Linux/SELinux/05 SEPolicy: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
|||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
'''SELinux/DOC/05 Sepolicy''' | ''''SELinux/DOC/05 Sepolicy'''' | ||
== Beschreibung == | == Beschreibung == | ||
; Sepolicy-Suite | ; Sepolicy-Suite | ||
[[sepolicy]] bietet eine Reihe von Funktionen zur Abfrage der installierten SELinux-Richtlinie | [[sepolicy]] bietet eine Reihe von Funktionen zur Abfrage der installierten SELinux-Richtlinie | ||
* Diese Funktionen sind entweder neu oder wurden zuvor von separaten Dienstprogrammen wie ''sepolgen'' oder ''setrans'' bereitgestellt | * Diese Funktionen sind entweder neu oder wurden zuvor von separaten Dienstprogrammen wie '''sepolgen''' oder '''setrans''' bereitgestellt | ||
* Mit dieser Suite können Sie Übergangsberichte, Manpages oder sogar neue Richtlinienmodule erstellen, wodurch Benutzer einen einfacheren Zugang zur SELinux-Richtlinie erhalten und diese besser verstehen können | * Mit dieser Suite können Sie Übergangsberichte, Manpages oder sogar neue Richtlinienmodule erstellen, wodurch Benutzer einen einfacheren Zugang zur SELinux-Richtlinie erhalten und diese besser verstehen können | ||
| Zeile 13: | Zeile 13: | ||
; Funktionen von sepolicy | ; Funktionen von sepolicy | ||
Die ''sepolicy''-Suite bietet die folgenden Funktionen, die als Befehlszeilenparameter aufgerufen werden: | Die '''sepolicy'''-Suite bietet die folgenden Funktionen, die als Befehlszeilenparameter aufgerufen werden: | ||
{| class="wikitable options big" | {| class="wikitable options big" | ||
!Funktion | !Funktion | ||
| Zeile 45: | Zeile 45: | ||
== Python-Bindings == | == Python-Bindings == | ||
; sepolicy-Python-Bindings | ; sepolicy-Python-Bindings | ||
In früheren Linux-Versionen enthielt das setools-Paket die Dienstprogramme ''sesearch'' und ''seinfo'' | In früheren Linux-Versionen enthielt das setools-Paket die Dienstprogramme '''sesearch''' und '''seinfo''' | ||
* Das Dienstprogramm ''sesearch'' dient zum Suchen von Regeln in einer SELinux-Richtlinie, während das Dienstprogramm ''seinfo'' es ermöglicht, verschiedene andere Komponenten der Richtlinie abzufragen | * Das Dienstprogramm '''sesearch''' dient zum Suchen von Regeln in einer SELinux-Richtlinie, während das Dienstprogramm '''seinfo''' es ermöglicht, verschiedene andere Komponenten der Richtlinie abzufragen | ||
In Linux wurden Python-Bindings für ''sesearch'' und ''seinfo'' hinzugefügt, sodass Sie die Funktionalität dieser Dienstprogramme über die ''sepolicy''-Suite nutzen können | In Linux wurden Python-Bindings für '''sesearch''' und '''seinfo''' hinzugefügt, sodass Sie die Funktionalität dieser Dienstprogramme über die '''sepolicy'''-Suite nutzen können | ||
; Beispiel | ; Beispiel | ||
> python | |||
>>> import sepolicy | >>> import sepolicy | ||
>>> sepolicy.info(sepolicy.ATTRIBUTE) | >>> sepolicy.info(sepolicy.ATTRIBUTE) | ||
Returns a dictionary of all information about SELinux Attributes | |||
>>>sepolicy.search([sepolicy.ALLOW]) | >>>sepolicy.search([sepolicy.ALLOW]) | ||
Returns a dictionary of all allow rules in the policy. | |||
== Richtlinienmodule == | == Richtlinienmodule == | ||
| Zeile 62: | Zeile 62: | ||
; sepolicy generate | ; sepolicy generate | ||
In früheren Linux-Versionen wurden die Dienstprogramme | In früheren Linux-Versionen wurden die Dienstprogramme '''sepolgen''' oder '''selinux-polgengui''' zum Generieren einer SELinux-Richtlinie verwendet | ||
* Diese Tools wurden in die | * Diese Tools wurden in die '''sepolicy'''-Suite integriert | ||
* Unter Linux wird der Befehl | * Unter Linux wird der Befehl '''sepolicy generate''' verwendet, um eine erste Vorlage für ein SELinux-Richtlinienmodul zu generieren | ||
Im Gegensatz zu ''sepolgen'' ist es nicht erforderlich, ''sepolicy generate'' als Root-Benutzer auszuführen | Im Gegensatz zu '''sepolgen''' ist es nicht erforderlich, '''sepolicy generate''' als Root-Benutzer auszuführen | ||
* Dieses Dienstprogramm erstellt außerdem eine RPM-Spec-Datei, mit der ein RPM-Paket erstellt werden kann, das die Policy-Paketdatei (‚'''NAME'‚.pp'') und die Schnittstellendatei (‚'''NAME'‚.if'') am richtigen Ort installiert, die SELinux-Policy in den Kernel integriert und die Labeling-Einstellungen anpasst | * Dieses Dienstprogramm erstellt außerdem eine RPM-Spec-Datei, mit der ein RPM-Paket erstellt werden kann, das die Policy-Paketdatei (‚''''NAME'‚.pp''') und die Schnittstellendatei (‚''''NAME'‚.if''') am richtigen Ort installiert, die SELinux-Policy in den Kernel integriert und die Labeling-Einstellungen anpasst | ||
* Das Setup-Skript installiert anschließend die SELinux-Policy und richtet das Labeling ein | * Das Setup-Skript installiert anschließend die SELinux-Policy und richtet das Labeling ein | ||
* Darüber hinaus wird mit dem Befehl ''sepolicy manpage'' eine Handbuchseite basierend auf der installierten Richtlinie generiert. [7] Schließlich erstellt und kompiliert ''sepolicy generate'' die SELinux-Richtlinie und die Handbuchseite zu einem RPM-Paket, das zur Installation auf anderen Systemen bereit ist | * Darüber hinaus wird mit dem Befehl '''sepolicy manpage''' eine Handbuchseite basierend auf der installierten Richtlinie generiert. [7] Schließlich erstellt und kompiliert '''sepolicy generate''' die SELinux-Richtlinie und die Handbuchseite zu einem RPM-Paket, das zur Installation auf anderen Systemen bereit ist | ||
; ''sepolicy generate'' erzeugt folgenden Dateien | |||
{| class="wikitable options big" | |||
| ''NAME''.te || Typ-Enforcing-Datei || Diese Datei definiert alle Typen und Regeln für eine bestimmte Domäne | |||
|- | |||
| ''NAME''.if || Schnittstellendatei || Diese Datei definiert den Standard-Dateikontext für das System | |||
* Sie übernimmt die in der Datei '''NAME.te''' erstellten Dateitypen und ordnet den Typen Dateipfade zu | |||
* Sie übernimmt die in der Datei ''NAME.te'' erstellten Dateitypen und ordnet den Typen Dateipfade zu | * Dienstprogramme wie '''restorecon''' und '''rpm''' verwenden diese Pfade, um Labels zu schreiben | ||
* Dienstprogramme wie ''restorecon'' und ''rpm'' verwenden diese Pfade, um Labels zu schreiben | |- | ||
| ''NAME''_selinux.spec || RPM-Spezifikationsdatei || Diese Datei ist eine RPM-Spezifikationsdatei, die die SELinux-Richtlinie installiert und die Labeling-Einstellungen vornimmt | |||
* Diese Datei installiert außerdem die Schnittstellendatei und eine Man-Seite, die die Richtlinie beschreibt | * Diese Datei installiert außerdem die Schnittstellendatei und eine Man-Seite, die die Richtlinie beschreibt | ||
* Sie können den Befehl ''sepolicy manpage -d ''NAME' | * Sie können den Befehl '''sepolicy manpage -d '''NAME''' verwenden, um die Man-Seite zu generieren | ||
|- | |||
| ''NAME''.sh || Hilfs-Shell-Skript || Dieses Skript hilft beim Kompilieren, Installieren und Korrigieren der Kennzeichnung auf dem System | |||
* Es generiert außerdem eine Man-Seite basierend auf der installierten Richtlinie, kompiliert und erstellt ein RPM-Paket, das für die Installation auf anderen Systemen geeignet ist | * Es generiert außerdem eine Man-Seite basierend auf der installierten Richtlinie, kompiliert und erstellt ein RPM-Paket, das für die Installation auf anderen Systemen geeignet ist | ||
|} | |||
Wenn es möglich ist, ein SELinux-Richtlinienmodul zu generieren, gibt ''sepolicy generate'' alle generierten Pfade von der Quelldomäne zur Zieldomäne aus | Wenn es möglich ist, ein SELinux-Richtlinienmodul zu generieren, gibt '''sepolicy generate''' alle generierten Pfade von der Quelldomäne zur Zieldomäne aus | ||
* Weitere Informationen zu ''sepolicy generate'' finden Sie auf der Man-Seite sepolicy-generate(8) | * Weitere Informationen zu '''sepolicy generate''' finden Sie auf der Man-Seite sepolicy-generate(8) | ||
== Domänenübergänge == | == Domänenübergänge == | ||
| Zeile 94: | Zeile 94: | ||
; sepolicy transition | ; sepolicy transition | ||
Früher wurde das Dienstprogramm ''setrans'' verwendet, um zu prüfen, ob ein Übergang zwischen zwei Domänen- oder Prozesstypen möglich ist, und es gab alle Zwischentypen aus, die für den Übergang zwischen diesen Domänen oder Prozessen verwendet werden | Früher wurde das Dienstprogramm '''setrans''' verwendet, um zu prüfen, ob ein Übergang zwischen zwei Domänen- oder Prozesstypen möglich ist, und es gab alle Zwischentypen aus, die für den Übergang zwischen diesen Domänen oder Prozessen verwendet werden | ||
* Unter Linux ist ''setrans'' als Teil der ''sepolicy''-Suite verfügbar, und stattdessen wird nun der Befehl ''sepolicy transition'' verwendet | * Unter Linux ist '''setrans''' als Teil der '''sepolicy'''-Suite verfügbar, und stattdessen wird nun der Befehl '''sepolicy transition''' verwendet | ||
Der Befehl ''sepolicy transition'' fragt eine SELinux-Richtlinie ab und erstellt einen Prozessübergangsbericht | Der Befehl '''sepolicy transition''' fragt eine SELinux-Richtlinie ab und erstellt einen Prozessübergangsbericht | ||
* Der Befehl ''sepolicy transition'' benötigt zwei Befehlszeilenargumente – eine Quelldomäne (angegeben mit der Option ‚‘-s'‚) und eine Zieldomäne (angegeben mit der Option ''-t'') | * Der Befehl '''sepolicy transition''' benötigt zwei Befehlszeilenargumente – eine Quelldomäne (angegeben mit der Option ‚‘-s'‚) und eine Zieldomäne (angegeben mit der Option '''-t''') | ||
* Wenn nur die Quelldomäne angegeben wird, listet | * Wenn nur die Quelldomäne angegeben wird, listet '''sepolicy transition''' alle möglichen Domänen auf, zu denen die Quelldomäne wechseln kann | ||
* Die folgende Ausgabe enthält nicht alle Einträge | * Die folgende Ausgabe enthält nicht alle Einträge | ||
Das Zeichen '''@''' bedeutet '''ausführen''': | |||
sepolicy transition -s httpd_t | |||
httpd_t @ httpd_suexec_exec_t --> httpd_suexec_t | |||
httpd_t @ mailman_cgi_exec_t --> mailman_cgi_t | httpd_t @ mailman_cgi_exec_t --> mailman_cgi_t | ||
httpd_t @ abrt_retrace_worker_exec_t --> abrt_retrace_worker_t | |||
httpd_t @ dirsrvadmin_unconfined_script_exec_t --> dirsrvadmin_unconfined_script_t | |||
httpd_t @ httpd_unconfined_script_exec_t --> httpd_unconfined_script_t | |||
httpd_t @ httpd_unconfined_script_exec_t --> httpd_unconfined_script_t | |||
Wenn die Zieldomäne angegeben ist, untersucht | Wenn die Zieldomäne angegeben ist, untersucht '''sepolicy transition''' die SELinux-Richtlinie auf alle Übergangspfade von der Quelldomäne zur Zieldomäne und listet diese Pfade auf | ||
Die folgende Ausgabe ist unvollständig: | Die folgende Ausgabe ist unvollständig: | ||
sepolicy transition -s httpd_t -t system_mail_t | sepolicy transition -s httpd_t -t system_mail_t | ||
httpd_t @ exim_exec_t --> system_mail_t | |||
httpd_t @ courier_exec_t --> system_mail_t | |||
httpd_t @ sendmail_exec_t --> system_mail_t | |||
httpd_t ... httpd_suexec_t @ sendmail_exec_t --> system_mail_t | |||
httpd_t ... httpd_suexec_t @ exim_exec_t --> system_mail_t | |||
httpd_t ... httpd_suexec_t @ courier_exec_t --> system_mail_t | |||
httpd_t ... httpd_suexec_t ... httpd_mojomojo_script_t @ sendmail_exec_t --> system_mail_t | |||
Weitere Informationen zum | Weitere Informationen zum '''sepolicy-transition''' finden Sie in der sepolicy-transition(8)-Handbuchseite | ||
== Manpage erstellen == | == Manpage erstellen == | ||
; Erstellen von Handbuchseiten: sepolicy manpage | ; Erstellen von Handbuchseiten: sepolicy manpage | ||
Der Befehl | Der Befehl '''sepolicy manpage''' generiert Handbuchseiten auf Basis der SELinux-Richtlinie, die Prozessdomänen dokumentieren | ||
* Dadurch ist diese Dokumentation stets auf dem neuesten Stand | * Dadurch ist diese Dokumentation stets auf dem neuesten Stand | ||
* Jeder Name der automatisch generierten Handbuchseiten besteht aus dem Namen der Prozessdomäne und dem Suffix ''_selinux'', zum Beispiel ''httpd_selinux'' | * Jeder Name der automatisch generierten Handbuchseiten besteht aus dem Namen der Prozessdomäne und dem Suffix '''_selinux''', zum Beispiel '''httpd_selinux''' | ||
Die Handbuchseiten enthalten mehrere Abschnitte, die Informationen zu verschiedenen Teilen der SELinux-Richtlinie für eingeschränkte Domänen bereitstellen: | Die Handbuchseiten enthalten mehrere Abschnitte, die Informationen zu verschiedenen Teilen der SELinux-Richtlinie für eingeschränkte Domänen bereitstellen: | ||
{| class="wikitable options big" | |||
| Entrypoints || enthält alle ausführbaren Dateien, die während eines Domänenübergangs ausgeführt werden müssen | |||
|- | |||
| Process Types || listet alle Prozesstypen auf, die mit demselben Präfix wie die Zieldomäne beginnen | |||
|- | |||
| Booleans || listet die mit der Domäne verbundenen Booleschen Werte auf | |||
|- | |||
| Port Types || enthält die Porttypen, die mit demselben Präfix wie die Domäne übereinstimmen, und beschreibt die diesen Porttypen zugewiesenen Standardportnummern | |||
|- | |||
| Managed Files || beschreibt die Typen, in die die Domäne schreiben darf, sowie die diesen Typen zugeordneten Standardpfade | |||
|- | |||
| File Contexts || enthält alle mit der Domäne verbundenen Dateitypen und beschreibt, wie diese Dateitypen zusammen mit der Standard-Pfadkennzeichnung auf einem System verwendet werden | |||
|- | |||
| Sharing Files || erläutert die Verwendung der Domänen-Freigabetypen, wie '''public_content_t''' | |||
|} | |||
Weitere Informationen zu '''sepolicy manpage''' finden Sie auf der sepolicy-manpage(8)-Handbuchseite | |||
[7] Weitere Informationen zu | [7] Weitere Informationen zu '''sepolicy manpage''' finden Sie in Abschnitt '''[[Erstellen von Handbuchseiten]]: '''sepolicy manpage''' | ||
[[Kategorie:SELinux/DOC]] | [[Kategorie:SELinux/DOC]] | ||
Version vom 25. März 2026, 08:36 Uhr
'SELinux/DOC/05 Sepolicy'
Beschreibung
- Sepolicy-Suite
sepolicy bietet eine Reihe von Funktionen zur Abfrage der installierten SELinux-Richtlinie
- Diese Funktionen sind entweder neu oder wurden zuvor von separaten Dienstprogrammen wie sepolgen oder setrans bereitgestellt
- Mit dieser Suite können Sie Übergangsberichte, Manpages oder sogar neue Richtlinienmodule erstellen, wodurch Benutzer einen einfacheren Zugang zur SELinux-Richtlinie erhalten und diese besser verstehen können
Das Paket policycoreutils-devel stellt sepolicy bereit
Geben Sie als Root-Benutzer den folgenden Befehl ein, um sepolicy zu installieren
sudo yum install policycoreutils-devel
- Funktionen von sepolicy
Die sepolicy-Suite bietet die folgenden Funktionen, die als Befehlszeilenparameter aufgerufen werden:
| Funktion | Beschreibung |
|---|---|
| booleans | Abfrage der SELinux-Richtlinie zur Anzeige der Beschreibung von Booleschen Werten |
| communicate | Abfrage der SELinux-Richtlinie, um zu prüfen, ob Domänen miteinander kommunizieren können |
| generate | Erstellung einer Vorlage für ein SELinux-Richtlinienmodul |
| gui | Grafische Benutzeroberfläche für die SELinux-Richtlinie |
| interface | Auflistung der SELinux-Richtlinien-Schnittstellen |
| manpage | SELinux-Manpages generieren |
| network | Netzwerkinformationen der SELinux-Richtlinie abfragen |
| transition | SELinux-Richtlinie abfragen und einen Prozessübergangsbericht generieren |
Python-Bindings
- sepolicy-Python-Bindings
In früheren Linux-Versionen enthielt das setools-Paket die Dienstprogramme sesearch und seinfo
- Das Dienstprogramm sesearch dient zum Suchen von Regeln in einer SELinux-Richtlinie, während das Dienstprogramm seinfo es ermöglicht, verschiedene andere Komponenten der Richtlinie abzufragen
In Linux wurden Python-Bindings für sesearch und seinfo hinzugefügt, sodass Sie die Funktionalität dieser Dienstprogramme über die sepolicy-Suite nutzen können
- Beispiel
> python >>> import sepolicy >>> sepolicy.info(sepolicy.ATTRIBUTE) Returns a dictionary of all information about SELinux Attributes >>>sepolicy.search([sepolicy.ALLOW]) Returns a dictionary of all allow rules in the policy.
Richtlinienmodule
Richtlinienmodule generieren
- sepolicy generate
In früheren Linux-Versionen wurden die Dienstprogramme sepolgen oder selinux-polgengui zum Generieren einer SELinux-Richtlinie verwendet
- Diese Tools wurden in die sepolicy-Suite integriert
- Unter Linux wird der Befehl sepolicy generate verwendet, um eine erste Vorlage für ein SELinux-Richtlinienmodul zu generieren
Im Gegensatz zu sepolgen ist es nicht erforderlich, sepolicy generate als Root-Benutzer auszuführen
- Dieses Dienstprogramm erstellt außerdem eine RPM-Spec-Datei, mit der ein RPM-Paket erstellt werden kann, das die Policy-Paketdatei (‚'NAME'‚.pp) und die Schnittstellendatei (‚'NAME'‚.if) am richtigen Ort installiert, die SELinux-Policy in den Kernel integriert und die Labeling-Einstellungen anpasst
- Das Setup-Skript installiert anschließend die SELinux-Policy und richtet das Labeling ein
- Darüber hinaus wird mit dem Befehl sepolicy manpage eine Handbuchseite basierend auf der installierten Richtlinie generiert. [7] Schließlich erstellt und kompiliert sepolicy generate die SELinux-Richtlinie und die Handbuchseite zu einem RPM-Paket, das zur Installation auf anderen Systemen bereit ist
- sepolicy generate erzeugt folgenden Dateien
| NAME.te | Typ-Enforcing-Datei | Diese Datei definiert alle Typen und Regeln für eine bestimmte Domäne |
| NAME.if | Schnittstellendatei | Diese Datei definiert den Standard-Dateikontext für das System
|
| NAME_selinux.spec | RPM-Spezifikationsdatei | Diese Datei ist eine RPM-Spezifikationsdatei, die die SELinux-Richtlinie installiert und die Labeling-Einstellungen vornimmt
|
| NAME.sh | Hilfs-Shell-Skript | Dieses Skript hilft beim Kompilieren, Installieren und Korrigieren der Kennzeichnung auf dem System
|
Wenn es möglich ist, ein SELinux-Richtlinienmodul zu generieren, gibt sepolicy generate alle generierten Pfade von der Quelldomäne zur Zieldomäne aus
- Weitere Informationen zu sepolicy generate finden Sie auf der Man-Seite sepolicy-generate(8)
Domänenübergänge
Domänenübergänge verstehen
- sepolicy transition
Früher wurde das Dienstprogramm setrans verwendet, um zu prüfen, ob ein Übergang zwischen zwei Domänen- oder Prozesstypen möglich ist, und es gab alle Zwischentypen aus, die für den Übergang zwischen diesen Domänen oder Prozessen verwendet werden
- Unter Linux ist setrans als Teil der sepolicy-Suite verfügbar, und stattdessen wird nun der Befehl sepolicy transition verwendet
Der Befehl sepolicy transition fragt eine SELinux-Richtlinie ab und erstellt einen Prozessübergangsbericht
- Der Befehl sepolicy transition benötigt zwei Befehlszeilenargumente – eine Quelldomäne (angegeben mit der Option ‚‘-s'‚) und eine Zieldomäne (angegeben mit der Option -t)
- Wenn nur die Quelldomäne angegeben wird, listet sepolicy transition alle möglichen Domänen auf, zu denen die Quelldomäne wechseln kann
- Die folgende Ausgabe enthält nicht alle Einträge
Das Zeichen @ bedeutet ausführen:
sepolicy transition -s httpd_t httpd_t @ httpd_suexec_exec_t --> httpd_suexec_t httpd_t @ mailman_cgi_exec_t --> mailman_cgi_t httpd_t @ abrt_retrace_worker_exec_t --> abrt_retrace_worker_t httpd_t @ dirsrvadmin_unconfined_script_exec_t --> dirsrvadmin_unconfined_script_t httpd_t @ httpd_unconfined_script_exec_t --> httpd_unconfined_script_t
Wenn die Zieldomäne angegeben ist, untersucht sepolicy transition die SELinux-Richtlinie auf alle Übergangspfade von der Quelldomäne zur Zieldomäne und listet diese Pfade auf
Die folgende Ausgabe ist unvollständig:
sepolicy transition -s httpd_t -t system_mail_t httpd_t @ exim_exec_t --> system_mail_t httpd_t @ courier_exec_t --> system_mail_t httpd_t @ sendmail_exec_t --> system_mail_t httpd_t ... httpd_suexec_t @ sendmail_exec_t --> system_mail_t httpd_t ... httpd_suexec_t @ exim_exec_t --> system_mail_t httpd_t ... httpd_suexec_t @ courier_exec_t --> system_mail_t httpd_t ... httpd_suexec_t ... httpd_mojomojo_script_t @ sendmail_exec_t --> system_mail_t
Weitere Informationen zum sepolicy-transition finden Sie in der sepolicy-transition(8)-Handbuchseite
Manpage erstellen
- Erstellen von Handbuchseiten
- sepolicy manpage
Der Befehl sepolicy manpage generiert Handbuchseiten auf Basis der SELinux-Richtlinie, die Prozessdomänen dokumentieren
- Dadurch ist diese Dokumentation stets auf dem neuesten Stand
- Jeder Name der automatisch generierten Handbuchseiten besteht aus dem Namen der Prozessdomäne und dem Suffix _selinux, zum Beispiel httpd_selinux
Die Handbuchseiten enthalten mehrere Abschnitte, die Informationen zu verschiedenen Teilen der SELinux-Richtlinie für eingeschränkte Domänen bereitstellen:
| Entrypoints | enthält alle ausführbaren Dateien, die während eines Domänenübergangs ausgeführt werden müssen |
| Process Types | listet alle Prozesstypen auf, die mit demselben Präfix wie die Zieldomäne beginnen |
| Booleans | listet die mit der Domäne verbundenen Booleschen Werte auf |
| Port Types | enthält die Porttypen, die mit demselben Präfix wie die Domäne übereinstimmen, und beschreibt die diesen Porttypen zugewiesenen Standardportnummern |
| Managed Files | beschreibt die Typen, in die die Domäne schreiben darf, sowie die diesen Typen zugeordneten Standardpfade |
| File Contexts | enthält alle mit der Domäne verbundenen Dateitypen und beschreibt, wie diese Dateitypen zusammen mit der Standard-Pfadkennzeichnung auf einem System verwendet werden |
| Sharing Files | erläutert die Verwendung der Domänen-Freigabetypen, wie public_content_t |
Weitere Informationen zu sepolicy manpage finden Sie auf der sepolicy-manpage(8)-Handbuchseite
[7] Weitere Informationen zu sepolicy manpage finden Sie in Abschnitt Erstellen von Handbuchseiten: sepolicy manpage