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Linux/SELinux/06 Benutzer/PAM: Unterschied zwischen den Versionen

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== Beschreibung ==
== Beschreibung ==
== Grundlagen der PAM-Architektur ==
== PAM-Architektur ==
; [[PAM]] ([[Pluggable Authentication Modules]])
; [[PAM]] ([[Pluggable Authentication Modules]])
Anwendungen können Vorgänge im Zusammenhang mit der Anmeldung an das System delegieren
Anwendungen können Vorgänge im Zusammenhang mit der Anmeldung an das System delegieren
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=== Grundlegende PAM-Gruppen ===
=== Grundlegende PAM-Gruppen ===
{| class="wikitable options big"
{| class="table table-striped table-hover options"
! !!
! Gruppe !! Beschreibung
|-
|-
| auth || Bestätigung der Identität des Benutzers und initiale Vergabe von Credentials
| auth || Bestätigung der Identität des Benutzers und initiale Vergabe von Credentials
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=== pam_selinux.so ===
=== pam_selinux.so ===
; Ein Modul aus der Gruppe session
{| class="table table-striped table-hover options"
Aufgabe
! Aufgabe !! Module !! Beschreibung
* '''den Sicherheitskontext für den als Nächstes gestarteten Prozess''' festlegen
|-
* Während des Ablaufs eines Login-Programms (login, sshd usw.) bereitet das Modul den SELinux-Kontext für '''den nächsten''' zu startenden Prozess vor
| || [[pam_selinux.so]] || Sicherheitskontext für den nächstes gestarteten Prozess festlegen
|}


==== open_session ====
== Weitere Isolation ==
Nachdem der Benutzer die Login-Prüfung erfolgreich durchlaufen hat, wechselt PAM in die Phase open_session
{| class="table table-striped table-hover options"
* In diesem Moment '''bereitet''' pam_selinux.so '''den SELinux-Kontext für die Benutzersitzung vor'''
! Aufgabe !! Module !! Beschreibung
 
|-
; Funktionsprinzip
| || [[pam_sepermit.so]] ||
Zuordnung von Linux user zu SELinux user
* Verwendet wird die Datei seusers
 
Nachdem der SELinux user ermittelt wurde
* muss das Modul bestimmen, welcher Login-Kontext für diese Sitzung gewählt werden kann und soll
 
Verwendet werden die Datei default_contexts sowie benutzerspezifische Einstellungen unter /etc/selinux/<POLICY>/contexts/users/
* pam_selinux.so konfiguriert das System so, dass der als Nächstes gestartete Prozess bereits in diesem Kontext startet
* Danach startet das Login-Programm die Shell des Benutzers, und die Shell erscheint bereits mit dem korrekten SELinux-Kontext
 
==== close_session ====
Wenn der Benutzer seine Arbeit beendet und die Sitzung geschlossen wird, ruft PAM die Phase close_session auf
 
Das Modul pam_selinux.so '''entfernt die temporären Einstellungen, die mit der geöffneten Sitzung verbunden sind, und stellt den vorherigen Zustand wieder her'''
 
== Erweiterte Isolation ==
Hier werden noch einige weitere Module behandelt
 
=== pam_sepermit.so ===
; Anmeldung am System
Modul '''erlaubt oder verweigert die Anmeldung am System'''
* abhängig davon, ob SELinux im Modus '''Enforcing''' arbeitet
 
; Gruppen
Es stellt die Gruppen auth und account bereit
* beteiligt sich also unmittelbar an der Entscheidung, ob ein Login in der Kette weiter zugelassen wird
 
; Regeln
; Wenn ein Benutzer oder eine Gruppe auf eine Regel aus der Konfiguration passt, wird die Anmeldung nur im Enforcing-Modus erlaubt
Im Modus permissive oder disabled gibt das Modul einen Zugriffsfehler zurück
* Für Benutzer, die zu keinem Eintrag passen, wird die Entscheidung an andere PAM-Module weitergereicht
 
Das Modul wird eingesetzt, wenn eine Anmeldung '''nur dann erlaubt werden soll, wenn SELinux die Richtlinie tatsächlich erzwingt'''
 
==== Konfiguration ====
; /etc/security/sepermit.conf
Standardmäßig
* Falls diese Datei nicht vorhanden ist, wird die Vendor-Datei aus /usr/share/pam/security/sepermit.conf verwendet
 
; Aufbau
Jede Zeile enthält eine der folgenden Varianten
* einen konkreten Benutzernamen (zum Beispiel alice)
* eine Gruppe über @group (zum Beispiel @devops)
* einen SELinux user über %seuser (zum Beispiel %user_u)
 
; Exclusive und ignore
Zusätzlich können die Optionen exclusive oder ignore angegeben werden
{| class="wikitable options big"
! !!
|-
|-
| exclusive || beschränkt den Benutzer auf eine einzige Login-Sitzung und beendet seine Prozesse beim Abmelden
| || [[pam_namespace.so]] ||
|-
|-
| ignore || bewirkt, dass das Modul im Enforcing-Modus PAM_IGNORE und in den übrigen Modi PAM_AUTH_ERR zurückgibt
| || [[pam_oddjob_mkhomedir.so]] ||
|}
|}


Die weitere Entscheidung trifft dann der restliche [[PAM]]-Stack
-----
 
=== pam_namespace.so ===
[[Pam_namespace.so]]
 
=== pam_oddjob_mkhomedir.so ===
Arbeitet in der Gruppe session
* Es prüft, ob das Home-Verzeichnis des Benutzers existiert
* Falls das Verzeichnis nicht existiert, initiiert das Modul dessen Erstellung
* Im Unterschied zum Standardmodul pam_mkhomedir.so '''kann dieses Modul Home-Verzeichnisse mit korrekten SELinux-Labels anlegen'''
 
Für den Betrieb dieses Moduls werden das Paket oddjob-mkhomedir, der laufende Dienst oddjobd sowie die zugehörige D-Bus- und oddjobd-Konfiguration benötigt
* Außerdem müssen die entsprechenden Dateipräfixe in der aktiven Policy vorhanden sein
 
Dieses Modul ist nützlich, wenn ein lokales Home-Verzeichnis erst beim ersten tatsächlichen Login angelegt werden soll
 
=== Praxis zu pam_namespace.so ===
Isolation von /tmp unterschiedlicher Sitzungen mit Hilfe von pam_namespace.so
 
Für su wird die Option unmnt_remnt empfohlen, da bei solchen Programmen die Polyinstanziierung möglicherweise bereits für die ursprüngliche Login-Sitzung eingerichtet ist und vor einer neuen Einrichtung sauber zerlegt und erneut aufgebaut werden muss
 
Benutzer vorbereiten
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="" copy line>
useradd -m alice
useradd -m bob
passwd alice
passwd bob
</syntaxhighlight>
 
Für diese Übung kann der Modus permissive gesetzt werden, da hier keine Blockierungen benötigt werden; wichtig ist lediglich, dass SELinux aktiviert ist
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" copy line>
setenforce 0
</syntaxhighlight>
 
Boolean prüfen und aktivieren, damit diese Funktion in der Policy erlaubt wird
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="" copy line>
setsebool -P allow_polyinstantiation 1
getsebool allow_polyinstantiation
</syntaxhighlight>
 
Verzeichnis für die /tmp-Instanzen anlegen
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" copy line>
mkdir /tmp-inst --mode 000
</syntaxhighlight>
 
Nach der Erstellung muss dafür der erwartete SELinux-Kontext wiederhergestellt werden
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" copy line>
restorecon -Fv /tmp-inst
</syntaxhighlight>
 
Prüfung
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" copy line>
ls -ldZ /tmp-inst
</syntaxhighlight>
 
Anschließend namespace.conf konfigurieren
 
Zunächst eine Sicherungskopie anlegen
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" copy line>
cp /etc/security/namespace.conf /etc/security/namespace.conf.bak
</syntaxhighlight>
 
Danach muss in die Datei /etc/security/namespace.conf folgende Konfiguration eingetragen werden
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" copy line>
/tmp    /tmp-inst/    user    root,adm
</syntaxhighlight>
 
Diese Zeile bedeutet Folgendes
* /tmp — das logische Verzeichnis, das isoliert werden soll
* /tmp-inst/ — der Basispfad, unter dem die realen Instanzen abgelegt werden
* user — Trennungsmethode nach Benutzername
 
Zur Veranschaulichung wird hier die Methode user verwendet
* root,adm — Liste der Ausnahmen
 
Nun pam_namespace.so für su aktivieren
* Dazu muss in der Datei /etc/pam.d/su im Abschnitt session Folgendes ergänzt werden
 
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" copy line>
session    required  pam_namespace.so  unmnt_remnt
</syntaxhighlight>
 
Wie bereits erwähnt, gehört pam_namespace.so zum Typ session, da es weder die Passwortprüfung noch das eigentliche Zugangsrecht behandelt, sondern die Laufzeitumgebung für eine neue Benutzersitzung vorbereitet
* Damit ist die Konfiguration abgeschlossen
* Nun kann aus zwei verschiedenen Terminals eine Anmeldung für die Benutzer alice und bob mit Hilfe von su initiiert werden
 
Befehlssatz zur Prüfung für alice
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="" copy line>
su - alice
findmnt --mountpoint /tmp
touch /tmp/alice.test
ls -la /tmp
</syntaxhighlight>
 
Zur Prüfung für bob
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="" copy line>
su - bob
findmnt --mountpoint /tmp
ls -la /tmp
touch /tmp/bob.test
ls -la /tmp
</syntaxhighlight>
 
Der Befehl findmnt --mountpoint /tmp zeigt, dass /tmp innerhalb der Sitzung nicht mehr einfach das gemeinsame Systemverzeichnis ist, sondern aus einer separaten Instanz eingebunden wird, die auf Grundlage von /tmp-inst/ aufgebaut wurde
 
==== Rückbau ====
Nach Abschluss des Labors können die Änderungen manuell zurückgenommen werden
 
Aus /etc/pam.d/su muss die Zeile
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" copy line>
session    required  pam_namespace.so  unmnt_remnt
</syntaxhighlight>
entfernt werden
 
Anschließend die ursprüngliche namespace.conf wiederherstellen
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" copy line>
cp /etc/security/namespace.conf.bak /etc/security/namespace.conf
</syntaxhighlight>
 
Danach den Boolean wieder deaktivieren
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" copy line>
setsebool -P allow_polyinstantiation 0
</syntaxhighlight>
 
Abschließend das angelegte Verzeichnis und die Benutzer entfernen
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="" copy line>
rm -rf /tmp-inst
userdel bob
userdel alice
</syntaxhighlight>
 
{{navigation|Linux/SELinux/06 Benutzer|Linux/SELinux/07 Sandbox}}
{{navigation|Linux/SELinux/06 Benutzer|Linux/SELinux/07 Sandbox}}
----


[[Kategorie:Linux/SELinux/06]]
[[Kategorie:Linux/SELinux/06]]

Aktuelle Version vom 1. August 2026, 11:10 Uhr

Linux/SELinux/06 Benutzer/PAM - PAM-Module für SELinux

Beschreibung

PAM-Architektur

PAM (Pluggable Authentication Modules)

Anwendungen können Vorgänge im Zusammenhang mit der Anmeldung an das System delegieren

  • modulares Subsystem

Anwendungen

Konfiguration

/etc/pam.d/

  • Ein Modul je jeden Dienst

Grundlegende PAM-Gruppen

Gruppe Beschreibung
auth Bestätigung der Identität des Benutzers und initiale Vergabe von Credentials
account Prüfung, ob der Zugriff auf den Dienst als solcher erlaubt ist
password Änderung des Authentifizierungs-Tokens
session Aktionen, die vor der Bereitstellung einer Sitzung und nach deren Beendigung ausgeführt werden müssen
Gruppe session

Für SELinux ist insbesondere die Gruppe session kritisch

  • da die Zuweisung des SELinux-Kontexts eines Benutzers zur Vorbereitung der Laufzeitumgebung für die zukünftige Sitzung gehört

pam_selinux.so

Aufgabe Module Beschreibung
pam_selinux.so Sicherheitskontext für den nächstes gestarteten Prozess festlegen

Weitere Isolation

Aufgabe Module Beschreibung
pam_sepermit.so
pam_namespace.so
pam_oddjob_mkhomedir.so