BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung/Vorbereitung: Unterschied zwischen den Versionen
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* Der Teilnehmendenkreis bleibt so überschaubar, kann jedoch bei Bedarf durch weitere Prozess- und Ressourcenfachleute ergänzt werden. | * Der Teilnehmendenkreis bleibt so überschaubar, kann jedoch bei Bedarf durch weitere Prozess- und Ressourcenfachleute ergänzt werden. | ||
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Version vom 10. Juni 2026, 19:20 Uhr
Vorbereitung
Vorbereitung der GFPs
- Vorlage und Terminplanung der GFPs
- Wie sollen die GFPs dokumentiert werden?
- Welche Informationen sind bereits vorab bekannt?
- Wer erstellt die GFPs?
- Wann und in welchem Modus sollen die GFPs erstellt werden?
- Effektive Vorbereitung
Eine effektive Vorbereitung der GFP ist die Voraussetzung dafür, dass
- die GFP effizient, vergleichbar und valide erstellt werden können,
- die Teilnehmenden optimal auf die Fragestellungen vorbereitet werden,
- die Verfügbarkeit der Pläne im Notfall gewährleistet ist sowie
- im Notfall die Leser die GFP gut lesen und schnell anwenden können.
Es ist empfehlenswert, dass die Vorbereitung durch die Rolle BCB erfolgt, da diese über das notwendige Fachwissen zum BCM-Prozess verfügt und diesen zeitlich steuert.
- Der oder die BCB kann vorbereitende Tätigkeiten ganz oder teilweise an weitere Rollen im BCM delegieren, z. B. an lokale BCBs, BCKs oder ein BC-Vorsorgeteam.
Aufteilung
- Struktur der Institution
Es ist wichtig, dass der oder die BCB festlegt, wie die GFP im Hinblick auf die zugrundeliegende Struktur der Institution aufgeteilt werden sollen
- Es gibt viele Möglichkeiten, wie Geschäftsfortführungspläne organisatorisch aufgeteilt werden könnten
- So könnte ein GFP je Geschäftsprozess oder Organisationseinheit erstellt werden
- Ferner könnten GFP auch weiter anhand von Ausfallszenarien aufgeteilt werden
- Anschauliche Übersicht
Entscheidend für eine schnelle Reaktion ist jedoch, dass
- eine anschauliche Übersicht über die zeitkritischen Geschäftsprozesse und Ressourcen ermöglicht wird
- die Zuständigkeiten der im GFP beschriebenen Maßnahmen möglichst klar geregelt sind.
Hierbei hat es sich in der Praxis bewährt, einen GFP je Organisationseinheit zu erstellen.
Dieses Vorgehen bietet viele Vorteile
- Die zuständigen Kontaktpersonen, die den GFP erstellen und aktualisieren, können eindeutig der Organisationseinheit zugeordnet werden
- Zudem wird eine überschaubare Anzahl an Dokumenten erzeugt und die GFP spiegeln die vertraute Organisationsstruktur wider
- Die GFP lassen sich so leichter voneinander abgrenzen.
Im Einzelfall kann es sinnvoll sein, von dieser Struktur abzuweichen
- Dies ist etwa der Fall, wenn
- Verantwortungs- und Tätigkeitsbereiche nicht klar voneinander abgrenzbar sind, z. B. in einer Matrix-Organisation, oder
- Organisationseinheiten standortübergreifend agieren und auf unterschiedliche Ressourcen zugreifen.
- Länderspezifische Anforderungen
Zusätzlich können länderspezifische Anforderungen und Gegebenheiten unter Umständen dazu führen, dass für gleiche Geschäftsprozesse und Ressourcen im GFP unterschiedliche Notfallmaßnahmen an unterschiedlichen Standorten beschrieben werden müssen.
- Hinweis
Ob die GFP sinnvoll aufgeteilt und voneinander abgegrenzt wurden, kann mitunter erst im Rahmen der Erstellung der GFP fundiert bewertet werden
- Der oder die BCB sollte daher die Aufteilung der GFP im Rahmen der Erstellung der GFP mit den entsprechenden Kontaktpersonen diskutieren und gegebenenfalls den Geltungsbereich des GFP anpassen oder in mehrere GFP aufteilen.
Dokumentvorlage
- Erstellung einer Dokumentvorlage
Um die Geschäftsfortführung im Notfall zu erleichtern, sollte der oder die BCB sicherstellen, dass die GFPs einheitlich aufgebaut und nachvollziehbar dokumentiert sind
- Hierzu sollte eine GFP-Dokumentvorlage erstellt werden
- Aspekte der Dokumentvorlage
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Geltungsbereich | Beschreibt den organisatorischen und räumlichen Bereich, in welchem die Maßnahmen und Verfahren eines GFP gelten
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| Zielstellung | Beschreibt, was durch den GFP erreicht werden soll und was explizit nicht durch den GFP forciert wird
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| Aktivierungsprozess | Beschreibt die gesonderten Rechte und Pflichten der Mitarbeitenden sowie die besonderen Melde- und Berichtspflichten werden im Kapitel Festlegung übergreifender Maßnahmen erläutert |
| Zeitkritische Geschäftsprozesse | Innerhalb des GFP müssen alle zeitkritischen Geschäftsprozesse einer Organisationseinheit sowie deren MTPD und RTO dokumentiert werden
|
| Abhängigkeiten | Zusätzlich müssen die identifizierten Abhängigkeiten zwischen zeitkritischen Geschäftsprozessen dokumentiert werden
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| zeitkritischen Ressourcen | Alle zeitkritischen Ressourcen der betrachteten Organisationseinheit sowie die identifizierten RTAs und RTOs sowie die RPOs und RPAs müssen innerhalb des GFP dokumentiert werden
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| Kontakte | Innerhalb des GFP müssen sämtliche internen sowie externen Kontakte dokumentiert werden, die im Rahmen der Geschäftsfortführung relevant sind, vor allem im Notfall erreichbare Telefonnummern
|
| Relevanten Dokumente | Innerhalb des GFP sollten alle zur Geschäftsfortführung relevanten Dokumente sowie ihre jeweiligen Ablageorte notiert werden
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Vorausfüllen
- Vorausfüllen der GFP
Es ist empfehlenswert, dass die erstellte GFP-Vorlage mit den bereits bekannten Informationen aus BIA und Soll-Ist-Vergleich je Geltungsbereich vorausgefüllt wird.
- Bereits bekannten Informationen
- Geltungsbereich des GFP
- zeitkritischen Geschäftsprozesse in diesem Geltungsbereich
- Abhängigkeiten zu diesen zeitkritischen Geschäftsprozessen
- MTPD, die RTO und das Notbetriebsniveau jedes gelisteten Geschäftsprozesses
- zeitkritischen Ressourcen mit ihrer jeweiligen RTA, RTO sowie RPA und RPO
Um ursachenbasiert konkrete Notfallmaßnahmen zu beschreiben, bietet es sich in einem GFP an, die relevanten Informationen den Ressourcenkategorien zuzuordnen.
- Dies erlaubt einen schnellen Zugriff auf die Informationen im Notfall.
Planung der GFP-Erstellung
- Workshops
Die Geschäftsfortführungsplanung kann weitestgehend analog zum Vorgehen in der BIA organisiert werden.
- Insbesondere, wenn GFP erstmalig erstellt werden, ist es empfehlenswert, dass der oder die BCB dies im Rahmen von Workshops durchführt.
- Er oder sie kann hierbei die Methodik und die Inhalte des GFP erläutern und den Workshop moderieren.
- Teilnehmer
Es ist empfehlenswert, dass die gleichen Personen wie in den vorangegangenen Schritten zur BIA am Workshop teilnehmen.
- Dieser Personenkreis verfügt in der Regel über umfangreiches Wissen über die Geschäftsprozesse und die dafür benötigten Ressourcen und kann entsprechend qualitative Aussagen zur Geschäftsfortführung tätigen.
- Der Teilnehmendenkreis bleibt so überschaubar, kann jedoch bei Bedarf durch weitere Prozess- und Ressourcenfachleute ergänzt werden.