted – Zielprozesse werden geschützt,
# mls – Multi-Level-Security-Schutz
SELINUXTYPE=targeted
# Starten Sie das System neu
sudo reboot
 
===== Durchsetzungsmodus =====
Wenn SELinux im Durchsetzungsmodus läuft, setzt es die SELinux-Richtlinie durch und verweigert den Zugriff auf der Grundlage der SELinux-Richtlinienregeln
* Unter Red Hat Enterprise Linux ist der Durchsetzungsmodus standardmäßig aktiviert, wenn das System ursprünglich mit SELinux
 
Wenn SELinux deaktiviert wurde, befolgen Sie die nachstehende Vorgehensweise, um den Modus wieder auf „Enforcing“ umzustellen
; Umstellung auf den Enforcing-Modus
Diese Vorgehensweise setzt voraus, dass die Pakete selinux-policy -targeted, selinux-policy, libselinux, libselinux-python, libselinux-utils, policycoreutils und policycoreutils-python installiert sind
* Um zu überprüfen, ob die Pakete installiert sind, verwenden Sie den folgenden Befehl
rpm -q ‚'Paketname‘'
 
# Bearbeiten Sie die Datei [[/etc/selinux/config]] wie folgt
# Diese Datei steuert den Status von SELinux auf dem System
# SELINUX= kann einen dieser drei Werte annehmen
# enforcing – Die SELinux-Sicherheitsrichtlinie wird durchgesetzt
# permissive – SELinux gibt Warnungen aus, anstatt die Richtlinie durchzusetzen
# disabled – Es wird keine SELinux-Richtlinie geladen
SELINUX=‚‘'enforcing
# SELINUXTYPE= kann einen dieser beiden Werte annehmen
# targeted – Zielgerichtete Prozesse werden geschützt,
# mls – Multi-Level-Security-Schutz
SELINUXTYPE=targeted
# Starten Sie das System neu
sudo reboot
 
Beim nächsten Systemstart kennzeichnet SELinux alle Dateien und Verzeichnisse im System neu und fügt einen SELinux-Kontext für Dateien und Verzeichnisse hinzu, die erstellt wurden, als SELinux deaktiviert war
 
; Hinweis
: Nach dem Wechsel in den Enforcing-Modus kann SELinux einige Aktionen aufgrund falscher oder fehlender SELinux-Richtlinien verweigern
 
Um anzuzeigen, welche Aktionen SELinux verweigert, geben Sie als Root den folgenden Befehl ein
sudo ausearch -m AVC,USER_AVC,SELINUX_ERR -ts today
 
Alternativ können Sie, sofern das Paket setroubleshoot-server installiert ist, als root den folgenden Befehl eingeben
sudo grep „SELinux is preventing“ /var/log/messages
 
Falls SELinux bestimmte Aktionen verweigert, finden Sie Informationen zur Fehlerbehebung in Kapitel 11, „Fehlerbehebung“
 
Vorübergehende Änderungen der Modi werden in Abschnitt „[[SELinux-Zustände und -Modi]]“ behandelt
 
==== Deaktivieren von SELinux ====
Wenn SELinux deaktiviert ist, wird die SELinux-Richtlinie überhaupt nicht geladen; sie wird nicht durchgesetzt und AVC-Meldungen werden nicht protokolliert
* Daher gehen alle in Abschnitt 1.1, „Vorteile des Betriebs von SELinux“, aufgeführten Vorteile des Betriebs von SELinux verloren
 
; Wichtig
: Red Hat empfiehlt dringend, den permissiven Modus zu verwenden, anstatt SELinux dauerhaft zu deaktivieren
* Weitere Informationen zum permissiven Modus finden Sie im Abschnitt „[[Permissive Mode]]“
 
Um SELinux dauerhaft zu deaktivieren, gehen Sie wie folgt vor
; SELinux deaktivieren
# Konfigurieren Sie [[SELINUX=disabled]] in der Datei [[/etc/selinux/config]]
# Diese Datei steuert den Status von SELinux auf dem System
# SELINUX= kann einen dieser drei Werte annehmen
# enforcing – Die SELinux-Sicherheitsrichtlinie wird durchgesetzt
# permissive – SELinux gibt Warnungen aus, anstatt die Richtlinie durchzusetzen
# disabled – Es wird keine SELinux-Richtlinie geladen
SELINUX=‚‘'disabled
# SELINUXTYPE= kann einen dieser beiden Werte annehmen
# targeted – Zielgerichtete Prozesse werden geschützt,
# mls – Multi-Level-Security-Schutz
SELINUXTYPE=targeted
# Starten Sie Ihr System neu
 
Vergewissern Sie sich nach dem Neustart, dass der Befehl [[getenforce]] den Wert [[Disabled]] zurückgibt
getenforce
Disabled
 
=== Ändern der SELinux-Modi beim Systemstart ===
Beim Systemstart können Sie mehrere Kernel-Parameter setzen, um die Funktionsweise von SELinux zu ändern
enforcing=0
 
Durch das Setzen dieses Parameters startet das System im permissiven Modus, was bei der Fehlerbehebung nützlich ist
* Die Verwendung des permissiven Modus ist möglicherweise die einzige Möglichkeit, ein Problem zu erkennen, wenn Ihr Dateisystem zu stark beschädigt ist
* Außerdem erstellt das System im permissiven Modus weiterhin die Labels korrekt
* Die in diesem Modus erzeugten AVC-Meldungen können sich von denen im Enforcing-Modus unterscheiden
 
Im Permissive-Modus wird nur die erste Verweigerung aus einer Reihe gleicher Verweigerungen gemeldet
* Im Enforcing-Modus hingegen erhalten Sie möglicherweise eine Verweigerung beim Lesen eines Verzeichnisses, woraufhin eine Anwendung stoppt
* Im permissiven Modus erhalten Sie dieselbe AVC-Meldung, aber die Anwendung liest weiterhin Dateien in dem Verzeichnis, und Sie erhalten zusätzlich für jede Verweigerung eine AVC
selinux=0
 
Dieser Parameter bewirkt, dass der Kernel keinen Teil der SELinux-Infrastruktur lädt
* Die Init-Skripte erkennen, dass das System mit dem Parameter [[selinux=0]] gebootet wurde, und schreiben in die Datei [[/.autorelabel]]
* Dies bewirkt, dass das System beim nächsten Start mit aktiviertem SELinux automatisch eine Neukennzeichnung durchführt
 
; Wichtig
: Red Hat empfiehlt die Verwendung des Parameters [[selinux=0]] nicht
* Verwenden Sie zum Debuggen Ihres Systems vorzugsweise den permissiven Modus
autorelabel=1
 
Dieser Parameter zwingt das System zu einer Neukennzeichnung, ähnlich wie die folgenden Befehle
sudo touch /.autorelabel
sudo reboot
 
Wenn die Systemkennzeichnung eine große Anzahl von Fehlern enthält, müssen Sie möglicherweise im permissiven Modus booten, damit die automatische Neukennzeichnung erfolgreich ist
 
Weitere SELinux-bezogene Kernel-Boot-Parameter, wie beispielsweise [[checkreqprot]], finden Sie in der Datei [[/ usr/share/doc/kernel-doc-‚‘<KERNEL_VER>‚‘/Documentation/kernel-parameters.txt]]-Datei
* Diese Dokumentation wird mit dem Paket kernel-doc installiert
* Ersetzen Sie die Zeichenfolge ‚‘<KERNEL_VER>‚‘ durch die Versionsnummer des installierten Kernels, zum Beispiel
sudo yum install kernel-doc
less /usr/share/doc/kernel-doc-‚'3.10.0‘' /Documentation/kernel-parameters.txt
 
=== Booleane ===
[[SELinux/DOC/04 Arbeiten mit SELinux/Booleane]]
 
=== SELinux-Kontexte – Dateien kennzeichnen ===
[[SELinux/DOC/04 Arbeiten mit SELinux/SELinux-Kontexte – Dateien kennzeichnen]]
 
=== Die Typen file_t und default_t ===
[[SELinux/DOC/04 Arbeiten mit SELinux/Die Typen file t und default t]]
 
=== Einbinden von Dateisystemen ===
[[SELinux/DOC/04 Arbeiten mit SELinux/Einbinden von Dateisystemen]]
 
=== SELinux-Labels beibehalten ===
[[SELinux/DOC/04 Arbeiten mit SELinux/SELinux-Labels beibehalten]]
 
=== Tools zur Informationsbeschaffung ===
[[SELinux/DOC/04 Arbeiten mit SELinux/Tools zur Informationsbeschaffung]]
 
=== Priorisierung und Deaktivierung von SELinux-Richtlinienmodulen ===
[[SELinux/DOC/04 Arbeiten mit SELinux/Priorisierung und Deaktivierung von SELinux-Richtlinienmodulen]]
 
=== Multi-Level Security (MLS) ===
[[SELinux/DOC/04 Arbeiten mit SELinux/Multi-Level Security (MLS)]]
 
=== Dateinamenübergang ===
[[SELinux/DOC/04 Arbeiten mit SELinux/Dateinamenübergang]]
 
=== Deaktivieren von ptrace() ===
[[SELinux/DOC/04 Arbeiten mit SELinux/Deaktivieren von ptrace()]]
 
=== Schutz von Miniaturansichten ===
[[SELinux/DOC/04 Arbeiten mit SELinux/Schutz von Miniaturansichten]]
 
== Fußnoten ==
* [3] Um vorübergehend zum Standardverhalten zurückzukehren, führen Sie als Linux-Root-Benutzer den Befehl [[setsebool httpd_can_network_connect_db off]] aus
** Für Änderungen, die über Neustarts hinweg bestehen bleiben, führen Sie den Befehl [[setsebool -P httpd_can_network_connect_db off]]
* [4] Dateien im Verzeichnis [[/etc/selinux/targeted/contexts/files/]] definieren Kontexte für Dateien und Verzeichnisse
* Dateien in diesem Verzeichnis werden von den Dienstprogrammen [[restorecon]] und [[setfiles]] gelesen, um Dateien und Verzeichnisse in ihre Standardkontexte zurückzusetzen
* [5] Morris, James. „Filesystem Labeling in SELinux“ http://www.linuxjournal.com/article/7426
* [6] Weitere Informationen zu [[matchpathcon]] finden Sie auf der Handbuchseite matchpathcon(8)
 
[[Kategorie:SELinux/DOC]]

Aktuelle Version vom 29. Juli 2026, 11:01 Uhr

Linux/SELinux/04 Arbeiten mit SELinux - Arbeiten mit SELinux

Beschreibung

Nummer Kapitel Beschreibung
04/02 Protokolldateien Welche Protokolldatei wird verwendet
04/03 Hauptkonfigurationsdatei Hauptkonfigurationsdatei
04/04 Dauerhafte Änderungen Dauerhafte Änderungen an SELinux-Zuständen und -Modi
04/05 Systemstart Ändern der SELinux-Modi beim Systemstart
04/06 Booleane Booleane
04/07 SELinux-Kontexte SELinux-Kontexte – Dateien kennzeichnen
04/08 Typen Typen file_t und default_t
04/09 Dateisysteme Einbinden von Dateisystemen
04/10 Labels beibehalten SELinux-Labels beibehalten
04/11 Informationsbeschaffung Tools zur Informationsbeschaffung
04/12 Richtlinienmodule Priorisierung und Deaktivierung von SELinux-Richtlinienmodulen
04/13 Multi-Level Security Multi-Level Security (MLS)
04/14 Dateinamenübergang Dateinamenübergang
04/15 ptrace() Deaktivieren von ptrace()
04/16 Miniaturansichten Schutz von Miniaturansichten