Linux/SELinux/02 Installation
Installation
Die Standardkernel von Debian enthalten bereits SELinux-Unterstützung.
Mit den Paketen selinux-basics, selinux-policy-default und auditd wird die Grundkonfiguration für ein SELinux-System installiert.
AppArmor entfernen
Da auf Debian häufig bereits AppArmor verwendet wird, sollte es für dieses Szenario entfernt bzw. deaktiviert werden, damit ausschließlich SELinux als Linux Security Module verwendet wird.
sudo apt purge apparmor sudo reboot
SELinux installieren
sudo apt install selinux-basics selinux-policy-default auditd newrole sudo apt install apache2 attr strace
Das Paket selinux-policy-default liefert die Standardregeln für Debian. Diese Policy beschränkt standardmäßig vor allem exponierte Systemdienste. Benutzer-Sessions laufen in der Voreinstellung meist weitgehend unconfined.
SELinux aktivieren
SELinux wird über Kernel-Parameter aktiviert. Dazu wird die GRUB-Konfiguration angepasst.
sudo nano /etc/default/grub
In GRUB_CMDLINE_LINUX oder GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT werden folgende Parameter ergänzt:
selinux=1 security=selinux
sudo update-grub
Dateisystem neu labeln
Damit vorhandene Dateien und Verzeichnisse korrekte SELinux-Labels erhalten, wird eine vollständige Relabel-Operation für den nächsten Systemstart vorgemerkt:
sudo touch /.autorelabel sudo reboot
Standardmäßig läuft SELinux im permissiven Modus
Funktion prüfen
SELinux-Status anzeigen:
getenforce sestatus
Nach dem Neustart kann geprüft werden, ob SELinux Zugriffe blockiert hat. Solche Ereignisse erscheinen als AVC-Denials im Audit-Log.
sudo grep AVC /var/log/audit/audit.log
AVC-Denials sind Meldungen, in denen SELinux eine angeforderte Operation eines Prozesses auf ein Objekt verweigert hat. Solche Einträge enthalten unter anderem den Quellkontext (scontext), den Zielkontext (tcontext) und die Objektklasse (tclass).