Linux/SELinux/11 Fehlerbehebung: Unterschied zwischen den Versionen
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‚‘'SELinux/DOC/11 Fehlerbehebung'‚‘ | |||
== Beschreibung == | == Beschreibung == | ||
; | ; Fehlerbehebung | ||
Das folgende Kapitel beschreibt, was passiert, wenn SELinux den Zugriff verweigert; die drei häufigsten Ursachen für Probleme; wo Informationen zur korrekten Kennzeichnung zu finden sind; die Analyse von SELinux-Verweigerungen; sowie das Erstellen benutzerdefinierter Policy-Module mit ‚‘'audit2allow'‚‘. | |||
== | == Was passiert, wenn der Zugriff verweigert wird == | ||
SELinux | SELinux-Entscheidungen, wie das Zulassen oder Verweigern von Zugriff, werden zwischengespeichert. Dieser Cache wird als Access Vector Cache (AVC) bezeichnet. Wenn SELinux den Zugriff verweigert, werden Verweigerungsmeldungen protokolliert. Diese Verweigerungen werden auch als „AVC-Verweigerungen“ bezeichnet und je nach den laufenden Daemons an unterschiedlichen Orten protokolliert: | ||
{| | {| | ||
|- | |- | ||
! | Daemon | ! | Daemon | ||
! | | ! | Protokollort | ||
|- | |- | ||
|| auditd | || auditd aktiv | ||
|| | || ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘ | ||
|- | |- | ||
|| auditd | || auditd aus; rsyslogd ein | ||
|| | || ‚‘'/var/log/messages'‚‘ | ||
|- | |- | ||
|| setroubleshootd, rsyslogd | || setroubleshootd, rsyslogd und auditd ein | ||
|| | || ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘. Besser lesbare Verweigerungsmeldungen werden ebenfalls an ‚‘'/var/log/messages'‚‘ gesendet | ||
|- | |- | ||
|} | |} | ||
Wenn Sie das X Window System ausführen, die Pakete setroubleshoot und setroubleshoot-server installiert haben und die Daemons ‚‘'setroubleshootd'‚‘ und ‚‘'auditd'‚‘ laufen, wird eine Warnung angezeigt, wenn der Zugriff von SELinux verweigert wird: | |||
[[Image:Bild1.png|top]] | [[Image:Bild1.png|top]] | ||
Ein Klick auf ‚‘'Anzeigen'‚‘ zeigt eine detaillierte Analyse der Gründe für die Zugriffsverweigerung durch SELinux sowie eine mögliche Lösung zur Gewährung des Zugriffs an. Wenn Sie das X Window System nicht verwenden, ist es weniger offensichtlich, wenn der Zugriff durch SELinux verweigert wird. Beispielsweise können Benutzer, die Ihre Website besuchen, eine Fehlermeldung ähnlich der folgenden erhalten: | |||
Zugriff verweigert | |||
Sie haben keine Berechtigung, auf ‚'Dateiname‘' auf diesem Server zuzugreifen | |||
In solchen Situationen sollten Sie, sofern DAC-Regeln (Standard-Linux-Berechtigungen) den Zugriff erlauben, die Dateien ‚‘'/var/log/messages'‚‘ und ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘ auf Fehlermeldungen wie ‚‘'„SELinux is preventing“‚‘' bzw. ‚‘'„denied“‚‘' überprüfen. Dies können Sie tun, indem Sie als Root-Benutzer die folgenden Befehle ausführen: | |||
sudo | |||
sudo | sudo grep „SELinux is preventing“ /var/log/messages | ||
sudo grep „denied“ /var/log/audit/audit.log | |||
== | == Die drei häufigsten Ursachen für Probleme == | ||
In den folgenden Abschnitten werden die drei häufigsten Ursachen für Probleme beschrieben: Probleme mit der Labeling, die Konfiguration von Booleans und Ports für Dienste sowie sich weiterentwickelnde SELinux-Regeln. | |||
=== Labeling | === Probleme mit der Labeling === | ||
Auf Systemen, auf denen SELinux läuft, werden alle Prozesse und Dateien mit einem Label versehen, das sicherheitsrelevante Informationen enthält. Diese Informationen werden als SELinux-Kontext bezeichnet. Wenn diese Labels falsch sind, kann der Zugriff verweigert werden. Eine falsch gekennzeichnete Anwendung kann dazu führen, dass ihrem Prozess ein falsches Label zugewiesen wird. Dies kann dazu führen, dass SELinux den Zugriff verweigert und der Prozess falsch gekennzeichnete Dateien erstellt. | |||
Eine häufige Ursache für Probleme mit der Kennzeichnung ist die Verwendung eines nicht standardmäßigen Verzeichnisses für einen Dienst. Anstatt beispielsweise ‚‘'/var/www/html/‚‘' für eine Website zu verwenden, möchte ein Administrator ' | |||
‚‘/srv/myweb/‚‘ verwenden. Unter Red Hat Enterprise Linux ist das Verzeichnis ‚‘'/srv'‚‘ mit dem Typ ‚‘'var_t'‚‘ gekennzeichnet. In ‚‘'/srv'‚‘ erstellte Dateien und Verzeichnisse erben diesen Typ. Außerdem können neu erstellte Objekte in Verzeichnissen der obersten Ebene (wie z. B. ‚‘'/myserver'‚‘) mit dem Typ ‚‘'default_t'‚‘ gekennzeichnet sein. SELinux verhindert, dass der Apache-HTTP-Server (‚‘'httpd'‚‘) auf beide dieser Typen zugreifen kann. Um den Zugriff zu ermöglichen, muss SELinux wissen, dass die Dateien in ‚‘'/srv/myweb/‚‘' für ‚‘'httpd'‚‘ zugänglich sein sollen: | |||
sudo semanage fcontext -a -t httpd_sys_content_t „/srv/myweb(/.*)?“ | |||
Dieser ‚‘'semanage'‚‘ Befehl fügt den Kontext für das Verzeichnis ‚‘'/srv/myweb/‚‘' (und alle darunter liegenden Dateien und Verzeichnisse) zur SELinux-Dateikontextkonfiguration hinzu[8]. Das Dienstprogramm ‚‘'semanage'‚‘ ändert den Kontext nicht. Führen Sie als root das Dienstprogramm ‚‘'restorecon'‚‘ aus, um die Änderungen zu übernehmen: | |||
sudo | sudo restorecon -R -v /srv/myweb | ||
Weitere Informationen zum Hinzufügen von Kontexten zur Dateikontextskonfiguration finden Sie im Abschnitt „[[Persistente Änderungen: semanage fcontext]]“. | |||
==== | ==== Was ist der richtige Kontext? ==== | ||
Das Dienstprogramm ‚‘'matchpathcon'‚‘ überprüft den Kontext eines Dateipfads und vergleicht ihn mit der Standard-Label für diesen Pfad. Das folgende Beispiel zeigt die Verwendung von ‚‘'matchpathcon'‚‘ für ein Verzeichnis, das falsch gelabelte Dateien enthält: | |||
matchpathcon -V /var/www/html/* | matchpathcon -V /var/www/html/* | ||
/var/www/html/index.html | |||
/var/www/html/page1.html | /var/www/html/index.html hat den Kontext unconfined_u:object_r:user_home_t:s0, sollte system_u:object_r:httpd_sys_content_t:s0 sein | ||
/ var/www/html/page1.html hat den Kontext unconfined_u:object_r:user_home_t:s0, sollte system_u:object_r:httpd_sys_content_t:s0 sein | |||
In | In diesem Beispiel sind die Dateien ‚‘'index.html'‚‘ und ‚‘'page1.html'‚‘ mit dem Typ ‚‘'user_home_t'‚‘ gekennzeichnet. Dieser Typ wird für Dateien in Benutzer-Home-Verzeichnissen verwendet. Die Verwendung des Befehls ‚‘'mv'‚‘ zum Verschieben von Dateien aus Ihrem Home-Verzeichnis kann dazu führen, dass Dateien mit dem Typ ‚‘'user_home_t'‚‘ gekennzeichnet werden. Dieser Typ sollte außerhalb von Home-Verzeichnissen nicht vorkommen. Verwenden Sie das Dienstprogramm ‚‘'restorecon'‚‘, um solche Dateien wieder auf ihren korrekten Typ zurückzusetzen: | ||
sudo | sudo restorecon -v /var/www/html/ index.html | ||
restorecon reset /var/www/html/index.html context unconfined_u:object_r:user_home_t:s0->system_u:object_r:httpd_sys_content_t:s0 | restorecon reset /var/www/html/index.html context unconfined_u:object_r:user_home_t:s0->system_u:object_r:httpd_sys_content_t:s0 | ||
Um den Kontext für alle Dateien in einem Verzeichnis wiederherzustellen, verwenden Sie die Option ‚‘'-R'‚‘ | |||
sudo | |||
sudo restorecon -R -v /var/www/html/ | |||
restorecon reset /var/www/html/page1.html context unconfined_u:object_r:samba_share_t:s0->system_u:object_r:httpd_sys_content_t:s0 | restorecon reset /var/www/html/page1.html context unconfined_u:object_r:samba_share_t:s0->system_u:object_r:httpd_sys_content_t:s0 | ||
restorecon reset /var/www/html/index.html context unconfined_u:object_r:samba_share_t:s0->system_u:object_r:httpd_sys_content_t:s0 | restorecon reset /var/www/html/ | ||
index.html context unconfined_u:object_r:samba_share_t:s0->system_u:object_r:httpd_sys_content_t:s0 | |||
Siehe Abschnitt „[[Überprüfen des Standard-SELinux-Kontexts] ]“ für ein detaillierteres Beispiel zu ‚‘'matchpathcon'‚‘. | |||
=== | === Wie werden eingeschränkte Dienste ausgeführt? === | ||
Dienste können auf verschiedene Arten ausgeführt werden. Um dies zu berücksichtigen, müssen Sie angeben, wie Sie Ihre Dienste ausführen. Dies kann durch Boolesche Werte erreicht werden, die es ermöglichen, Teile der SELinux-Richtlinie zur Laufzeit zu ändern, ohne Kenntnisse im Schreiben von SELinux-Richtlinien zu benötigen. Dies ermöglicht Änderungen, wie z. B. das Zulassen des Zugriffs von Diensten auf NFS-Volumes, ohne die SELinux-Richtlinie neu laden oder neu kompilieren zu müssen. Auch das Ausführen von Diensten auf nicht standardmäßigen Portnummern erfordert eine Aktualisierung der Richtlinienkonfiguration mithilfe des Befehls ‚‘'semanage'‚‘. | |||
Um beispielsweise dem Apache-HTTP-Server die Kommunikation mit MariaDB zu ermöglichen, aktivieren Sie den Booleschen Wert ‚‘'httpd_can_network_connect_db'‚‘ : | |||
sudo | sudo setsebool -P httpd_can_network_connect_db on | ||
Wenn der Zugriff für einen bestimmten Dienst verweigert wird, verwenden Sie die Dienstprogramme ‚‘'getsebool'‚‘ und ‚‘'grep'‚‘, um zu prüfen, ob Booleane verfügbar sind, die den Zugriff ermöglichen. | |||
Verwenden Sie beispielsweise den Befehl ‚‘'getsebool -a | grep ftp'‚‘, um nach FTP-bezogenen Booleanen zu suchen: | |||
getsebool -a | grep ftp | getsebool -a | grep ftp | ||
ftpd_anon_write --> off | ftpd_anon_write --> off | ||
ftpd_full_access --> off | |||
ftpd_full_access --> off | |||
ftpd_use_cifs --> off | ftpd_use_cifs --> off | ||
ftpd_use_nfs --> off | ftpd_use_nfs --> off | ||
| Zeile 84: | Zeile 91: | ||
tftp_anon_write --> off | tftp_anon_write --> off | ||
Um eine Liste der Booleans und deren Status (aktiv oder inaktiv) anzuzeigen, führen Sie den Befehl ‚‘'getsebool -a'‚‘ aus. Um eine Liste der Booleschen Werte, eine Erklärung zu deren Bedeutung sowie Angaben dazu zu erhalten, ob sie aktiviert oder deaktiviert sind, führen Sie als Root den Befehl ‚‘'semanage boolean -l'‚‘ aus. Informationen zum Auflisten und Konfigurieren von Booleschen Werten finden Sie in Abschnitt 4.6, „Boolesche Werte“. | |||
=== | === Portnummern === | ||
Je nach Richtlinienkonfiguration dürfen Dienste möglicherweise nur auf bestimmten Portnummern ausgeführt werden. Der Versuch, den Port zu ändern, auf dem ein Dienst läuft, ohne die Richtlinie zu ändern, kann dazu führen, dass der Dienst nicht gestartet werden kann. Führen Sie beispielsweise als Root den Befehl ‚‘'semanage port -l | grep http'‚‘ aus, um ‚‘'http'''bezogene Ports aufzulisten: | |||
sudo | sudo semanage port -l | grep http | ||
http_cache_port_t | http_cache_port_t tcp 3128, 8080, 8118 | ||
http_cache_port_t | http_cache_port_t udp 3130 | ||
http_port_t | http_port_t tcp 80, 443, 488, 8008, 8009, 8443 | ||
pegasus_http_port_t | pegasus_http_port_t tcp 5988 | ||
pegasus_https_port_t | pegasus_https_port_t tcp 5989 | ||
Der Porttyp ‚‘'http_port_t'‚‘ definiert die Ports, auf denen der Apache-HTTP-Server lauschen kann; in diesem Fall sind dies die TCP-Ports 80, 443, 488, 8008, 8009 und 8443. Wenn ein Administrator die Datei ‚‘'httpd.conf'‚‘ so konfiguriert, dass ‚‘'httpd'‚‘ auf Port 9876 | |||
sudo | |||
Job | (‚‘'Listen 9876'‚‘), die Richtlinie jedoch nicht entsprechend aktualisiert wird, schlägt der folgende Befehl fehl: | ||
sudo systemctl start httpd.service | |||
Der Job für httpd.service ist fehlgeschlagen. Siehe ‚systemctl status httpd.service‘ und ‚journalctl -xn‘ für Details. | |||
sudo | sudo systemctl status httpd.service | ||
httpd.service - | httpd.service – Der Apache-HTTP-Server | ||
Geladen: geladen (/usr/lib/systemd/system/httpd.service; deaktiviert) | |||
Aktiv: fehlgeschlagen (Ergebnis: Exit-Code) seit Do 15.08.2013 09:57:05 MESZ; vor 59 s | |||
Prozess: 16874 ExecStop=/usr/sbin/httpd $OPTIONS -k graceful-stop (code=exited, status=0/SUCCESS) | |||
Prozess: 16870 ExecStart=/usr/sbin/httpd $OPTIONS -DFOREGROUND (code=exited, status=1/FAILURE) | |||
Eine SELinux-Ablehnungsmeldung ähnlich der folgenden wird in ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘ protokolliert: | |||
type=AVC msg=audit(1225948455.061:294): avc: | type=AVC msg=audit(1225948455.061:294): avc: denied { name_bind } for pid=4997 comm="httpd" src=9876 scontext=unconfined_u:system_r:httpd_t:s0 tcontext=system_u:object_r:port_t:s0 tclass=tcp_socket | ||
Um ‚‘'httpd'‚‘ zu erlauben, auf einem Port zu lauschen, der nicht für den Porttyp ‚‘'http_port_t'‚‘ aufgeführt ist, geben Sie den Befehl ‚‘'semanage port'‚‘ ein, um einen Port zur Richtlinienkonfiguration hinzuzufügen[9]: | |||
sudo | sudo semanage port -a -t http_port_t -p tcp 9876 | ||
Die Option ‚‘'-a'‚‘ fügt einen neuen Eintrag hinzu; die Option ‚‘'-t'‚‘ definiert einen Typ; und die Option ‚‘'-p'‚‘ definiert ein Protokoll. Das letzte Argument ist die hinzuzufügende Portnummer. | |||
=== | === Sich weiterentwickelnde Regeln und fehlerhafte Anwendungen === | ||
Anwendungen können fehlerhaft sein, was dazu führt, dass SELinux den Zugriff verweigert. Außerdem entwickeln sich die SELinux-Regeln weiter – SELinux hat möglicherweise noch nie eine Anwendung gesehen, die auf eine bestimmte Weise läuft, was dazu führen kann, dass der Zugriff verweigert wird, obwohl die Anwendung wie erwartet funktioniert. Wenn beispielsweise eine neue Version von PostgreSQL veröffentlicht wird, führt diese möglicherweise Aktionen aus, die die aktuelle Richtlinie noch nicht kennt, was dazu führt, dass der Zugriff verweigert wird, obwohl er eigentlich erlaubt sein sollte. | |||
Verwenden Sie in solchen Situationen nach einer Zugriffsverweigerung das Dienstprogramm ‚‘'audit2allow'‚‘, um ein benutzerdefiniertes Richtlinienmodul zu erstellen, das den Zugriff erlaubt. Informationen zur Verwendung von ‚‘'audit2allow'‚‘ finden Sie in Abschnitt 11.3.8, „Zugriff zulassen: audit2allow“. | |||
== | == Probleme beheben == | ||
Die folgenden Abschnitte helfen bei der Fehlerbehebung. Sie behandeln: die Überprüfung von Linux-Berechtigungen, die vor den SELinux-Regeln geprüft werden; mögliche Ursachen dafür, dass SELinux den Zugriff verweigert, aber keine Verweigerungen protokolliert werden; Handbuchseiten für Dienste, die Informationen zu Labeling und Booleschen Werten enthalten; permissive Domänen, um einem einzelnen Prozess statt dem gesamten System permissives Verhalten zu ermöglichen; das Suchen und Anzeigen von Verweigerungsmeldungen; das Analysieren von Verweigerungen; sowie das Erstellen benutzerdefinierter Policy-Module mit ‚‘'audit2allow'‚‘. | |||
=== Linux | === Linux-Berechtigungen === | ||
Wenn der Zugriff verweigert wird, überprüfen Sie die Standard-Linux-Berechtigungen. Wie in Kapitel 1, ‚'Einführung‘', erwähnt, verwenden die meisten Betriebssysteme ein Discretionary Access Control (DAC)-System zur Zugriffskontrolle, das es Benutzern ermöglicht, die Berechtigungen für Dateien zu steuern, deren Eigentümer sie sind. SELinux-Richtlinienregeln werden nach den DAC-Regeln überprüft. SELinux-Richtlinienregeln werden nicht angewendet, wenn DAC-Regeln den Zugriff bereits verweigert haben. | |||
Wenn der Zugriff verweigert wird und keine SELinux-Verweigerungen protokolliert werden, verwenden Sie den folgenden Befehl, um die Standard-Linux-Berechtigungen anzuzeigen: | |||
ls -l /var/www/html/index.html | ls -l /var/www/html/index.html | ||
-rw-r----- 1 root root 0 2009-05-07 11:06 index.html | -rw-r----- 1 root root 0 2009-05-07 11:06 index.html | ||
In | In diesem Beispiel gehört die Datei ‚‘'index.html'‚‘ dem Root-Benutzer und der Root-Gruppe. Der Root-Benutzer verfügt über Lese- und Schreibrechte (‚‘'-rw'‚‘), und Mitglieder der Root-Gruppe haben Leserechte (‚‘'-r-‚‘'). Alle anderen haben keinen Zugriff (‚‘'---‚‘'). Standardmäßig erlauben solche Berechtigungen ‚‘'httpd'‚‘ nicht, diese Datei zu lesen. Um dieses Problem zu beheben, verwenden Sie den Befehl ‚‘'chown'‚‘, um den Eigentümer und die Gruppe zu ändern. Dieser Befehl muss als root ausgeführt werden: | ||
sudo | sudo chown apache:apache /var/www/html/index.html | ||
Dies setzt die Standardkonfiguration voraus, in der ‚‘'httpd'‚‘ als Linux-Apache-Benutzer läuft. Wenn Sie ‚‘'httpd'‚‘ mit einem anderen Benutzer ausführen, ersetzen Sie ‚‘'apache:apache'‚‘ durch diesen Benutzer. | |||
Informationen zur Verwaltung von Linux-Berechtigungen finden Sie im Entwurf „Permissions“ des Fedora Documentation Project. | |||
=== | === Mögliche Ursachen für stille Zugriffsverweigerungen === | ||
In | In bestimmten Situationen werden AVC-Verweigerungsmeldungen möglicherweise nicht protokolliert, wenn SELinux den Zugriff verweigert. Anwendungen und Systembibliotheksfunktionen versuchen oft, mehr Zugriff zu erlangen, als für die Ausführung ihrer Aufgaben erforderlich ist. Um das Prinzip der geringsten Privilegien zu wahren, ohne die Audit-Protokolle mit AVC-Verweigerungen für harmlose Anwendungsversuche zu überfluten, kann die Richtlinie AVC-Verweigerungen unterdrücken, ohne die Berechtigung zu erteilen, indem sie „dontaudit“-Regeln verwendet. Diese Regeln sind in Standardrichtlinien üblich. Der Nachteil von „dontaudit“ ist, dass, obwohl SELinux den Zugriff verweigert, keine Verweigerungsmeldungen protokolliert werden, was die Fehlerbehebung erschwert. | ||
Um „dontaudit“-Regeln vorübergehend zu deaktivieren, sodass alle Verweigerungen protokolliert werden, geben Sie als Root den folgenden Befehl ein: | |||
sudo | sudo semodule -DB | ||
Die Option ‚‘'-D'‚‘ deaktiviert die „dontaudit“-Regeln; die Option ‚‘'-B'‚‘ erstellt die Richtlinie neu. Versuchen Sie nach dem Ausführen von ‚‘'semodule -DB'‚‘ die Anwendung auszuführen, bei der zuvor Berechtigungsprobleme auftraten, und prüfen Sie, ob SELinux-Ablehnungen – die für die Anwendung relevant sind – nun protokolliert werden. Seien Sie vorsichtig bei der Entscheidung, welche Verweigerungen zugelassen werden sollen, da einige ignoriert und durch dontaudit-Regeln behandelt werden sollten. Wenn Sie Zweifel haben oder Rat suchen, wenden Sie sich an andere SELinux-Benutzer und -Entwickler in einer SELinux-Mailingliste, wie z. B. fedora-selinux-list. | |||
Um die Richtlinie neu zu erstellen und ‚‘'dontaudit'‚‘ -Regeln zu aktivieren, geben Sie als Root den folgenden Befehl ein: | |||
sudo | sudo semodule -B | ||
Dadurch wird die Richtlinie in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Für eine vollständige Liste der dontaudit-Regeln führen Sie den Befehl ‚‘'sesearch --dontaudit'‚‘ aus. Grenzen Sie die Suche mit der Option ‚‘'-s ‚'domain‘''‚‘ und dem Befehl ‚‘'grep'‚‘ ein. Zum Beispiel: | |||
sesearch --dontaudit -s smbd_t | grep squid | |||
sesearch --dontaudit -s smbd_t | grep squid | |||
dontaudit smbd_t squid_port_t : tcp_socket name_bind ; | dontaudit smbd_t squid_port_t : tcp_socket name_bind ; | ||
dontaudit smbd_t squid_port_t : udp_socket name_bind ; | dontaudit smbd_t squid_port_t : udp_socket name_bind ; | ||
Siehe Abschnitt „[[Raw Audit Messages]]“ und Abschnitt „[ [sealert-Meldungen]]“ für Informationen zur Analyse von Zugriffsverweigerungen. | |||
=== | === Handbuchseiten für Dienste === | ||
Handbuchseiten für Dienste enthalten wertvolle Informationen, beispielsweise welchen Dateityp in einer bestimmten Situation zu verwenden ist, sowie boolesche Werte zur Änderung der Zugriffsrechte eines Dienstes (wie z. B. ‚‘'httpd'‚‘ beim Zugriff auf NFS-Volumes). Diese Informationen können in der Standard-Handbuchseite oder in der Handbuchseite enthalten sein, die mit dem Dienstprogramm ‚‘'sepolicy manpage'‚‘ automatisch aus der SELinux-Richtlinie für jede Dienstdomäne generiert werden kann. Solche Handbuchseiten sind im Format ‚‘''‚Dienstname‘'_selinux'‚‘ benannt. Solche Handbuchseiten werden auch mit dem Paket selinux-policy-doc ausgeliefert. | |||
Beispielsweise enthält die Manpage httpd_selinux(8) Informationen darüber, welcher Dateityp in einer bestimmten Situation zu verwenden ist, sowie über Booleane, die Skripte, die Freigabe von Dateien, den Zugriff auf Verzeichnisse innerhalb von Benutzer-Home-Verzeichnissen usw. ermöglichen. Weitere Manpages mit SELinux-Informationen für Dienste sind unter anderem: | |||
* Samba: | * Samba: Die Manpage samba_selinux(8) beschreibt beispielsweise, dass die Aktivierung des Booleschen Werts ‚‘'samba_enable_home_dirs'‚‘ es Samba ermöglicht, Benutzer-Home-Verzeichnisse freizugeben. | ||
* NFS: | * NFS: Die Manpage nfsd_selinux(8) beschreibt die SELinux-nfsd-Richtlinie, die es Benutzern ermöglicht, ihre nfsd-Prozesse so sicher wie möglich einzurichten. | ||
Die Informationen in den Handbuchseiten helfen Ihnen dabei, die richtigen Dateitypen und Booleans zu konfigurieren, um zu verhindern, dass SELinux den Zugriff verweigert. | |||
Weitere Informationen zur ‚‘'sepolicy-Handbuchseite'‚‘ finden Sie im Abschnitt „[[Generieren von Handbuchseiten]]: ‚‘'sepolicy-Handbuchseite'‚‘”. | |||
=== Permissive | === Permissive Domänen === | ||
Wenn SELinux im permissiven Modus läuft, verweigert SELinux keinen Zugriff, aber Verweigerungen werden für Aktionen protokolliert, die im Durchsetzungsmodus verweigert worden wären. Früher war es nicht möglich, eine einzelne Domäne permissiv zu machen (denken Sie daran: Prozesse laufen in Domänen). In bestimmten Situationen führte dies dazu, dass das gesamte System zur Fehlerbehebung permissiv gemacht wurde. | |||
Permissive | Permissive Domains ermöglichen es einem Administrator, einen einzelnen Prozess (eine Domain) so zu konfigurieren, dass er permissiv läuft, anstatt das gesamte System permissiv zu machen. SELinux-Prüfungen werden für permissive Domains weiterhin durchgeführt; der Kernel gewährt jedoch Zugriff und meldet eine AVC-Verweigerung für Situationen, in denen SELinux den Zugriff verweigert hätte. | ||
Permissive | Permissive Domänen haben folgende Verwendungszwecke: | ||
* | * Sie können verwendet werden, um einen einzelnen Prozess (eine Domäne) permissiv laufen zu lassen, um ein Problem zu beheben, ohne das gesamte System durch die Umstellung auf den permissiven Modus zu gefährden. | ||
* | * Sie ermöglichen es einem Administrator, Richtlinien für neue Anwendungen zu erstellen. Früher wurde empfohlen, eine minimale Richtlinie zu erstellen, | ||
und anschließend den gesamten Rechner in den permissiven Modus zu versetzen, damit die Anwendung ausgeführt werden konnte, SELinux-Verweigerungen jedoch weiterhin protokolliert wurden. Das Tool ‚‘'audit2allow'‚‘ konnte dann zur Erstellung der Richtlinie herangezogen werden. Dies stellte das gesamte System einem Risiko aus. Mit permissiven Domänen kann nur die Domäne in der neuen Richtlinie als permissiv markiert werden, ohne das gesamte System einem Risiko auszusetzen. | |||
==== | ==== Eine Domäne permissiv machen ==== | ||
Um eine Domäne permissiv zu machen, führen Sie den Befehl ‚‘'semanage permissive -a ‚'domain‘''‚‘ aus, wobei ‚'domain‘' die Domäne ist, die Sie permissiv machen möchten. Geben Sie beispielsweise als Root den folgenden Befehl ein, um die Domäne ‚‘'httpd_t'‚‘ (die Domäne, in der der Apache-HTTP-Server läuft) permissiv zu machen: | |||
sudo | |||
sudo semanage permissive -a httpd_t | |||
Um eine Liste der Domänen anzuzeigen, die Sie als permissiv markiert haben, führen Sie als Root den Befehl ‚‘'semodule -l | grep permissive'‚‘ aus. Beispiel: | |||
sudo | sudo semodule -l | grep permissive | ||
permissive_httpd_t | permissive_httpd_t (null) | ||
permissivedomains | permissivedomains (null) | ||
Wenn Sie eine Domäne nicht mehr als permissiv festlegen möchten, führen Sie den Befehl ‚‘'semanage permissive -d ‚'domain‘''‚‘ als Root aus. Zum Beispiel: | |||
sudo | sudo semanage permissive -d httpd_t | ||
==== | ==== Deaktivieren von permissiven Domänen ==== | ||
Das Modul ‚‘'permissivedomains.pp'‚‘ enthält alle Deklarationen für permissive Domänen, die auf dem System vorhanden sind. Um alle permissiven Domänen zu deaktivieren, geben Sie als Root den folgenden Befehl ein: | |||
sudo | sudo semodule -d permissivedomains | ||
'' | ‚‘'Hinweis'‚‘ | ||
Sobald ein Richtlinienmodul über den Befehl ‚‘'semodule -d'‚‘ deaktiviert wurde, wird es nicht mehr in der Ausgabe des Befehls ‚‘'semodule -l'‚‘ angezeigt. Um alle Richtlinienmodule einschließlich der deaktivierten anzuzeigen, geben Sie als Root den folgenden Befehl ein: | |||
sudo | sudo semodule --list-modules=full | ||
==== | ==== Ablehnungen für permissive Domänen ==== | ||
Die ‚‘'SYSCALL'‚‘ -Meldung unterscheidet sich bei permissiven Domänen. Im Folgenden finden Sie ein Beispiel für eine AVC-Ablehnung (und den zugehörigen Systemaufruf) vom Apache-HTTP-Server: | |||
type=AVC msg=audit(1226882736.442:86): avc: | type=AVC msg=audit(1226882736.442:86): avc: denied { getattr } for pid=2427 comm= „httpd“ path="/var/www/html/file1" dev=dm-0 ino=284133 scontext=unconfined_u:system_r:httpd_t:s0 tcontext=unconfined_u:object_r:samba_share_t:s0 tclass=file | ||
type=SYSCALL msg=audit(1226882736.442:86): arch=40000003 syscall=196 success=no exit=-13 a0=b9a1e198 a1=bfc2921c a2=54dff4 a3=2008171 items=0 ppid=2425 pid=2427 auid=502 uid=48 gid= | type=SYSCALL msg=audit (1226882736. 442:86): arch=40000003 syscall=196 success=no exit=-13 a0=b9a1e198 a1=bfc2921c a2=54dff4 a3=2008171 items=0 ppid=2425 pid=2427 auid=502 uid=48 gid=4 | ||
8 euid=48 suid=48 fsuid=48 egid=48 sgid=48 fsgid=48 tty=(none) ses=4 comm="httpd" exe="/usr/sbin/httpd" subj=unconfined_u:system_r:httpd_t:s0 key=(null) | |||
Standardmäßig ist die Domäne ‚‘'httpd_t'‚‘ nicht permissiv, weshalb die Aktion verweigert wird und die ‚‘'SYSCALL'‚‘ -Meldung ‚‘'success=no'‚‘ enthält. Das Folgende ist ein Beispiel für eine AVC-Verweigerung in derselben Situation, mit dem Unterschied, dass der Befehl ‚‘'semanage permissive -a httpd_t'‚‘ ausgeführt wurde, um die Domäne ‚‘'httpd_t'‚‘ permissiv zu machen: | |||
type=AVC msg=audit(1226882925.714:136): avc: | type=AVC msg=audit(1226882925.714:136): avc: denied { read } for pid=2512 comm="httpd" name="file1" dev=dm-0 ino=284133 scontext=unconfined_u:system_r:httpd_t:s0 tcontext=unconfined_u: object_r:samba_share_t:s0 tclass=file | ||
type=SYSCALL msg=audit(1226882925.714:136): arch=40000003 syscall=5 success=yes exit=11 a0=b962a1e8 a1=8000 a2=0 a3=8000 items=0 ppid=2511 pid=2512 auid=502 uid=48 gid=48 euid=48 suid=48 fsuid=48 egid=48 sgid=48 fsgid=48 tty=(none) ses=4 comm="httpd" exe="/usr/sbin/httpd" subj=unconfined_u:system_r:httpd_t:s0 key=(null) | type=SYSCALL msg=audit(1226882925.714:136): arch=40000003 syscall=5 success=yes exit=11 a0=b962a1e8 a1=8000 a2=0 a3=8000 items=0 ppid=2511 pid=2512 auid=502 uid=48 gid=48 euid=48 suid=48 fsuid=48 egid =48 sgid=48 fsgid=48 tty=(none) ses=4 comm="httpd" exe="/usr/sbin/httpd" subj=unconfined_u:system_r:httpd_t:s0 key=(null) | ||
In | In diesem Fall wurde zwar eine AVC-Ablehnung protokolliert, der Zugriff wurde jedoch nicht verweigert, wie durch ‚‘'success=yes'‚‘ in der ‚‘'SYSCALL'‚‘ -Meldung angezeigt wird. | ||
Weitere Informationen zu permissiven Domänen finden Sie in Dan Walshs Blogeintrag „Permissive Domains“. | |||
=== | === Suchen und Anzeigen von Verweigerungen === | ||
Dieser Abschnitt setzt voraus, dass die Pakete setroubleshoot, setroubleshoot-server, dbus und audit installiert sind und dass die Daemons ‚‘'auditd'‚‘, ‚‘'rsyslogd'‚‘ und ‚‘'setroubleshootd'‚‘ laufen. Informationen zum Starten dieser Daemons finden Sie im Abschnitt „ [[Welche Protokolldatei wird verwendet]]“ für Informationen zum Starten dieser Daemons. Es stehen eine Reihe von Dienstprogrammen zum Suchen und Anzeigen von SELinux-AVC-Meldungen zur Verfügung, wie beispielsweise ‚‘'ausearch'‚‘, ‚‘'aureport'‚‘ und ‚‘'sealert'‚‘ . | |||
=== ausearch === | === ausearch === | ||
Das audit-Paket enthält das Dienstprogramm ‚‘'ausearch'‚‘, mit dem die Protokolle des ‚‘'audit'‚‘-Daemons nach Ereignissen anhand verschiedener Suchkriterien durchsucht werden können.[10] Das Dienstprogramm ‚‘'ausearch'‚‘ greift auf ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘ zu und muss daher als Root-Benutzer ausgeführt werden: | |||
{| | {| | ||
|- | |- | ||
! | | ! | Suche nach | ||
! | | ! | Befehl | ||
|- | |- | ||
|| | || alle Verweigerungen | ||
|| | || ‚‘'ausearch -m avc,user_avc,selinux_err,user_selinux_err'‚‘ | ||
|- | |- | ||
|| | || Verweigerungen für den heutigen Tag | ||
|| | || ‚‘'ausearch -m avc -ts today'‚‘ | ||
|- | |- | ||
|| | || Verweigerungen der letzten 10 Minuten | ||
|| | || ‚‘'ausearch -m avc -ts recent'‚‘ | ||
|- | |- | ||
|} | |} | ||
Um nach SELinux-AVC-Meldungen für einen bestimmten Dienst zu suchen, verwenden Sie die Option ‚‘'-c ‚'comm-name‘''‚‘, wobei ‚'comm-name‘' der Name der ausführbaren Datei ist, zum Beispiel ‚‘'httpd'‚‘ für den Apache-HTTP-Server und ‚‘'smbd'‚‘ für Samba: | |||
sudo | |||
sudo | sudo ausearch -m avc -c httpd | ||
sudo ausearch -m avc -c smbd | |||
Bei jedem ‚‘'ausearch'‚‘ Befehl wird empfohlen, entweder die Option ‚‘'--interpret'‚‘ (‚‘'-i'‚‘) für bessere Lesbarkeit oder die Option ‚‘'--raw'‚‘ (‚‘'-r'‚‘) für die Skriptverarbeitung zu verwenden. Weitere Optionen für ‚‘'ausearch'‚‘ finden Sie in der Handbuchseite ausearch(8). | |||
=== aureport === | === aureport === | ||
Das Audit-Paket enthält das Dienstprogramm ‚‘'aureport'‚‘, das zusammenfassende Berichte der Audit-Systemprotokolle erstellt. [11] Das Dienstprogramm ‚‘'aureport'‚‘ greift auf ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘ zu und muss daher als Root-Benutzer ausgeführt werden. Um eine Liste der SELinux-Ablehnungsmeldungen und deren Häufigkeit anzuzeigen, führen Sie den Befehl ‚‘'aureport -a'‚‘ aus. Nachfolgend finden Sie eine Beispielausgabe, die zwei Ablehnungen enthält: | |||
sudo | sudo aureport -a | ||
AVC-Bericht | |||
====================================== | |||
# Datum Uhrzeit Befehl Subjekt Systemaufruf Klasse Berechtigung Objekt Ereignis | |||
====================================== | ====================================== | ||
1. 01.05.2009 21:41:39 httpd unconfined_u:system_r: httpd_t:s0 195 file getattr system_u:object_r:samba_share_t:s0 denied 2 | |||
2. 03.05.2009 22:00:25 vsftpd unconfined_u: system_r:ftpd_t:s0 5 file read unconfined_u:object_r:cifs_t:s0 denied 4 | |||
1. 05 | |||
2. 05 | |||
=== sealert === | === sealert === | ||
Das Paket setroubleshoot-server stellt das Dienstprogramm ‚‘'sealert'‚‘ bereit, das die von setroubleshoot-server übersetzten Ablehnungsmeldungen ausliest.[12] Ablehnungen werden IDs zugewiesen, wie in ‚‘'/var/log/messages'‚‘ zu sehen ist. Das Folgende ist ein Beispiel für eine Ablehnung aus ‚‘'messages'‚‘: | |||
setroubleshoot: SELinux | setroubleshoot: SELinux verhindert den Zugriff von /usr/sbin/httpd auf name_bind über den tcp_socket. Für vollständige SELinux-Meldungen führen Sie sealert -l 8c123656-5dda-4e5d | ||
-8791-9e3bd03786b7 | |||
In | In diesem Beispiel lautet die Ablehnungs-ID ‚‘'8c123656-5dda-4e5d-8791-9e3bd03786b7'‚‘. Die Option ‚‘'-l'‚‘ nimmt eine ID als Argument entgegen. Die Ausführung des Befehls ‚‘'sealert -l 8c123656-5dda-4e5d-8791-9e3bd03786b7'‚‘ liefert eine detaillierte Analyse, warum SELinux den Zugriff verweigert hat, sowie eine mögliche Lösung, um den Zugriff zu ermöglichen. | ||
Wenn Sie das X Window System verwenden, die Pakete setroubleshoot und setroubleshoot-server installiert haben und die Daemons ‚‘'setroubleshootd'‚‘, ‚‘'dbus'‚‘ und ‚‘'auditd'‚‘ laufen, wird eine Warnung angezeigt, wenn der Zugriff von SELinux verweigert wird: | |||
[[Image:Bild2.png|top|alt= | [[Image:Bild2.png|top|alt=„Eine AVC-Ablehnungsmeldung“]] | ||
Ein Klick auf ‚‘'Anzeigen'‚‘ startet die ‚‘'sealert'‚‘ GUI, mit der Sie das Problem beheben können: | |||
[[Image:Bild3.png|top]] | [[Image:Bild3.png|top]] | ||
Alternativ können Sie den Befehl ‚‘'sealert -b'‚‘ ausführen, um die ‚‘'sealert'‚‘ GUI zu starten. Um eine detaillierte Analyse aller Verweigerungsmeldungen anzuzeigen, führen Sie den Befehl ‚‘'sealert -l \*‚‘' aus. | |||
=== | === Rohdaten der Audit-Meldungen === | ||
Rohdaten der Audit-Meldungen werden in ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘ protokolliert. Im Folgenden finden Sie ein Beispiel für eine AVC-Ablehnungsmeldung (und den zugehörigen Systemaufruf), die auftrat, als der Apache-HTTP-Server (der in der Domäne ‚‘'httpd_t'‚‘ läuft) versuchte, auf die Datei ‚‘'/var/www/html/file1'‚‘ (mit dem Typ ‚‘'samba_share_t'‚‘ gekennzeichnet): | |||
type=AVC msg=audit(1226874073.147:96): avc: | type=AVC msg=audit(1226874073.147:96): avc: denied { getattr } for pid=2465 comm="httpd" path="/var/www/html/file1" dev=dm -0 ino=284133 scontext=unconfined_u:system_r:httpd_t:s0 tcontext=unconfined_u:object_r:samba_share_t:s0 tclass=file | ||
type=SYSCALL msg=audit(1226874073.147:96): arch=40000003 syscall=196 success=no exit=-13 a0=b98df198 a1=bfec85dc a2=54dff4 a3=2008171 items=0 ppid=2463 pid=2465 auid=502 uid=48 gid=48 euid=48 suid= | type=SYSCALL msg=audit(1226874073.147:96): arch=40000003 syscall=196 success=no exit=-13 a0=b98df198 a1=bfec85dc a2=54dff4 a3=2008171 items=0 ppid=2463 pid=2465 auid=502 uid=48 gid=48 euid=48 suid=4 8 fsuid=48 egid=48 sgid=48 fsgid=48 tty=(none) ses=6 comm="httpd" exe="/usr/sbin/httpd" subj=unconfined_u:system_r:httpd_t:s0 key=(null) | ||
<div style="margin-left:0cm;"> | <div style="margin-left:0cm;">‚‘{ getattr }‚‘ | ||
<div style="margin-left:1cm;"> | <div style="margin-left:1cm;">Der Eintrag in den geschweiften Klammern gibt die verweigerte Berechtigung an. Der Eintrag ‚‘'getattr'‚‘ zeigt an, dass der Quellprozess versucht hat, die Statusinformationen der Zieldatei zu lesen. Dies geschieht vor dem Lesen von Dateien. Diese Aktion wird verweigert, da die Datei, auf die zugegriffen wird, ein falsches Label hat. Häufig vorkommende Berechtigungen sind ‚‘'getattr'‚‘, ‚‘'read'‚‘ und ‚‘'write'‚‘. | ||
<div style="margin-left:0cm;">comm= | <div style="margin-left:0cm;">comm=„‚'httpd‘'“ | ||
<div style="margin-left:1cm;"> | <div style="margin-left:1cm;">Die ausführbare Datei, die den Prozess gestartet hat. Der vollständige Pfad der ausführbaren Datei findet sich im Abschnitt ‚‘'exe=‚‘' der Systemaufruf-Meldung (‚‘'SYSCALL'‚‘), der in diesem Fall ‚‘'exe=„/usr/sbin/httpd“‚‘' lautet. | ||
<div style="margin-left:0cm; | <div style="margin-left:0cm; | ||
„>path=“‚‘/var/www/html/file1''" | |||
<div style="margin-left:1cm;"> | <div style="margin-left:1cm;">Der Pfad zu dem Objekt (Ziel), auf das der Prozess zuzugreifen versuchte. | ||
<div style="margin-left:0cm;">scontext= | <div style="margin-left:0cm;" | ||
>scontext=„‚'unconfined_u:system_r:httpd_t:s0‘'“ | |||
<div style="margin-left:1cm;"> | <div style="margin-left:1cm;">Der SELinux-Kontext des Prozesses, der die abgelehnte Aktion versucht hat. In diesem Fall ist es der SELinux-Kontext des Apache-HTTP-Servers, der in der Domäne ‚‘'httpd_t'‚‘ läuft. | ||
<div style="margin-left:0cm;">tcontext= | <div style="margin-left:0cm;">tcontext=„‚'unconfined_u:object_r:samba_share_t:s0‘'“ | ||
<div style="margin-left:1cm;"> | <div style="margin-left:1cm;">Der SELinux-Kontext des Objekts (Ziels), auf das der Prozess zugreifen wollte. In diesem Fall ist es der SELinux-Kontext von ‚‘'file1'‚‘. Beachten Sie, dass der Typ ‚‘' | ||
samba_share_t'‚‘ für Prozesse, die in der ‚‘'httpd_t'‚‘ Domäne laufen, nicht zugänglich ist. | |||
<div style="margin-left:1cm;">In | <div style="margin-left:1cm;">In bestimmten Situationen kann der ‚‘'tcontext'‚‘ mit dem ‚‘'scontext'‚‘ übereinstimmen, beispielsweise wenn ein Prozess versucht, einen Systemdienst auszuführen, der Eigenschaften des laufenden Prozesses, wie beispielsweise die Benutzer-ID, ändert. Außerdem kann der ‚‘'tcontext'‚‘ mit dem ‚‘' scontext'‚‘ übereinstimmen, wenn ein Prozess versucht, mehr Ressourcen (wie z. B. Speicher) zu nutzen, als die normalen Grenzen zulassen, was zu einer Sicherheitsprüfung führt, um festzustellen, ob dieser Prozess diese Grenzen überschreiten darf. | ||
Aus der Systemaufruf-Meldung (‚‘'SYSCALL'‚‘) sind zwei Punkte von Interesse: * ‚‘'success=‚'no‘''‚‘: gibt an, ob die Verweigerung (AVC) durchgesetzt wurde oder nicht. | |||
* | |||
‚‘'success=no'‚‘ bedeutet, dass der Systemaufruf nicht erfolgreich war (SELinux hat den Zugriff verweigert). ‚‘'success=yes'‚‘ bedeutet, dass der Systemaufruf erfolgreich war. Dies ist bei permissiven Domänen oder unconfined Domänen zu beobachten, wie beispielsweise ‚‘'unconfined_service_t'‚‘ und ‚‘'kernel_t'‚‘. | |||
* ‚‘'exe=„‚‘/usr/sbin/httpd''“ ‚‘': der vollständige Pfad zu der ausführbaren Datei, die den Prozess gestartet hat; in diesem Fall ist dies ‚‘'exe=„/usr/sbin/httpd“‚‘'. | |||
Ein falscher Dateityp ist eine häufige Ursache dafür, dass SELinux den Zugriff verweigert. Um mit der Fehlerbehebung zu beginnen, vergleichen Sie den Quellkontext (‚‘'scontext'‚‘) mit dem Zielkontext (‚‘'tcontext'‚‘ ). Sollte der Prozess (‚‘'scontext'‚‘) auf ein solches Objekt (‚‘'tcontext'‚‘) zugreifen? Beispielsweise sollte der Apache-HTTP-Server (‚‘'httpd_t'‚‘) nur auf Typen zugreifen, die in der Handbuchseite httpd_selinux(8) angegeben sind, wie ‚‘'httpd_sys_content_t'‚‘, ‚‘' public_content_t'‚ usw., sofern nicht anders konfiguriert. | |||
=== sealert | === sealert-Meldungen === | ||
Verweigerungen werden IDs zugewiesen, wie in ‘''/var/log/messages'' . Das Folgende ist ein Beispiel für eine AVC-Verweigerung (protokolliert in ‚‘'messages'‚‘), die auftrat, als der Apache-HTTP-Server (der in der Domäne ‚‘'httpd_t'‚‘ läuft) versuchte, auf die Datei ‚‘'/var/www/html/file1'‚‘ (mit dem Typ ‚‘'samba_share_t'‚‘ gekennzeichnet) zuzugreifen: | |||
' | ‚'hostname‘' setroubleshoot: SELinux verhindert, dass httpd (httpd_t) „getattr“ auf /var/www/html/file1 (samba_share_t) ausführt. Für vollständige SELinux-Meldungen führen Sie sealert -l 32eee32b-21ca-4846-a22f-0ba050206786 aus | ||
Führen Sie wie vorgeschlagen den Befehl ‚‘'sealert -l 32eee32b-21ca-4846-a22f-0ba050206786'‚‘ aus, um die vollständige Meldung anzuzeigen. Dieser Befehl funktioniert nur auf dem lokalen Rechner und zeigt dieselben Informationen an wie die ‚‘'sealert'‚‘ GUI: | |||
sealert -l 32eee32b-21ca-4846-a22f-0ba050206786 | sealert -l 32eee32b-21ca-4846-a22f-0ba050206786 | ||
SELinux | SELinux verhindert, dass httpd mit getattr auf die Datei /var/www/html/file1 zugreift. | ||
***** Das Plugin restorecon (92,2 % Zuverlässigkeit) schlägt vor ************************ | |||
Wenn Sie das Label korrigieren möchten. | |||
Das Standard-Label für /var/www/html/file1 sollte httpd_sys_content_t lauten. | |||
Dann können Sie restorecon ausführen. | |||
/var/www/html/file1 | Führen Sie | ||
sudo /sbin/restorecon -v /var/www/html/file1 | sudo /sbin/restorecon -v /var/www/html/file1 | ||
***** | |||
***** Das Plugin public_content (Vertrauenswürdigkeit 7,83) schlägt vor ******************** | |||
Wenn Sie file1 als öffentlichen Inhalt behandeln möchten | |||
Dann müssen Sie die Label von file1 in public_content_t oder public_content_rw_t ändern. | |||
Führen Sie Folgendes aus | |||
sudo semanage fcontext -a -t public_content_t | sudo semanage fcontext -a -t public_content_t ‚/var/www/html/file1‘ | ||
sudo restorecon -v | |||
***** Plugin catchall (1 | sudo restorecon -v ‚/var/www/html/file1‘ | ||
***** Das Plugin catchall (Vertrauenswürdigkeit 1,41) schlägt vor ************************** | |||
Wenn Sie der Meinung sind, dass httpd standardmäßig getattr-Zugriff auf die Datei file1 erhalten sollte. | |||
* | * Dann sollten Sie dies als Fehler melden. | ||
* | * Sie können ein lokales Richtlinienmodul erstellen, um diesen Zugriff zuzulassen. | ||
Erlauben | |||
Sie diesen Zugriff vorerst durch Ausführung von: | |||
sudo ausearch -c | sudo ausearch -c ‚httpd‘ --raw | audit2allow -M my-httpd | ||
sudo semodule -i my-httpd.pp | sudo semodule -i my-httpd.pp | ||
Zusätzliche Informationen: | |||
Quellkontext system_u:system_r:httpd_t:s0 | |||
Zielkontext unconfined_u:object_r:samba_share_t:s0 | |||
Zielobjekte /var/www/html/file1 [ Datei ] | |||
Quelle httpd | |||
Port | Quellpfad httpd | ||
Host | Port <Unbekannt> | ||
Host hostname.redhat.com | |||
Quell-RPM-Pakete | |||
Ziel-RPM-Pakete | |||
Selinux | Richtlinien-RPM selinux-policy-3.13.1-166.el7.noarch | ||
Selinux aktiviert True | |||
Richtlinientyp targeted | |||
Durchsetzungsmodus Enforcing | |||
3.10.0-693.el7.x86_64 #1 SMP | Hostname hostname.redhat.com | ||
Plattform Linux hostname.redhat.com | |||
3.10.0-693.el7.x86_64 #1 SMP Do, 6. Juli 19:56:57 | |||
EDT 2017 x86_64 x86_64 | EDT 2017 x86_64 x86_64 | ||
Anzahl der Warnmeldungen 2 | |||
Erstmals gesehen 20.07.2017 02:52:11 EDT | |||
Zuletzt gesehen 20.07.2017 02:52:11 EDT | |||
Lokale ID 32eee32b-21ca-4846-a22f-0ba050206786 | |||
type=AVC msg=audit(1500533531.140:295): avc: | Rohdaten der Audit-Meldungen | ||
type=AVC msg=audit(1500533531.140:295): avc: abgelehnt { getattr } für pid=24934 comm="httpd" path="/var/www/html/file1" dev="vda1" ino=31457414 scontext=system_u:system_r:httpd_t:s0 tcontext=unconfined_u:object_r:samba_share_t:s0 tclass=file | |||
Hash: httpd,httpd_t,samba_share_t,file,getattr | |||
<div style="margin-left: | <div style="margin-left:0cm;">Zusammenfassung | ||
<div style="margin-left: | <div style="margin-left:1cm;">Eine kurze Zusammenfassung der abgelehnten Aktion. Dies entspricht der Ablehnung in ‚‘'/var/log/messages'‚‘. In diesem Beispiel wurde dem Prozess ‚‘'httpd'‚‘ der Zugriff auf eine Datei (‚‘'file1'‚‘) verweigert, die mit dem Typ ‚‘'samba_share_t'‚‘ gekennzeichnet ist. | ||
<div style="margin-left:0cm;">Detaillierte Beschreibung | |||
<div style="margin-left:1cm;"> | <div style="margin-left:1cm;">Eine ausführlichere Beschreibung. In diesem Beispiel ist ‚‘'file1'‚‘ mit dem Typ ‚‘'samba_share_t'‚‘ gekennzeichnet. Dieser Typ wird für Dateien und Verzeichnisse verwendet, die Sie über Samba exportieren möchten. Die Beschreibung schlägt vor, den Typ in einen Typ zu ändern, auf den der Apache-HTTP-Server und Samba zugreifen können, falls ein solcher Zugriff erforderlich ist. | ||
<div style="margin-left:0cm;"> | <div style="margin-left:0cm;">Zugriff gewähren | ||
<div style="margin-left:1cm;"> | <div style="margin-left:1cm;">Ein Vorschlag, wie der Zugriff gewährt werden kann. Dies kann das Umbenennen von Dateien, das Aktivieren eines booleschen Werts oder das Erstellen eines lokalen Richtlinienmoduls sein. In diesem Fall lautet der Vorschlag, die Datei mit einem Typ zu kennzeichnen, auf den sowohl der Apache-HTTP-Server als auch Samba zugreifen können. | ||
<div style="margin-left:0cm;"> | <div style="margin-left:0cm;">Befehl zur Behebung des Problems | ||
<div style="margin-left:1cm;"> | <div style="margin-left:1cm;">Ein vorgeschlagener Befehl, um den Zugriff zu gewähren und die Zugriffsverweigerung zu beheben. In diesem Beispiel wird der Befehl angegeben, den Typ von ‚‘'file1'‚‘ in ‚‘'public_content_t'‚‘ zu ändern, der sowohl für den Apache-HTTP-Server als auch für Samba zugänglich ist. | ||
<div style="margin-left:0cm;"> | <div style="margin-left:0cm;">Zusätzliche Informationen | ||
<div style="margin-left:1cm;"> | <div style="margin-left:1cm;">Informationen, die in Fehlerberichten nützlich sind, wie z. B. der Name und die Version des Richtlinienpakets (‚‘'selinux-policy-3.13.1-166.el7.noarch'‚‘), die jedoch möglicherweise nicht zur Klärung der Ursache für die Zugriffsverweigerung beitragen. | ||
<div style="margin-left:0cm;"> | <div style="margin-left:0cm;" >Rohdaten der Audit-Meldungen | ||
<div style="margin-left:1cm;"> | <div style="margin-left:1cm;">Die Rohdaten der Audit-Meldungen aus ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘, die mit der Verweigerung in Verbindung stehen. Informationen zu den einzelnen Elementen der AVC-Verweigerung finden Sie in Abschnitt 11.3.6, „Rohdaten der Audit-Meldungen“. | ||
=== | === Zugriff zulassen: audit2allow === | ||
'' | ‚‘'Warnung'‚‘ | ||
Verwenden Sie das Beispiel in diesem Abschnitt nicht in der Produktion. Es dient lediglich zur Veranschaulichung der Verwendung des Dienstprogramms ‚‘'audit2allow'‚‘. | |||
Das Dienstprogramm ‚‘'audit2allow'‚‘ sammelt Informationen aus den Protokollen abgelehnter Vorgänge und generiert daraus SELinux-Policy-Zulassungsregeln.[13] Nachdem Sie die Ablehnungsmeldungen gemäß Abschnitt 11.3.7, „sealert-Meldungen“, analysiert haben und sofern keine Label-Änderungen oder Boolesche Werte den Zugriff erlaubt haben, verwenden Sie ‚‘'audit2allow'‚‘, um ein lokales Policy-Modul zu erstellen. Wenn der Zugriff von SELinux verweigert wird, generiert die Ausführung von ‚‘'audit2allow'‚‘ Type-Enforcement-Regeln, die den zuvor verweigerten Zugriff erlauben. | |||
Sie sollten ‚‘'audit2allow'‚‘ nicht als erste Option zum Erstellen eines lokalen Richtlinienmoduls verwenden, wenn Sie eine SELinux-Ablehnung feststellen. Die Fehlerbehebung sollte mit einer Überprüfung beginnen, ob ein Labeling-Problem vorliegt. Der zweithäufigste Fall ist, dass Sie eine Prozesskonfiguration geändert und vergessen haben, SELinux darüber zu informieren. Weitere Informationen finden Sie im Whitepaper „Die vier Hauptursachen für SELinux-Fehler“. | |||
Das folgende Beispiel zeigt die Verwendung von ‚‘'audit2allow'‚‘ zum Erstellen eines Policy-Moduls: # Eine Verweigerungsmeldung und der zugehörige Systemaufruf werden in der Datei ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘ protokolliert: | |||
type=AVC msg=audit(1226270358.848:238): avc: | type=AVC msg=audit(1226270358. | ||
848:238): avc: denied { write } for pid=13349 comm="certwatch" name="cache" dev=dm-0 ino=218171 scontext=system_u:system_r:certwatch_t:s0 tcontext=system_u:object_r:var_t:s0 tclass=dir | |||
type=SYSCALL msg=audit(1226270358.848:238): arch=40000003 syscall=39 success=no exit=-13 a0=39a2bf a1=3ff a2=3a0354 a3=94703c8 items=0 ppid=13344 pid=13349 auid=4294967295 uid=0 gid=0 euid=0 suid=0 fsuid=0 egid=0 sgid=0 fsgid=0 tty=(none) ses=4294967295 comm="certwatch" exe="/usr/bin/certwatch" subj=system_u:system_r:certwatch_t:s0 key=(null) | type=SYSCALL msg=audit(1226270358.848:238): arch=40000003 syscall=39 success=no exit=-13 a0=39a2bf a1=3ff a2=3a0354 a3=94703c8 items=0 ppid=13344 pid=13349 auid=4294967295 uid=0 gid=0 euid=0 suid= 0 fsuid=0 egid=0 sgid=0 fsgid=0 tty=(none) ses=4294967295 comm="certwatch" exe="/usr/bin/certwatch" subj=system_u: system_r:certwatch_t:s0 key=(null) | ||
In | In diesem Beispiel wurde ‚‘'certwatch'‚‘ der Schreibzugriff auf ein Verzeichnis verweigert, das mit dem Typ ‚‘'var_t'‚‘ gekennzeichnet ist. Analysieren Sie die Ablehnungsmeldung gemäß Abschnitt 11.3.7, „sealert-Meldungen“. Wenn keine Label-Änderungen vorgenommen wurden oder Booleane den Zugriff erlaubt haben, verwenden Sie ‚‘'audit2allow'‚‘, um ein lokales Richtlinienmodul zu erstellen. | ||
# | # Geben Sie den folgenden Befehl ein, um eine für Menschen lesbare Beschreibung zu erstellen, warum der Zugriff verweigert wurde. Das Dienstprogramm ‚‘'audit2allow'‚‘ liest die Datei ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘ und muss daher als Root-Benutzer ausgeführt werden: | ||
sudo audit2allow -w -a | sudo audit2allow -w -a | ||
type=AVC msg=audit(1226270358.848:238): avc: | type=AVC msg=audit(1226270358.848:238): avc: verweigert { schreiben } für pid=13349 comm="certwatch" name="cache" dev=dm-0 ino=218171 scontext=system_u:system_r:certwatch_t:s0 tcontext=system_u:object_r:var_t:s0 tclass=dir | ||
Ursache: | |||
Fehlende Type Enforcement (TE)-Zulassungsregel. | |||
Sie können audit2allow verwenden, um ein ladbares Modul zu generieren, das diesen Zugriff erlaubt. | |||
Die Befehlszeilenoption ‚‘'-a'‚‘ bewirkt, dass alle Audit-Protokolle gelesen werden. Die Option ‚‘'-w'‚‘ erzeugt eine für Menschen lesbare Beschreibung. Wie gezeigt, wurde der Zugriff aufgrund einer fehlenden Type Enforcement-Regel verweigert. | |||
# | # Geben Sie den folgenden Befehl ein, um die Type Enforcement-Regel anzuzeigen, die den verweigerten Zugriff erlaubt: | ||
sudo audit2allow -a | sudo audit2allow -a | ||
| Zeile 408: | Zeile 435: | ||
allow certwatch_t var_t:dir write; | allow certwatch_t var_t:dir write; | ||
; | ; Wichtig | ||
: | : Fehlende Type Enforcement-Regeln werden in der Regel durch Fehler in der SELinux-Richtlinie verursacht und sollten in Red Hat Bugzilla gemeldet werden. Erstellen Sie für das Produkt ‚‘'Red | ||
# | |||
Hat Enterprise Linux'‚‘ und wählen Sie die Komponente ‚‘'selinux-policy'‚‘ aus. Fügen Sie die Ausgabe der Befehle ‚‘'audit2allow -w -a'‚‘ und ‚‘'audit2allow -a'‚‘ in solche Fehlerberichte ein. | |||
# Um die von ‚‘'audit2allow -a'‚‘' angezeigte Regel zu verwenden, geben Sie als Root den folgenden Befehl ein, um ein benutzerdefiniertes Modul zu erstellen. Die Option ‚‘'-M'‚‘ erstellt eine Type-Enforcement-Datei (‚‘'.te'‚‘) mit dem durch ‚‘'-M'‚‘ angegebenen Namen in Ihrem aktuellen Arbeitsverzeichnis: | |||
sudo audit2allow -a -M mycertwatch | sudo audit2allow -a -M mycertwatch | ||
******************** | ******************** WICHTIG ********** ************* | ||
Um dieses Richtlinienpaket zu aktivieren, führen Sie Folgendes aus: | |||
semodule -i mycertwatch.pp | semodule -i mycertwatch.pp | ||
# | # Außerdem kompiliert ‚‘'audit2allow'‚‘ die Type Enforcement-Regel in ein Richtlinienpaket (‚‘'.pp'‚‘): | ||
mycertwatch.pp | sudo ls | ||
mycertwatch.pp mycertwatch.te | |||
sudo semodule -i | Um das Modul zu installieren, geben Sie als Root den folgenden Befehl ein: | ||
sudo semodule -i ‚'mycertwatch.pp‘' | |||
; | ; Wichtig | ||
: | : Mit ‚‘'audit2allow'‚‘ erstellte Module gewähren möglicherweise mehr Zugriff als erforderlich. Es wird empfohlen, mit ‚‘'audit2allow'‚‘ erstellte Richtlinien zur Überprüfung an die Upstream-SELinux-Liste zu senden. Wenn Sie glauben, dass die Richtlinie einen Fehler enthält, melden Sie diesen bitte in Red Hat Bugzilla. | ||
Wenn Sie mehrere Ablehnungsmeldungen von verschiedenen Prozessen erhalten, aber nur eine benutzerdefinierte Richtlinie für einen einzelnen Prozess erstellen möchten, verwenden Sie das Dienstprogramm ‚‘'grep'‚‘, um die Eingabe für ‚‘'audit2allow'‚‘ einzugrenzen. Das folgende Beispiel zeigt, wie man mit ‚‘'grep'‚‘ nur Ablehnungsmeldungen im Zusammenhang mit ‚‘'certwatch'‚‘ an ‚‘'audit2allow'‚‘ sendet: | |||
sudo | sudo grep certwatch /var/log/audit/audit.log | audit2allow -R -M mycertwatch2 | ||
******************** | ******************** WICHTIG ***************** ****** | ||
Um dieses Richtlinienpaket zu aktivieren, führen Sie Folgendes aus: | |||
semodule -i mycertwatch2.pp | semodule -i mycertwatch2.pp | ||
[8] | [8] Dateien in ‚‘'/etc/selinux/targeted/contexts/files/‚‘' definieren Kontexte für Dateien und Verzeichnisse. Dateien in diesem Verzeichnis werden von den Dienstprogrammen ‚‘'restorecon'‚‘ und ‚‘'setfiles'‚‘ gelesen, um Dateien und Verzeichnisse in ihre Standardkontexte zurückzusetzen. | ||
[9] | [9] Der Befehl ‚‘'semanage port -a'‚‘ fügt einen Eintrag zur Datei ‚‘'/etc/selinux/targeted/modules/active/ports.local'‚‘ hinzu. Beachten Sie, dass diese Datei standardmäßig nur von root eingesehen werden kann. | ||
[10] | [10] Weitere Informationen zu ‚‘'ausearch'‚‘ finden Sie in der Manpage von ausearch(8). | ||
[11] | [11] Weitere Informationen zu ‚‘'aureport'‚‘ finden Sie in der Manpage zu aureport(8). | ||
[12] | [12] Weitere Informationen zu ‚‘'sealert'‚‘ finden Sie in der Manpage zu sealert(8). | ||
[13] | [13] Weitere Informationen zu ‚‘'audit2allow'‚‘ finden Sie in der Manpage zu audit2allow(1). | ||
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Version vom 25. März 2026, 13:23 Uhr
‚‘'SELinux/DOC/11 Fehlerbehebung'‚‘
Beschreibung
- Fehlerbehebung
Das folgende Kapitel beschreibt, was passiert, wenn SELinux den Zugriff verweigert; die drei häufigsten Ursachen für Probleme; wo Informationen zur korrekten Kennzeichnung zu finden sind; die Analyse von SELinux-Verweigerungen; sowie das Erstellen benutzerdefinierter Policy-Module mit ‚‘'audit2allow'‚‘.
Was passiert, wenn der Zugriff verweigert wird
SELinux-Entscheidungen, wie das Zulassen oder Verweigern von Zugriff, werden zwischengespeichert. Dieser Cache wird als Access Vector Cache (AVC) bezeichnet. Wenn SELinux den Zugriff verweigert, werden Verweigerungsmeldungen protokolliert. Diese Verweigerungen werden auch als „AVC-Verweigerungen“ bezeichnet und je nach den laufenden Daemons an unterschiedlichen Orten protokolliert:
| Daemon | Protokollort |
|---|---|
| auditd aktiv | ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘ |
| auditd aus; rsyslogd ein | ‚‘'/var/log/messages'‚‘ |
| setroubleshootd, rsyslogd und auditd ein | ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘. Besser lesbare Verweigerungsmeldungen werden ebenfalls an ‚‘'/var/log/messages'‚‘ gesendet |
Wenn Sie das X Window System ausführen, die Pakete setroubleshoot und setroubleshoot-server installiert haben und die Daemons ‚‘'setroubleshootd'‚‘ und ‚‘'auditd'‚‘ laufen, wird eine Warnung angezeigt, wenn der Zugriff von SELinux verweigert wird: Datei:Bild1.png
Ein Klick auf ‚‘'Anzeigen'‚‘ zeigt eine detaillierte Analyse der Gründe für die Zugriffsverweigerung durch SELinux sowie eine mögliche Lösung zur Gewährung des Zugriffs an. Wenn Sie das X Window System nicht verwenden, ist es weniger offensichtlich, wenn der Zugriff durch SELinux verweigert wird. Beispielsweise können Benutzer, die Ihre Website besuchen, eine Fehlermeldung ähnlich der folgenden erhalten: Zugriff verweigert
Sie haben keine Berechtigung, auf ‚'Dateiname‘' auf diesem Server zuzugreifen
In solchen Situationen sollten Sie, sofern DAC-Regeln (Standard-Linux-Berechtigungen) den Zugriff erlauben, die Dateien ‚‘'/var/log/messages'‚‘ und ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘ auf Fehlermeldungen wie ‚‘'„SELinux is preventing“‚‘' bzw. ‚‘'„denied“‚‘' überprüfen. Dies können Sie tun, indem Sie als Root-Benutzer die folgenden Befehle ausführen:
sudo grep „SELinux is preventing“ /var/log/messages
sudo grep „denied“ /var/log/audit/audit.log
Die drei häufigsten Ursachen für Probleme
In den folgenden Abschnitten werden die drei häufigsten Ursachen für Probleme beschrieben: Probleme mit der Labeling, die Konfiguration von Booleans und Ports für Dienste sowie sich weiterentwickelnde SELinux-Regeln.
Probleme mit der Labeling
Auf Systemen, auf denen SELinux läuft, werden alle Prozesse und Dateien mit einem Label versehen, das sicherheitsrelevante Informationen enthält. Diese Informationen werden als SELinux-Kontext bezeichnet. Wenn diese Labels falsch sind, kann der Zugriff verweigert werden. Eine falsch gekennzeichnete Anwendung kann dazu führen, dass ihrem Prozess ein falsches Label zugewiesen wird. Dies kann dazu führen, dass SELinux den Zugriff verweigert und der Prozess falsch gekennzeichnete Dateien erstellt.
Eine häufige Ursache für Probleme mit der Kennzeichnung ist die Verwendung eines nicht standardmäßigen Verzeichnisses für einen Dienst. Anstatt beispielsweise ‚‘'/var/www/html/‚‘' für eine Website zu verwenden, möchte ein Administrator '
‚‘/srv/myweb/‚‘ verwenden. Unter Red Hat Enterprise Linux ist das Verzeichnis ‚‘'/srv'‚‘ mit dem Typ ‚‘'var_t'‚‘ gekennzeichnet. In ‚‘'/srv'‚‘ erstellte Dateien und Verzeichnisse erben diesen Typ. Außerdem können neu erstellte Objekte in Verzeichnissen der obersten Ebene (wie z. B. ‚‘'/myserver'‚‘) mit dem Typ ‚‘'default_t'‚‘ gekennzeichnet sein. SELinux verhindert, dass der Apache-HTTP-Server (‚‘'httpd'‚‘) auf beide dieser Typen zugreifen kann. Um den Zugriff zu ermöglichen, muss SELinux wissen, dass die Dateien in ‚‘'/srv/myweb/‚‘' für ‚‘'httpd'‚‘ zugänglich sein sollen:
sudo semanage fcontext -a -t httpd_sys_content_t „/srv/myweb(/.*)?“
Dieser ‚‘'semanage'‚‘ Befehl fügt den Kontext für das Verzeichnis ‚‘'/srv/myweb/‚‘' (und alle darunter liegenden Dateien und Verzeichnisse) zur SELinux-Dateikontextkonfiguration hinzu[8]. Das Dienstprogramm ‚‘'semanage'‚‘ ändert den Kontext nicht. Führen Sie als root das Dienstprogramm ‚‘'restorecon'‚‘ aus, um die Änderungen zu übernehmen:
sudo restorecon -R -v /srv/myweb
Weitere Informationen zum Hinzufügen von Kontexten zur Dateikontextskonfiguration finden Sie im Abschnitt „Persistente Änderungen: semanage fcontext“.
Was ist der richtige Kontext?
Das Dienstprogramm ‚‘'matchpathcon'‚‘ überprüft den Kontext eines Dateipfads und vergleicht ihn mit der Standard-Label für diesen Pfad. Das folgende Beispiel zeigt die Verwendung von ‚‘'matchpathcon'‚‘ für ein Verzeichnis, das falsch gelabelte Dateien enthält:
matchpathcon -V /var/www/html/*
/var/www/html/index.html hat den Kontext unconfined_u:object_r:user_home_t:s0, sollte system_u:object_r:httpd_sys_content_t:s0 sein
/ var/www/html/page1.html hat den Kontext unconfined_u:object_r:user_home_t:s0, sollte system_u:object_r:httpd_sys_content_t:s0 sein
In diesem Beispiel sind die Dateien ‚‘'index.html'‚‘ und ‚‘'page1.html'‚‘ mit dem Typ ‚‘'user_home_t'‚‘ gekennzeichnet. Dieser Typ wird für Dateien in Benutzer-Home-Verzeichnissen verwendet. Die Verwendung des Befehls ‚‘'mv'‚‘ zum Verschieben von Dateien aus Ihrem Home-Verzeichnis kann dazu führen, dass Dateien mit dem Typ ‚‘'user_home_t'‚‘ gekennzeichnet werden. Dieser Typ sollte außerhalb von Home-Verzeichnissen nicht vorkommen. Verwenden Sie das Dienstprogramm ‚‘'restorecon'‚‘, um solche Dateien wieder auf ihren korrekten Typ zurückzusetzen:
sudo restorecon -v /var/www/html/ index.html restorecon reset /var/www/html/index.html context unconfined_u:object_r:user_home_t:s0->system_u:object_r:httpd_sys_content_t:s0
Um den Kontext für alle Dateien in einem Verzeichnis wiederherzustellen, verwenden Sie die Option ‚‘'-R'‚‘
sudo restorecon -R -v /var/www/html/
restorecon reset /var/www/html/page1.html context unconfined_u:object_r:samba_share_t:s0->system_u:object_r:httpd_sys_content_t:s0 restorecon reset /var/www/html/
index.html context unconfined_u:object_r:samba_share_t:s0->system_u:object_r:httpd_sys_content_t:s0
Siehe Abschnitt „[[Überprüfen des Standard-SELinux-Kontexts] ]“ für ein detaillierteres Beispiel zu ‚‘'matchpathcon'‚‘.
Wie werden eingeschränkte Dienste ausgeführt?
Dienste können auf verschiedene Arten ausgeführt werden. Um dies zu berücksichtigen, müssen Sie angeben, wie Sie Ihre Dienste ausführen. Dies kann durch Boolesche Werte erreicht werden, die es ermöglichen, Teile der SELinux-Richtlinie zur Laufzeit zu ändern, ohne Kenntnisse im Schreiben von SELinux-Richtlinien zu benötigen. Dies ermöglicht Änderungen, wie z. B. das Zulassen des Zugriffs von Diensten auf NFS-Volumes, ohne die SELinux-Richtlinie neu laden oder neu kompilieren zu müssen. Auch das Ausführen von Diensten auf nicht standardmäßigen Portnummern erfordert eine Aktualisierung der Richtlinienkonfiguration mithilfe des Befehls ‚‘'semanage'‚‘.
Um beispielsweise dem Apache-HTTP-Server die Kommunikation mit MariaDB zu ermöglichen, aktivieren Sie den Booleschen Wert ‚‘'httpd_can_network_connect_db'‚‘ :
sudo setsebool -P httpd_can_network_connect_db on
Wenn der Zugriff für einen bestimmten Dienst verweigert wird, verwenden Sie die Dienstprogramme ‚‘'getsebool'‚‘ und ‚‘'grep'‚‘, um zu prüfen, ob Booleane verfügbar sind, die den Zugriff ermöglichen.
Verwenden Sie beispielsweise den Befehl ‚‘'getsebool -a | grep ftp'‚‘, um nach FTP-bezogenen Booleanen zu suchen:
getsebool -a | grep ftp ftpd_anon_write --> off
ftpd_full_access --> off
ftpd_use_cifs --> off ftpd_use_nfs --> off ftpd_connect_db --> off httpd_enable_ftp_server --> off tftp_anon_write --> off
Um eine Liste der Booleans und deren Status (aktiv oder inaktiv) anzuzeigen, führen Sie den Befehl ‚‘'getsebool -a'‚‘ aus. Um eine Liste der Booleschen Werte, eine Erklärung zu deren Bedeutung sowie Angaben dazu zu erhalten, ob sie aktiviert oder deaktiviert sind, führen Sie als Root den Befehl ‚‘'semanage boolean -l'‚‘ aus. Informationen zum Auflisten und Konfigurieren von Booleschen Werten finden Sie in Abschnitt 4.6, „Boolesche Werte“.
Portnummern
Je nach Richtlinienkonfiguration dürfen Dienste möglicherweise nur auf bestimmten Portnummern ausgeführt werden. Der Versuch, den Port zu ändern, auf dem ein Dienst läuft, ohne die Richtlinie zu ändern, kann dazu führen, dass der Dienst nicht gestartet werden kann. Führen Sie beispielsweise als Root den Befehl ‚‘'semanage port -l | grep http'‚‘ aus, um ‚‘'httpbezogene Ports aufzulisten:
sudo semanage port -l | grep http http_cache_port_t tcp 3128, 8080, 8118 http_cache_port_t udp 3130 http_port_t tcp 80, 443, 488, 8008, 8009, 8443 pegasus_http_port_t tcp 5988 pegasus_https_port_t tcp 5989
Der Porttyp ‚‘'http_port_t'‚‘ definiert die Ports, auf denen der Apache-HTTP-Server lauschen kann; in diesem Fall sind dies die TCP-Ports 80, 443, 488, 8008, 8009 und 8443. Wenn ein Administrator die Datei ‚‘'httpd.conf'‚‘ so konfiguriert, dass ‚‘'httpd'‚‘ auf Port 9876
(‚‘'Listen 9876'‚‘), die Richtlinie jedoch nicht entsprechend aktualisiert wird, schlägt der folgende Befehl fehl:
sudo systemctl start httpd.service Der Job für httpd.service ist fehlgeschlagen. Siehe ‚systemctl status httpd.service‘ und ‚journalctl -xn‘ für Details.
sudo systemctl status httpd.service httpd.service – Der Apache-HTTP-Server Geladen: geladen (/usr/lib/systemd/system/httpd.service; deaktiviert) Aktiv: fehlgeschlagen (Ergebnis: Exit-Code) seit Do 15.08.2013 09:57:05 MESZ; vor 59 s Prozess: 16874 ExecStop=/usr/sbin/httpd $OPTIONS -k graceful-stop (code=exited, status=0/SUCCESS) Prozess: 16870 ExecStart=/usr/sbin/httpd $OPTIONS -DFOREGROUND (code=exited, status=1/FAILURE)
Eine SELinux-Ablehnungsmeldung ähnlich der folgenden wird in ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘ protokolliert:
type=AVC msg=audit(1225948455.061:294): avc: denied { name_bind } for pid=4997 comm="httpd" src=9876 scontext=unconfined_u:system_r:httpd_t:s0 tcontext=system_u:object_r:port_t:s0 tclass=tcp_socket
Um ‚‘'httpd'‚‘ zu erlauben, auf einem Port zu lauschen, der nicht für den Porttyp ‚‘'http_port_t'‚‘ aufgeführt ist, geben Sie den Befehl ‚‘'semanage port'‚‘ ein, um einen Port zur Richtlinienkonfiguration hinzuzufügen[9]:
sudo semanage port -a -t http_port_t -p tcp 9876
Die Option ‚‘'-a'‚‘ fügt einen neuen Eintrag hinzu; die Option ‚‘'-t'‚‘ definiert einen Typ; und die Option ‚‘'-p'‚‘ definiert ein Protokoll. Das letzte Argument ist die hinzuzufügende Portnummer.
Sich weiterentwickelnde Regeln und fehlerhafte Anwendungen
Anwendungen können fehlerhaft sein, was dazu führt, dass SELinux den Zugriff verweigert. Außerdem entwickeln sich die SELinux-Regeln weiter – SELinux hat möglicherweise noch nie eine Anwendung gesehen, die auf eine bestimmte Weise läuft, was dazu führen kann, dass der Zugriff verweigert wird, obwohl die Anwendung wie erwartet funktioniert. Wenn beispielsweise eine neue Version von PostgreSQL veröffentlicht wird, führt diese möglicherweise Aktionen aus, die die aktuelle Richtlinie noch nicht kennt, was dazu führt, dass der Zugriff verweigert wird, obwohl er eigentlich erlaubt sein sollte.
Verwenden Sie in solchen Situationen nach einer Zugriffsverweigerung das Dienstprogramm ‚‘'audit2allow'‚‘, um ein benutzerdefiniertes Richtlinienmodul zu erstellen, das den Zugriff erlaubt. Informationen zur Verwendung von ‚‘'audit2allow'‚‘ finden Sie in Abschnitt 11.3.8, „Zugriff zulassen: audit2allow“.
Probleme beheben
Die folgenden Abschnitte helfen bei der Fehlerbehebung. Sie behandeln: die Überprüfung von Linux-Berechtigungen, die vor den SELinux-Regeln geprüft werden; mögliche Ursachen dafür, dass SELinux den Zugriff verweigert, aber keine Verweigerungen protokolliert werden; Handbuchseiten für Dienste, die Informationen zu Labeling und Booleschen Werten enthalten; permissive Domänen, um einem einzelnen Prozess statt dem gesamten System permissives Verhalten zu ermöglichen; das Suchen und Anzeigen von Verweigerungsmeldungen; das Analysieren von Verweigerungen; sowie das Erstellen benutzerdefinierter Policy-Module mit ‚‘'audit2allow'‚‘.
Linux-Berechtigungen
Wenn der Zugriff verweigert wird, überprüfen Sie die Standard-Linux-Berechtigungen. Wie in Kapitel 1, ‚'Einführung‘', erwähnt, verwenden die meisten Betriebssysteme ein Discretionary Access Control (DAC)-System zur Zugriffskontrolle, das es Benutzern ermöglicht, die Berechtigungen für Dateien zu steuern, deren Eigentümer sie sind. SELinux-Richtlinienregeln werden nach den DAC-Regeln überprüft. SELinux-Richtlinienregeln werden nicht angewendet, wenn DAC-Regeln den Zugriff bereits verweigert haben.
Wenn der Zugriff verweigert wird und keine SELinux-Verweigerungen protokolliert werden, verwenden Sie den folgenden Befehl, um die Standard-Linux-Berechtigungen anzuzeigen:
ls -l /var/www/html/index.html -rw-r----- 1 root root 0 2009-05-07 11:06 index.html
In diesem Beispiel gehört die Datei ‚‘'index.html'‚‘ dem Root-Benutzer und der Root-Gruppe. Der Root-Benutzer verfügt über Lese- und Schreibrechte (‚‘'-rw'‚‘), und Mitglieder der Root-Gruppe haben Leserechte (‚‘'-r-‚‘'). Alle anderen haben keinen Zugriff (‚‘'---‚‘'). Standardmäßig erlauben solche Berechtigungen ‚‘'httpd'‚‘ nicht, diese Datei zu lesen. Um dieses Problem zu beheben, verwenden Sie den Befehl ‚‘'chown'‚‘, um den Eigentümer und die Gruppe zu ändern. Dieser Befehl muss als root ausgeführt werden:
sudo chown apache:apache /var/www/html/index.html
Dies setzt die Standardkonfiguration voraus, in der ‚‘'httpd'‚‘ als Linux-Apache-Benutzer läuft. Wenn Sie ‚‘'httpd'‚‘ mit einem anderen Benutzer ausführen, ersetzen Sie ‚‘'apache:apache'‚‘ durch diesen Benutzer.
Informationen zur Verwaltung von Linux-Berechtigungen finden Sie im Entwurf „Permissions“ des Fedora Documentation Project.
Mögliche Ursachen für stille Zugriffsverweigerungen
In bestimmten Situationen werden AVC-Verweigerungsmeldungen möglicherweise nicht protokolliert, wenn SELinux den Zugriff verweigert. Anwendungen und Systembibliotheksfunktionen versuchen oft, mehr Zugriff zu erlangen, als für die Ausführung ihrer Aufgaben erforderlich ist. Um das Prinzip der geringsten Privilegien zu wahren, ohne die Audit-Protokolle mit AVC-Verweigerungen für harmlose Anwendungsversuche zu überfluten, kann die Richtlinie AVC-Verweigerungen unterdrücken, ohne die Berechtigung zu erteilen, indem sie „dontaudit“-Regeln verwendet. Diese Regeln sind in Standardrichtlinien üblich. Der Nachteil von „dontaudit“ ist, dass, obwohl SELinux den Zugriff verweigert, keine Verweigerungsmeldungen protokolliert werden, was die Fehlerbehebung erschwert.
Um „dontaudit“-Regeln vorübergehend zu deaktivieren, sodass alle Verweigerungen protokolliert werden, geben Sie als Root den folgenden Befehl ein:
sudo semodule -DB
Die Option ‚‘'-D'‚‘ deaktiviert die „dontaudit“-Regeln; die Option ‚‘'-B'‚‘ erstellt die Richtlinie neu. Versuchen Sie nach dem Ausführen von ‚‘'semodule -DB'‚‘ die Anwendung auszuführen, bei der zuvor Berechtigungsprobleme auftraten, und prüfen Sie, ob SELinux-Ablehnungen – die für die Anwendung relevant sind – nun protokolliert werden. Seien Sie vorsichtig bei der Entscheidung, welche Verweigerungen zugelassen werden sollen, da einige ignoriert und durch dontaudit-Regeln behandelt werden sollten. Wenn Sie Zweifel haben oder Rat suchen, wenden Sie sich an andere SELinux-Benutzer und -Entwickler in einer SELinux-Mailingliste, wie z. B. fedora-selinux-list.
Um die Richtlinie neu zu erstellen und ‚‘'dontaudit'‚‘ -Regeln zu aktivieren, geben Sie als Root den folgenden Befehl ein:
sudo semodule -B
Dadurch wird die Richtlinie in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Für eine vollständige Liste der dontaudit-Regeln führen Sie den Befehl ‚‘'sesearch --dontaudit'‚‘ aus. Grenzen Sie die Suche mit der Option ‚‘'-s ‚'domain‘‚‘ und dem Befehl ‚‘'grep'‚‘ ein. Zum Beispiel:
sesearch --dontaudit -s smbd_t | grep squid dontaudit smbd_t squid_port_t : tcp_socket name_bind ; dontaudit smbd_t squid_port_t : udp_socket name_bind ;
Siehe Abschnitt „Raw Audit Messages“ und Abschnitt „[ [sealert-Meldungen]]“ für Informationen zur Analyse von Zugriffsverweigerungen.
Handbuchseiten für Dienste
Handbuchseiten für Dienste enthalten wertvolle Informationen, beispielsweise welchen Dateityp in einer bestimmten Situation zu verwenden ist, sowie boolesche Werte zur Änderung der Zugriffsrechte eines Dienstes (wie z. B. ‚‘'httpd'‚‘ beim Zugriff auf NFS-Volumes). Diese Informationen können in der Standard-Handbuchseite oder in der Handbuchseite enthalten sein, die mit dem Dienstprogramm ‚‘'sepolicy manpage'‚‘ automatisch aus der SELinux-Richtlinie für jede Dienstdomäne generiert werden kann. Solche Handbuchseiten sind im Format ‚‘‚Dienstname‘'_selinux'‚‘ benannt. Solche Handbuchseiten werden auch mit dem Paket selinux-policy-doc ausgeliefert.
Beispielsweise enthält die Manpage httpd_selinux(8) Informationen darüber, welcher Dateityp in einer bestimmten Situation zu verwenden ist, sowie über Booleane, die Skripte, die Freigabe von Dateien, den Zugriff auf Verzeichnisse innerhalb von Benutzer-Home-Verzeichnissen usw. ermöglichen. Weitere Manpages mit SELinux-Informationen für Dienste sind unter anderem:
- Samba: Die Manpage samba_selinux(8) beschreibt beispielsweise, dass die Aktivierung des Booleschen Werts ‚‘'samba_enable_home_dirs'‚‘ es Samba ermöglicht, Benutzer-Home-Verzeichnisse freizugeben.
- NFS: Die Manpage nfsd_selinux(8) beschreibt die SELinux-nfsd-Richtlinie, die es Benutzern ermöglicht, ihre nfsd-Prozesse so sicher wie möglich einzurichten.
Die Informationen in den Handbuchseiten helfen Ihnen dabei, die richtigen Dateitypen und Booleans zu konfigurieren, um zu verhindern, dass SELinux den Zugriff verweigert.
Weitere Informationen zur ‚‘'sepolicy-Handbuchseite'‚‘ finden Sie im Abschnitt „Generieren von Handbuchseiten: ‚‘'sepolicy-Handbuchseite'‚‘”.
Permissive Domänen
Wenn SELinux im permissiven Modus läuft, verweigert SELinux keinen Zugriff, aber Verweigerungen werden für Aktionen protokolliert, die im Durchsetzungsmodus verweigert worden wären. Früher war es nicht möglich, eine einzelne Domäne permissiv zu machen (denken Sie daran: Prozesse laufen in Domänen). In bestimmten Situationen führte dies dazu, dass das gesamte System zur Fehlerbehebung permissiv gemacht wurde.
Permissive Domains ermöglichen es einem Administrator, einen einzelnen Prozess (eine Domain) so zu konfigurieren, dass er permissiv läuft, anstatt das gesamte System permissiv zu machen. SELinux-Prüfungen werden für permissive Domains weiterhin durchgeführt; der Kernel gewährt jedoch Zugriff und meldet eine AVC-Verweigerung für Situationen, in denen SELinux den Zugriff verweigert hätte.
Permissive Domänen haben folgende Verwendungszwecke:
- Sie können verwendet werden, um einen einzelnen Prozess (eine Domäne) permissiv laufen zu lassen, um ein Problem zu beheben, ohne das gesamte System durch die Umstellung auf den permissiven Modus zu gefährden.
- Sie ermöglichen es einem Administrator, Richtlinien für neue Anwendungen zu erstellen. Früher wurde empfohlen, eine minimale Richtlinie zu erstellen,
und anschließend den gesamten Rechner in den permissiven Modus zu versetzen, damit die Anwendung ausgeführt werden konnte, SELinux-Verweigerungen jedoch weiterhin protokolliert wurden. Das Tool ‚‘'audit2allow'‚‘ konnte dann zur Erstellung der Richtlinie herangezogen werden. Dies stellte das gesamte System einem Risiko aus. Mit permissiven Domänen kann nur die Domäne in der neuen Richtlinie als permissiv markiert werden, ohne das gesamte System einem Risiko auszusetzen.
Eine Domäne permissiv machen
Um eine Domäne permissiv zu machen, führen Sie den Befehl ‚‘'semanage permissive -a ‚'domain‘‚‘ aus, wobei ‚'domain‘' die Domäne ist, die Sie permissiv machen möchten. Geben Sie beispielsweise als Root den folgenden Befehl ein, um die Domäne ‚‘'httpd_t'‚‘ (die Domäne, in der der Apache-HTTP-Server läuft) permissiv zu machen:
sudo semanage permissive -a httpd_t
Um eine Liste der Domänen anzuzeigen, die Sie als permissiv markiert haben, führen Sie als Root den Befehl ‚‘'semodule -l | grep permissive'‚‘ aus. Beispiel:
sudo semodule -l | grep permissive permissive_httpd_t (null) permissivedomains (null)
Wenn Sie eine Domäne nicht mehr als permissiv festlegen möchten, führen Sie den Befehl ‚‘'semanage permissive -d ‚'domain‘‚‘ als Root aus. Zum Beispiel:
sudo semanage permissive -d httpd_t
Deaktivieren von permissiven Domänen
Das Modul ‚‘'permissivedomains.pp'‚‘ enthält alle Deklarationen für permissive Domänen, die auf dem System vorhanden sind. Um alle permissiven Domänen zu deaktivieren, geben Sie als Root den folgenden Befehl ein:
sudo semodule -d permissivedomains
‚‘'Hinweis'‚‘
Sobald ein Richtlinienmodul über den Befehl ‚‘'semodule -d'‚‘ deaktiviert wurde, wird es nicht mehr in der Ausgabe des Befehls ‚‘'semodule -l'‚‘ angezeigt. Um alle Richtlinienmodule einschließlich der deaktivierten anzuzeigen, geben Sie als Root den folgenden Befehl ein:
sudo semodule --list-modules=full
Ablehnungen für permissive Domänen
Die ‚‘'SYSCALL'‚‘ -Meldung unterscheidet sich bei permissiven Domänen. Im Folgenden finden Sie ein Beispiel für eine AVC-Ablehnung (und den zugehörigen Systemaufruf) vom Apache-HTTP-Server:
type=AVC msg=audit(1226882736.442:86): avc: denied { getattr } for pid=2427 comm= „httpd“ path="/var/www/html/file1" dev=dm-0 ino=284133 scontext=unconfined_u:system_r:httpd_t:s0 tcontext=unconfined_u:object_r:samba_share_t:s0 tclass=file
type=SYSCALL msg=audit (1226882736. 442:86): arch=40000003 syscall=196 success=no exit=-13 a0=b9a1e198 a1=bfc2921c a2=54dff4 a3=2008171 items=0 ppid=2425 pid=2427 auid=502 uid=48 gid=4
8 euid=48 suid=48 fsuid=48 egid=48 sgid=48 fsgid=48 tty=(none) ses=4 comm="httpd" exe="/usr/sbin/httpd" subj=unconfined_u:system_r:httpd_t:s0 key=(null)
Standardmäßig ist die Domäne ‚‘'httpd_t'‚‘ nicht permissiv, weshalb die Aktion verweigert wird und die ‚‘'SYSCALL'‚‘ -Meldung ‚‘'success=no'‚‘ enthält. Das Folgende ist ein Beispiel für eine AVC-Verweigerung in derselben Situation, mit dem Unterschied, dass der Befehl ‚‘'semanage permissive -a httpd_t'‚‘ ausgeführt wurde, um die Domäne ‚‘'httpd_t'‚‘ permissiv zu machen:
type=AVC msg=audit(1226882925.714:136): avc: denied { read } for pid=2512 comm="httpd" name="file1" dev=dm-0 ino=284133 scontext=unconfined_u:system_r:httpd_t:s0 tcontext=unconfined_u: object_r:samba_share_t:s0 tclass=file
type=SYSCALL msg=audit(1226882925.714:136): arch=40000003 syscall=5 success=yes exit=11 a0=b962a1e8 a1=8000 a2=0 a3=8000 items=0 ppid=2511 pid=2512 auid=502 uid=48 gid=48 euid=48 suid=48 fsuid=48 egid =48 sgid=48 fsgid=48 tty=(none) ses=4 comm="httpd" exe="/usr/sbin/httpd" subj=unconfined_u:system_r:httpd_t:s0 key=(null)
In diesem Fall wurde zwar eine AVC-Ablehnung protokolliert, der Zugriff wurde jedoch nicht verweigert, wie durch ‚‘'success=yes'‚‘ in der ‚‘'SYSCALL'‚‘ -Meldung angezeigt wird.
Weitere Informationen zu permissiven Domänen finden Sie in Dan Walshs Blogeintrag „Permissive Domains“.
Suchen und Anzeigen von Verweigerungen
Dieser Abschnitt setzt voraus, dass die Pakete setroubleshoot, setroubleshoot-server, dbus und audit installiert sind und dass die Daemons ‚‘'auditd'‚‘, ‚‘'rsyslogd'‚‘ und ‚‘'setroubleshootd'‚‘ laufen. Informationen zum Starten dieser Daemons finden Sie im Abschnitt „ Welche Protokolldatei wird verwendet“ für Informationen zum Starten dieser Daemons. Es stehen eine Reihe von Dienstprogrammen zum Suchen und Anzeigen von SELinux-AVC-Meldungen zur Verfügung, wie beispielsweise ‚‘'ausearch'‚‘, ‚‘'aureport'‚‘ und ‚‘'sealert'‚‘ .
ausearch
Das audit-Paket enthält das Dienstprogramm ‚‘'ausearch'‚‘, mit dem die Protokolle des ‚‘'audit'‚‘-Daemons nach Ereignissen anhand verschiedener Suchkriterien durchsucht werden können.[10] Das Dienstprogramm ‚‘'ausearch'‚‘ greift auf ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘ zu und muss daher als Root-Benutzer ausgeführt werden:
| Suche nach | Befehl |
|---|---|
| alle Verweigerungen | ‚‘'ausearch -m avc,user_avc,selinux_err,user_selinux_err'‚‘ |
| Verweigerungen für den heutigen Tag | ‚‘'ausearch -m avc -ts today'‚‘ |
| Verweigerungen der letzten 10 Minuten | ‚‘'ausearch -m avc -ts recent'‚‘ |
Um nach SELinux-AVC-Meldungen für einen bestimmten Dienst zu suchen, verwenden Sie die Option ‚‘'-c ‚'comm-name‘‚‘, wobei ‚'comm-name‘' der Name der ausführbaren Datei ist, zum Beispiel ‚‘'httpd'‚‘ für den Apache-HTTP-Server und ‚‘'smbd'‚‘ für Samba:
sudo ausearch -m avc -c httpd
sudo ausearch -m avc -c smbd
Bei jedem ‚‘'ausearch'‚‘ Befehl wird empfohlen, entweder die Option ‚‘'--interpret'‚‘ (‚‘'-i'‚‘) für bessere Lesbarkeit oder die Option ‚‘'--raw'‚‘ (‚‘'-r'‚‘) für die Skriptverarbeitung zu verwenden. Weitere Optionen für ‚‘'ausearch'‚‘ finden Sie in der Handbuchseite ausearch(8).
aureport
Das Audit-Paket enthält das Dienstprogramm ‚‘'aureport'‚‘, das zusammenfassende Berichte der Audit-Systemprotokolle erstellt. [11] Das Dienstprogramm ‚‘'aureport'‚‘ greift auf ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘ zu und muss daher als Root-Benutzer ausgeführt werden. Um eine Liste der SELinux-Ablehnungsmeldungen und deren Häufigkeit anzuzeigen, führen Sie den Befehl ‚‘'aureport -a'‚‘ aus. Nachfolgend finden Sie eine Beispielausgabe, die zwei Ablehnungen enthält:
sudo aureport -a AVC-Bericht
==========================
# Datum Uhrzeit Befehl Subjekt Systemaufruf Klasse Berechtigung Objekt Ereignis ====================================== 1. 01.05.2009 21:41:39 httpd unconfined_u:system_r: httpd_t:s0 195 file getattr system_u:object_r:samba_share_t:s0 denied 2 2. 03.05.2009 22:00:25 vsftpd unconfined_u: system_r:ftpd_t:s0 5 file read unconfined_u:object_r:cifs_t:s0 denied 4
sealert
Das Paket setroubleshoot-server stellt das Dienstprogramm ‚‘'sealert'‚‘ bereit, das die von setroubleshoot-server übersetzten Ablehnungsmeldungen ausliest.[12] Ablehnungen werden IDs zugewiesen, wie in ‚‘'/var/log/messages'‚‘ zu sehen ist. Das Folgende ist ein Beispiel für eine Ablehnung aus ‚‘'messages'‚‘:
setroubleshoot: SELinux verhindert den Zugriff von /usr/sbin/httpd auf name_bind über den tcp_socket. Für vollständige SELinux-Meldungen führen Sie sealert -l 8c123656-5dda-4e5d
-8791-9e3bd03786b7
In diesem Beispiel lautet die Ablehnungs-ID ‚‘'8c123656-5dda-4e5d-8791-9e3bd03786b7'‚‘. Die Option ‚‘'-l'‚‘ nimmt eine ID als Argument entgegen. Die Ausführung des Befehls ‚‘'sealert -l 8c123656-5dda-4e5d-8791-9e3bd03786b7'‚‘ liefert eine detaillierte Analyse, warum SELinux den Zugriff verweigert hat, sowie eine mögliche Lösung, um den Zugriff zu ermöglichen.
Wenn Sie das X Window System verwenden, die Pakete setroubleshoot und setroubleshoot-server installiert haben und die Daemons ‚‘'setroubleshootd'‚‘, ‚‘'dbus'‚‘ und ‚‘'auditd'‚‘ laufen, wird eine Warnung angezeigt, wenn der Zugriff von SELinux verweigert wird:
Ein Klick auf ‚‘'Anzeigen'‚‘ startet die ‚‘'sealert'‚‘ GUI, mit der Sie das Problem beheben können:
Alternativ können Sie den Befehl ‚‘'sealert -b'‚‘ ausführen, um die ‚‘'sealert'‚‘ GUI zu starten. Um eine detaillierte Analyse aller Verweigerungsmeldungen anzuzeigen, führen Sie den Befehl ‚‘'sealert -l \*‚‘' aus.
Rohdaten der Audit-Meldungen
Rohdaten der Audit-Meldungen werden in ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘ protokolliert. Im Folgenden finden Sie ein Beispiel für eine AVC-Ablehnungsmeldung (und den zugehörigen Systemaufruf), die auftrat, als der Apache-HTTP-Server (der in der Domäne ‚‘'httpd_t'‚‘ läuft) versuchte, auf die Datei ‚‘'/var/www/html/file1'‚‘ (mit dem Typ ‚‘'samba_share_t'‚‘ gekennzeichnet):
type=AVC msg=audit(1226874073.147:96): avc: denied { getattr } for pid=2465 comm="httpd" path="/var/www/html/file1" dev=dm -0 ino=284133 scontext=unconfined_u:system_r:httpd_t:s0 tcontext=unconfined_u:object_r:samba_share_t:s0 tclass=file
type=SYSCALL msg=audit(1226874073.147:96): arch=40000003 syscall=196 success=no exit=-13 a0=b98df198 a1=bfec85dc a2=54dff4 a3=2008171 items=0 ppid=2463 pid=2465 auid=502 uid=48 gid=48 euid=48 suid=4 8 fsuid=48 egid=48 sgid=48 fsgid=48 tty=(none) ses=6 comm="httpd" exe="/usr/sbin/httpd" subj=unconfined_u:system_r:httpd_t:s0 key=(null)
samba_share_t'‚‘ für Prozesse, die in der ‚‘'httpd_t'‚‘ Domäne laufen, nicht zugänglich ist.
Aus der Systemaufruf-Meldung (‚‘'SYSCALL'‚‘) sind zwei Punkte von Interesse: * ‚‘'success=‚'no‘‚‘: gibt an, ob die Verweigerung (AVC) durchgesetzt wurde oder nicht.
‚‘'success=no'‚‘ bedeutet, dass der Systemaufruf nicht erfolgreich war (SELinux hat den Zugriff verweigert). ‚‘'success=yes'‚‘ bedeutet, dass der Systemaufruf erfolgreich war. Dies ist bei permissiven Domänen oder unconfined Domänen zu beobachten, wie beispielsweise ‚‘'unconfined_service_t'‚‘ und ‚‘'kernel_t'‚‘.
- ‚‘'exe=„‚‘/usr/sbin/httpd“ ‚‘': der vollständige Pfad zu der ausführbaren Datei, die den Prozess gestartet hat; in diesem Fall ist dies ‚‘'exe=„/usr/sbin/httpd“‚‘'.
Ein falscher Dateityp ist eine häufige Ursache dafür, dass SELinux den Zugriff verweigert. Um mit der Fehlerbehebung zu beginnen, vergleichen Sie den Quellkontext (‚‘'scontext'‚‘) mit dem Zielkontext (‚‘'tcontext'‚‘ ). Sollte der Prozess (‚‘'scontext'‚‘) auf ein solches Objekt (‚‘'tcontext'‚‘) zugreifen? Beispielsweise sollte der Apache-HTTP-Server (‚‘'httpd_t'‚‘) nur auf Typen zugreifen, die in der Handbuchseite httpd_selinux(8) angegeben sind, wie ‚‘'httpd_sys_content_t'‚‘, ‚‘' public_content_t'‚ usw., sofern nicht anders konfiguriert.
sealert-Meldungen
Verweigerungen werden IDs zugewiesen, wie in ‘/var/log/messages . Das Folgende ist ein Beispiel für eine AVC-Verweigerung (protokolliert in ‚‘'messages'‚‘), die auftrat, als der Apache-HTTP-Server (der in der Domäne ‚‘'httpd_t'‚‘ läuft) versuchte, auf die Datei ‚‘'/var/www/html/file1'‚‘ (mit dem Typ ‚‘'samba_share_t'‚‘ gekennzeichnet) zuzugreifen: ‚'hostname‘' setroubleshoot: SELinux verhindert, dass httpd (httpd_t) „getattr“ auf /var/www/html/file1 (samba_share_t) ausführt. Für vollständige SELinux-Meldungen führen Sie sealert -l 32eee32b-21ca-4846-a22f-0ba050206786 aus
Führen Sie wie vorgeschlagen den Befehl ‚‘'sealert -l 32eee32b-21ca-4846-a22f-0ba050206786'‚‘ aus, um die vollständige Meldung anzuzeigen. Dieser Befehl funktioniert nur auf dem lokalen Rechner und zeigt dieselben Informationen an wie die ‚‘'sealert'‚‘ GUI:
sealert -l 32eee32b-21ca-4846-a22f-0ba050206786
SELinux verhindert, dass httpd mit getattr auf die Datei /var/www/html/file1 zugreift.
- Das Plugin restorecon (92,2 % Zuverlässigkeit) schlägt vor ************************
Wenn Sie das Label korrigieren möchten. Das Standard-Label für /var/www/html/file1 sollte httpd_sys_content_t lauten. Dann können Sie restorecon ausführen. Führen Sie
sudo /sbin/restorecon -v /var/www/html/file1
- Das Plugin public_content (Vertrauenswürdigkeit 7,83) schlägt vor ********************
Wenn Sie file1 als öffentlichen Inhalt behandeln möchten Dann müssen Sie die Label von file1 in public_content_t oder public_content_rw_t ändern. Führen Sie Folgendes aus
sudo semanage fcontext -a -t public_content_t ‚/var/www/html/file1‘
sudo restorecon -v ‚/var/www/html/file1‘
***** Das Plugin catchall (Vertrauenswürdigkeit 1,41) schlägt vor **************************
Wenn Sie der Meinung sind, dass httpd standardmäßig getattr-Zugriff auf die Datei file1 erhalten sollte.
- Dann sollten Sie dies als Fehler melden.
- Sie können ein lokales Richtlinienmodul erstellen, um diesen Zugriff zuzulassen.
Erlauben Sie diesen Zugriff vorerst durch Ausführung von:
sudo ausearch -c ‚httpd‘ --raw | audit2allow -M my-httpd sudo semodule -i my-httpd.pp
Zusätzliche Informationen: Quellkontext system_u:system_r:httpd_t:s0
Zielkontext unconfined_u:object_r:samba_share_t:s0
Zielobjekte /var/www/html/file1 [ Datei ] Quelle httpd Quellpfad httpd Port <Unbekannt> Host hostname.redhat.com Quell-RPM-Pakete Ziel-RPM-Pakete Richtlinien-RPM selinux-policy-3.13.1-166.el7.noarch
Selinux aktiviert True
Richtlinientyp targeted
Durchsetzungsmodus Enforcing
Hostname hostname.redhat.com
Plattform Linux hostname.redhat.com
3.10.0-693.el7.x86_64 #1 SMP Do, 6. Juli 19:56:57
EDT 2017 x86_64 x86_64
Anzahl der Warnmeldungen 2
Erstmals gesehen 20.07.2017 02:52:11 EDT Zuletzt gesehen 20.07.2017 02:52:11 EDT Lokale ID 32eee32b-21ca-4846-a22f-0ba050206786
Rohdaten der Audit-Meldungen
type=AVC msg=audit(1500533531.140:295): avc: abgelehnt { getattr } für pid=24934 comm="httpd" path="/var/www/html/file1" dev="vda1" ino=31457414 scontext=system_u:system_r:httpd_t:s0 tcontext=unconfined_u:object_r:samba_share_t:s0 tclass=file
Hash: httpd,httpd_t,samba_share_t,file,getattr
Zugriff zulassen: audit2allow
‚‘'Warnung'‚‘
Verwenden Sie das Beispiel in diesem Abschnitt nicht in der Produktion. Es dient lediglich zur Veranschaulichung der Verwendung des Dienstprogramms ‚‘'audit2allow'‚‘.
Das Dienstprogramm ‚‘'audit2allow'‚‘ sammelt Informationen aus den Protokollen abgelehnter Vorgänge und generiert daraus SELinux-Policy-Zulassungsregeln.[13] Nachdem Sie die Ablehnungsmeldungen gemäß Abschnitt 11.3.7, „sealert-Meldungen“, analysiert haben und sofern keine Label-Änderungen oder Boolesche Werte den Zugriff erlaubt haben, verwenden Sie ‚‘'audit2allow'‚‘, um ein lokales Policy-Modul zu erstellen. Wenn der Zugriff von SELinux verweigert wird, generiert die Ausführung von ‚‘'audit2allow'‚‘ Type-Enforcement-Regeln, die den zuvor verweigerten Zugriff erlauben.
Sie sollten ‚‘'audit2allow'‚‘ nicht als erste Option zum Erstellen eines lokalen Richtlinienmoduls verwenden, wenn Sie eine SELinux-Ablehnung feststellen. Die Fehlerbehebung sollte mit einer Überprüfung beginnen, ob ein Labeling-Problem vorliegt. Der zweithäufigste Fall ist, dass Sie eine Prozesskonfiguration geändert und vergessen haben, SELinux darüber zu informieren. Weitere Informationen finden Sie im Whitepaper „Die vier Hauptursachen für SELinux-Fehler“.
Das folgende Beispiel zeigt die Verwendung von ‚‘'audit2allow'‚‘ zum Erstellen eines Policy-Moduls: # Eine Verweigerungsmeldung und der zugehörige Systemaufruf werden in der Datei ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘ protokolliert: type=AVC msg=audit(1226270358.
848:238): avc: denied { write } for pid=13349 comm="certwatch" name="cache" dev=dm-0 ino=218171 scontext=system_u:system_r:certwatch_t:s0 tcontext=system_u:object_r:var_t:s0 tclass=dir
type=SYSCALL msg=audit(1226270358.848:238): arch=40000003 syscall=39 success=no exit=-13 a0=39a2bf a1=3ff a2=3a0354 a3=94703c8 items=0 ppid=13344 pid=13349 auid=4294967295 uid=0 gid=0 euid=0 suid= 0 fsuid=0 egid=0 sgid=0 fsgid=0 tty=(none) ses=4294967295 comm="certwatch" exe="/usr/bin/certwatch" subj=system_u: system_r:certwatch_t:s0 key=(null) In diesem Beispiel wurde ‚‘'certwatch'‚‘ der Schreibzugriff auf ein Verzeichnis verweigert, das mit dem Typ ‚‘'var_t'‚‘ gekennzeichnet ist. Analysieren Sie die Ablehnungsmeldung gemäß Abschnitt 11.3.7, „sealert-Meldungen“. Wenn keine Label-Änderungen vorgenommen wurden oder Booleane den Zugriff erlaubt haben, verwenden Sie ‚‘'audit2allow'‚‘, um ein lokales Richtlinienmodul zu erstellen.
- Geben Sie den folgenden Befehl ein, um eine für Menschen lesbare Beschreibung zu erstellen, warum der Zugriff verweigert wurde. Das Dienstprogramm ‚‘'audit2allow'‚‘ liest die Datei ‚‘'/var/log/audit/audit.log'‚‘ und muss daher als Root-Benutzer ausgeführt werden:
sudo audit2allow -w -a type=AVC msg=audit(1226270358.848:238): avc: verweigert { schreiben } für pid=13349 comm="certwatch" name="cache" dev=dm-0 ino=218171 scontext=system_u:system_r:certwatch_t:s0 tcontext=system_u:object_r:var_t:s0 tclass=dir
Ursache:
Fehlende Type Enforcement (TE)-Zulassungsregel.
Sie können audit2allow verwenden, um ein ladbares Modul zu generieren, das diesen Zugriff erlaubt. Die Befehlszeilenoption ‚‘'-a'‚‘ bewirkt, dass alle Audit-Protokolle gelesen werden. Die Option ‚‘'-w'‚‘ erzeugt eine für Menschen lesbare Beschreibung. Wie gezeigt, wurde der Zugriff aufgrund einer fehlenden Type Enforcement-Regel verweigert.
- Geben Sie den folgenden Befehl ein, um die Type Enforcement-Regel anzuzeigen, die den verweigerten Zugriff erlaubt:
sudo audit2allow -a
- certwatch_t
allow certwatch_t var_t:dir write;
- Wichtig
- Fehlende Type Enforcement-Regeln werden in der Regel durch Fehler in der SELinux-Richtlinie verursacht und sollten in Red Hat Bugzilla gemeldet werden. Erstellen Sie für das Produkt ‚‘'Red
Hat Enterprise Linux'‚‘ und wählen Sie die Komponente ‚‘'selinux-policy'‚‘ aus. Fügen Sie die Ausgabe der Befehle ‚‘'audit2allow -w -a'‚‘ und ‚‘'audit2allow -a'‚‘ in solche Fehlerberichte ein.
- Um die von ‚‘'audit2allow -a'‚‘' angezeigte Regel zu verwenden, geben Sie als Root den folgenden Befehl ein, um ein benutzerdefiniertes Modul zu erstellen. Die Option ‚‘'-M'‚‘ erstellt eine Type-Enforcement-Datei (‚‘'.te'‚‘) mit dem durch ‚‘'-M'‚‘ angegebenen Namen in Ihrem aktuellen Arbeitsverzeichnis:
sudo audit2allow -a -M mycertwatch ******************** WICHTIG ********** ************* Um dieses Richtlinienpaket zu aktivieren, führen Sie Folgendes aus:
semodule -i mycertwatch.pp
- Außerdem kompiliert ‚‘'audit2allow'‚‘ die Type Enforcement-Regel in ein Richtlinienpaket (‚‘'.pp'‚‘):
sudo ls
mycertwatch.pp mycertwatch.te
Um das Modul zu installieren, geben Sie als Root den folgenden Befehl ein:
sudo semodule -i ‚'mycertwatch.pp‘'
- Wichtig
- Mit ‚‘'audit2allow'‚‘ erstellte Module gewähren möglicherweise mehr Zugriff als erforderlich. Es wird empfohlen, mit ‚‘'audit2allow'‚‘ erstellte Richtlinien zur Überprüfung an die Upstream-SELinux-Liste zu senden. Wenn Sie glauben, dass die Richtlinie einen Fehler enthält, melden Sie diesen bitte in Red Hat Bugzilla.
Wenn Sie mehrere Ablehnungsmeldungen von verschiedenen Prozessen erhalten, aber nur eine benutzerdefinierte Richtlinie für einen einzelnen Prozess erstellen möchten, verwenden Sie das Dienstprogramm ‚‘'grep'‚‘, um die Eingabe für ‚‘'audit2allow'‚‘ einzugrenzen. Das folgende Beispiel zeigt, wie man mit ‚‘'grep'‚‘ nur Ablehnungsmeldungen im Zusammenhang mit ‚‘'certwatch'‚‘ an ‚‘'audit2allow'‚‘ sendet:
sudo grep certwatch /var/log/audit/audit.log | audit2allow -R -M mycertwatch2 ******************** WICHTIG ***************** ****** Um dieses Richtlinienpaket zu aktivieren, führen Sie Folgendes aus: semodule -i mycertwatch2.pp
[8] Dateien in ‚‘'/etc/selinux/targeted/contexts/files/‚‘' definieren Kontexte für Dateien und Verzeichnisse. Dateien in diesem Verzeichnis werden von den Dienstprogrammen ‚‘'restorecon'‚‘ und ‚‘'setfiles'‚‘ gelesen, um Dateien und Verzeichnisse in ihre Standardkontexte zurückzusetzen.
[9] Der Befehl ‚‘'semanage port -a'‚‘ fügt einen Eintrag zur Datei ‚‘'/etc/selinux/targeted/modules/active/ports.local'‚‘ hinzu. Beachten Sie, dass diese Datei standardmäßig nur von root eingesehen werden kann.
[10] Weitere Informationen zu ‚‘'ausearch'‚‘ finden Sie in der Manpage von ausearch(8).
[11] Weitere Informationen zu ‚‘'aureport'‚‘ finden Sie in der Manpage zu aureport(8).
[12] Weitere Informationen zu ‚‘'sealert'‚‘ finden Sie in der Manpage zu sealert(8).
[13] Weitere Informationen zu ‚‘'audit2allow'‚‘ finden Sie in der Manpage zu audit2allow(1).