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Linux/SELinux/04/03 Hauptkonfigurationsdatei: Unterschied zwischen den Versionen

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; SELINUX=
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Die Option <nowiki>[[SELINUX]]</nowiki> legt fest, ob SELinux deaktiviert oder aktiviert ist und in welchem Modus es läuft.
Die Option '''SELINUX''' flegt fest, ob SELinux deaktiviert oder aktiviert ist und in welchem Modus es läuft.


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Version vom 30. März 2026, 01:42 Uhr

Hauptkonfigurationsdatei

/etc/selinux/config
  • Auf Debian und RHEL ist /etc/selinux/config die zentrale SELinux-Konfigurationsdatei.
  • Die Datei steuert den dauerhaften SELinux-Status und den Namen der zu ladenden SELinux-Policy.
  • Änderungen in dieser Datei werden in der Regel erst nach einem Neustart wirksam.
  • Temporäre Laufzeitwechsel zwischen enforcing und permissive erfolgen mit setenforce.

Beispielkonfiguration

SELINUX=enforcing
SELINUXTYPE=targeted
SELINUX=

Die Option SELINUX flegt fest, ob SELinux deaktiviert oder aktiviert ist und in welchem Modus es läuft.

Wert Wirkung Hinweis
enforcing Die SELinux-Policy wird durchgesetzt. Zugriffe werden auf Grundlage der Policy-Regeln erlaubt oder verweigert. Verweigerungen werden protokolliert. Geeigneter Modus für produktive Systeme.
permissive Die SELinux-Policy bleibt geladen, wird aber nicht durchgesetzt. Zugriffe werden nicht blockiert, mögliche Verweigerungen jedoch protokolliert. Geeignet für Fehlersuche, Policy-Analyse und die schrittweise Aktivierung von SELinux.
disabled Es wird keine SELinux-Policy geladen. SELinux schützt das System in diesem Zustand nicht, und AVC-Meldungen werden nicht protokolliert. In aktueller Debian- und RHEL-Dokumentation wird dieser Eintrag als veraltete Methode zum dauerhaften Deaktivieren beschrieben. Für eine vollständige Deaktivierung wird selinux=0 als Kernel-Parameter verwendet.

Praktisches Beispiel für einen temporären Wechsel in den Permissive-Modus:

setenforce 0
  • Die Änderung durch setenforce gilt nur bis zum nächsten Neustart.
SELINUXTYPE=

Die Option SELINUXTYPE legt die zu verwendende SELinux-Policy fest.

Wert Bedeutung Hinweis
targeted Standard-Policy mit gezielter Einschränkung ausgewählter Dienste und Domänen. Auf RHEL ist targeted die übliche Standard-Policy. Auf Debian ist der Wert gültig, wenn die entsprechende Policy installiert ist.
mls Multi-Level-Security-Policy mit zusätzlicher Trennung über Sicherheitsstufen. Spezialfall für MLS-Umgebungen.
policy_name Generischer Policy-Name. Debian dokumentiert SELINUXTYPE allgemein als Namen der installierten Policy unter /etc/selinux/{SELINUXTYPE}/.
  • Eine Änderung von SELINUXTYPE erfordert einen Neustart und kann zusätzlich ein Relabeling des Dateisystems notwendig machen.
  • Die zugehörige Policy muss installiert sein, bevor der Wert in SELINUXTYPE verwendet wird.

Aktuelle Konfiguration prüfen

Die laufende Konfiguration und die in der Datei hinterlegten Werte lassen sich direkt prüfen:

cat /etc/selinux/config
getenforce
sestatus
  • getenforce zeigt den aktuellen Modus: Enforcing, Permissive oder Disabled.
  • sestatus zeigt zusätzlich unter anderem die geladene Policy und den Modus aus der Konfigurationsdatei.

Hinweise zur Änderung

  • Für dauerhafte Änderungen muss /etc/selinux/config angepasst und das System neu gestartet werden.
  • Soll SELinux auf einem System aktiviert werden, auf dem es zuvor deaktiviert war, ist permissive der sichere Zwischenschritt.
  • RHEL-Dokumentation konzentriert sich in der Grundkonfiguration meist auf SELINUX und SELINUXTYPE.
  • Debian-Manpages dokumentieren zusätzlich optionale Einträge wie AUTORELABEL= und REQUIRESEUSERS=.

Red Hat Documentation:

Debian Manpages: