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Quota: Unterschied zwischen den Versionen

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DanielZorin (Diskussion | Beiträge)
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'''{{BASEPAGENAME}}''' - Beschreibung
'''Quota''' - Begrenzungen des Speicherplatzes auf Datenträgern für Benutzer oder Benutzergruppen (Disc-Quota)


== Beschreibung ==
=== Beschreibung ===
Quota ermöglicht die gezielte Begrenzung des belegbaren Festplattenspeichers auf einem System.


== Installation ==
* Alle in [[/etc/fstab]] eingetragenen, beschreibbaren Partitionen auf gängigen Linux-Dateisystemen können mit Quota-Grenzen versehen werden
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
* Quota-Grenzen können pro Benutzer und pro Gruppe getrennt gesetzt werden
< /syntaxhighlight>
* Beschränkt werden können sowohl der verfügbare Block-Speicherplatz als auch die Anzahl der Inodes (Dateien und Verzeichnisse)
* Optional können bei Überschreitung von Quota-Grenzen (Limits) zusätzliche Aktionen ausgelöst werden, z. B. Benachrichtigung per E-Mail
* Quota greift unabhängig davon, ob der Zugriff lokal oder remote (z. B. per [[Secure Shell|SSH]] oder [[FTP]]) erfolgt
 
Für den Einsatz von Quota unter [[Linux]] wird das Paket '''''quota''''' benötigt. Es stellt die folgenden Werkzeuge zur Verwaltung der Speicherplatzbeschränkungen bereit:
 
* ''edquota'': Bearbeiten der Quota-Einträge von Benutzern und Gruppen
* ''quotacheck'': Prüfen der Belegung und Erzeugen bzw. Aktualisieren der Quota-Dateien
* ''quotaon''/''quotaoff'': Aktivieren bzw. Deaktivieren der Quota-Überwachung auf Dateisystemen
 
Der Einsatz von Quota dient dazu, übermäßige Belegung von Festplattenspeicher zu verhindern
 
; Hinweis
Die ständige Überprüfung aller Dateizugriffe auf die Einhaltung der Quota-Grenzen verursacht zusätzlichen I/O-Overhead.
* Quota belastet die Leistungsfähigkeit des Speichersystems
* Wenn geringe Latenzzeiten ein zentrales Kriterium sind, können Benutzerdaten auf eigene Partitionen ausgelagert werden, damit Quota nicht auf Partitionen mit latenzkritischen Anwendungen erforderlich ist
* Quota wird in der Praxis meist nur auf Partitionen aktiviert, auf denen Benutzerdaten abgelegt werden
 
=== Einsatzgebiete ===
Dateisystem-Quotas werden überall dort eingesetzt, wo mehrere Konten einen gemeinsamen Speicherpool nutzen und unbegrenzter Verbrauch einzelner Konten die Verfügbarkeit des Systems gefährden könnte.
 
Typische Einsatzszenarien:
* Mailserver: Begrenzung der Größe von Mailspools pro Benutzerkonto
* Webhosting-Umgebungen: Begrenzung des verfügbaren Speicherplatzes pro Kundenaccount oder virtuellem Host
* Multiuser-Systeme im Intranet oder Rechenzentrum: Begrenzung von Home-Verzeichnissen und Projektbereichen
* Storage-Systeme mit gemeinsam genutzten Volumes (z. B. [[NFS]]- oder [[Samba-Server|Samba]]-Freigaben)
 
Durch definierte Obergrenzen pro Benutzer, Gruppe oder Projekt wird verhindert, dass einzelne Teilnehmer den verfügbaren Plattenplatz erschöpfen und dadurch Dienste für andere Konten blockieren.
 
=== Arten von Quota ===


== Aufruf ==
* Die Quotentypen bestimmen den Geltungsbereich:
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
< /syntaxhighlight>


=== Optionen ===
{| class="wikitable options big"
{| class="wikitable sortable options gnu big"
! Art
! Zweck
! Beschreibung
|-
|-
! Unix !! GNU !! Parameter !! Beschreibung
| Benutzerquota
| Überwacht den von einzelnen Benutzern belegten Speicherplatz (Blöcke und Inodes).
| Limits pro Benutzer.
|-
|-
| || || ||
| Gruppenquota
| Überwacht den von Benutzergruppen belegten Speicherplatz (Blöcke und Inodes).
| Limits pro Gruppe.
|-
|-
| Kombination Benutzer-/Gruppenquota
| Kombination aus Benutzer- und Gruppenquota auf derselben Partition.
| Benutzerquota hat höhere Priorität als Gruppenquota.
|}
|}


=== Parameter ===
* Quota-Grenzen legen die zulässige Nutzung fest:
=== Umgebungsvariablen ===
 
=== Exit-Status ===
{| class="wikitable options big"
{| class="wikitable options col1center big"
! Limit-Typ
! Beschreibung
|-
|-
! Wert !! Beschreibung
| Softlimit
| Ein Softlimit definiert einen Wert, der kurzfristig überschritten werden darf. Die zulässige Dauer der Überschreitung wird durch die ''Grace Period'' bestimmt.
|-
|-
| 0 || Erfolg
| Hardlimit
| Ein Hardlimit definiert einen Wert, der nie überschritten werden darf. Sobald das Hardlimit erreicht ist, werden weitere Schreiboperationen auf dem betroffenen Dateisystem abgelehnt.
|-
|-
| >0  || Fehler
| Grace Period
| Die ''Grace Period'' ist die Frist, während der ein gesetztes Softlimit überschritten werden darf. Nach Ablauf der Grace Period werden Softlimits wie Hardlimits behandelt, bis die Nutzung wieder unter das Softlimit sinkt.
|}
|}


== Anwendung ==
== Einbindung von Quota ==
 
=== Quota-Implementierungen ===
 
Es gibt mehrere Möglichkeiten, Quoten unter Linux zu aktivieren. Siehe [[Quota/Realisierungen|Hauptartikel]]
 
=== Quota-Einstellung mit externen Dateien auf ext4-Root-Dateisystem ===
 
==== Voraussetzungen ====
* Kernel mit Quota-Unterstützung (Module ''quota_v1''/''quota_v2'')
* Paket ''quota'' installiert
* Root-Dateisystem '''/''' auf ext4 (Beispiel: ''/dev/sda1'')
 
==== /etc/fstab für Quota mit externen Dateien auf / ====
 
1.&nbsp;In ''/etc/fstab'' wird festgelegt, dass auf ''/'' Quotas über externe Dateien verwendet werden:
 
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="" line copy>
/dev/sda1  /  ext4  defaults,usrquota,grpquota  0  1
</syntaxhighlight>
 
* Gerätebezeichnung, Dateisystemtyp und zusätzliche Mount-Optionen sind an das lokale System anzupassen.
* Für journalisierte externe Quotas kann alternativ
 
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="" line copy>
usrjquota=aquota.user,grpjquota=aquota.group,jqfmt=vfsv1
</syntaxhighlight>
 
2.&nbsp;Anschließend wird das Root-Dateisystem mit den neuen Optionen neu eingehängt:
 
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
< /syntaxhighlight>
mount -o remount /
</syntaxhighlight>
 
3.&nbsp;Überprüfen, ob die Optionen aktiv sind:
 
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
cat /proc/mounts | grep " / "
</syntaxhighlight>
 
In der Ausgabe sollten ''usrquota'' und ''grpquota'' enthalten sein.
 
==== Externe Quota-Dateien auf / anlegen ====


<!-- output -->
Aktuelle Quota-Werkzeuge verwenden für externe Dateien üblicherweise die Namen ''aquota.user'' und ''aquota.group'' im Wurzelverzeichnis.
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="" line>
< /syntaxhighlight>


=== Problembehebung ===
Veraltete oder beschädigte Quota-Dateien in `/` sollten gelöscht werden:


== Konfiguration ==
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
=== Dateien ===
rm -f /quota.user /quota.group /aquota.user /aquota.group
{| class="wikitable options big"
</syntaxhighlight>
|-
 
! Datei !! Beschreibung
Anschließend werden die Dateien für Benutzer- und Gruppenquotas auf dem Root-Dateisystem neu erzeugt:
|-
| ||
|-
| ||
|}


<noinclude>
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
quotacheck -cugm /
</syntaxhighlight>


== Anhang ==
* ''-c'': Quota-Dateien neu anlegen
=== Siehe auch ===
* ''-u'', ''-g'': Benutzer- und Gruppenquotas
<div style="column-count:2">
* ''-m'': kein temporäres Remount als read-only (wichtig für ''/'')
<categorytree hideroot=on mode="pages">{{BASEPAGENAME}}</categorytree>
* ohne ''-a'': Prüfung nur für das angegebene Dateisystem ''/''
</div>
----
{{Special:PrefixIndex/{{BASEPAGENAME}}/}}


=== Dokumentation ===
Die erzeugten Dateien sollten als ''root:root'' mit Modus ''600'' existieren:
<!--
; Man-Page
# [https://manpages.debian.org/stable/procps/pgrep.1.de.html prep(1)]


; Info-Pages
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
-->
ls -l /aquota.*
</syntaxhighlight>


=== Links ===
==== Quota-Überwachung auf / aktivieren ====
==== Projekt ====
==== Weblinks ====
# https://www.linuxhaven.de/dlhp/HOWTO/mini/DE-Quota-HOWTO.html


<!--
Nach der Initialisierung wird die Quota-Überwachung eingeschaltet:
{{DEFAULTSORT:new}}
{{DISPLAYTITLE:new}}
-->


[[Kategorie:Dateisystem]]
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
quotaon -vug /
</syntaxhighlight>


</noinclude>
* Mit ''quotaoff -vug /'' wird die Überwachung für ''/'' wieder deaktiviert.
* Einige Distributionen stellen systemd-Units wie ''quota.service'' bereit, die bei Bedarf für die automatische Aktivierung beim Booten genutzt werden.


= TMP =
;Hinweis
Disk '''Quota''' (englisch disk ‚Festplatte‘ und quota ‚Anteil‘, ‚Kontingent‘) sind Begrenzungen des Speicherplatzes auf Datenträgern für Benutzer oder Benutzergruppen
: Auf aktuellen ext4-Kernels erscheint bei ''quotacheck''/''quotaon'' häufig eine Meldung wie:
<syntaxhighlight lang="console" highlight="" line copy>
Your kernel probably supports ext4 quota feature but you are using external quota files. Please switch your filesystem to use ext4 quota feature as external quota files on ext4 are deprecated. You can enable the feature by unmounting the file system and running 'tune2fs -O quota <device>'.
</syntaxhighlight>


== Beschreibung ==
: Diese Meldung weist darauf hin, dass externe Dateien auf ext4 als veraltet gelten. Wird explizit die Methode mit externen Dateien verwendet, kann die Warnung in vielen Umgebungen ignoriert werden.  
=== Was sind Quota? ===
Benutzer, die an einem System arbeiten und dort ein persönliches Verzeichnis besitzen, neigen dazu, dass sie vielzuviel in dieses Verzeichnis speichern.
* Vom hochauflösenden A4-Scan einer Seite, bis über Briefe vom vorletzen Jahr, alles landet auf der Festplatte.  
* Kein Wunder, dass dann nach kurzer Zeit bereits eine neue Festplatte fällig wird.
* Die Lösung dazu heisst ''Quota''.
* Mit Quota kann der Systemadministrator den verfügbaren Speicherplatz für jeden Benutzer oder Gruppe einschränken.


; Wichtige Hinweise
Ob Quotas tatsächlich erzwungen werden, ist mit Testbenutzern zu prüfen.
Quota werden zurzeit für jede Partition ''separat'' überwacht.
* Falls ein Benutzer auf mehrere Partitionen Schreibrechte hat, muss man für jede Partition eine einzelne Quota setzen, falls dies benötigt wird.
* Ob dies vorteilhaft ist oder nicht, darüber kann man sich streiten.


=== Einsatzgebiete ===
==== Limits und Gnadenfrist setzen ====
Viele Computerbesitzer wissen gar nicht, wie stark sie durch Quota eingeschränkt werden.
* Ein anschauliches Beispiel sind die Internetprovider.
* Viele Kunden von Ihnen empfangen E-Mails oder haben eine Homepage auf dem Server des Providers gespeichert.
* Auf den Servern des Providers sind auch Quota gesetzt, beispielsweise 
* wie groß das E-Mail-Verzeichnis der Kunden sein darf.


Quota kommt vorwiegend bei Servern zum Einsatz.
Limits für Benutzer ''daniel'' auf dem Root-Dateisystem setzen:
* Denn nur dadurch lässt sich vermeiden, dass Benutzer zu viel auf dem Server ablegen und dadurch die Festplatte füllen.


=== Arten von Quota ===
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
In dem gesamten Dokument werde ich die Begriffe ''Softlimit'' (siehe Softlimit), ''Hardlimit'' (siehe Hardlimit) und ''Grace Period'' (siehe Grace Period) in ihrer englischen Form belassen, da es meines Erachtens keine sinvolle Übersetzung dafür gibt.
edquota -u daniel
* Wenn im Text die Rede von Softlimit oder Hardlimit ohne Zusatz ist, sind jeweils ''beide'' Arten, Block- und Inoden-Limiten gemeint.
</syntaxhighlight>


==== Quota auf Benutzerebene ====
Der Editor zeigt typischerweise:
Bei Quota auf Benutzerebene wird der Speicherplatz der einzelnen Benutzer überwacht.
* Mit dieser Methode kann man den Speicherplatz, den ein Benutzer füllen darf, begrenzen.
* Im weiteren Verlauf dieses Dokuments wird diese Form der Quota als ''Benutzerquota'' bezeichnet werden.


==== Quota auf Gruppenebene ====
<syntaxhighlight lang="console" highlight="" line copy>
Bei Quota auf Gruppenebene wird der Speicherplatz der einzelnen Gruppen überwacht.
Quotas for user daniel:
* Mit dieser Methode kann man den Speicherplatz, den eine Gruppe füllen darf, begrenzen.
/dev/sda1: blocks in use: 8117, limits (soft=0, hard=0)
* Im weiteren Verlauf dieses Dokuments wird diese Form der Quota als ''Gruppenquota'' bezeichnet werden.
inodes in use: 470, limits (soft=0, hard=0)
</syntaxhighlight>


==== Kombination von Quota auf Benutzerebene/Gruppenebene ====
Durch Anpassen der Soft- und Hardlimits für Blöcke und Inodes werden die Grenzen für ''/dev/sda1'' gesetzt.
Falls auf einer Partition Quota auf Benutzer- ''und'' Gruppenebene zum Einsatz kommen, haben Quota auf Benutzerebene eine ''höhere Priorität''.
* Wenn beispielsweise  eine Gruppe ein Limit von 5 MBytes hat, und ein Angehöriger dieser Gruppe hat ein Limit von 20 MBytes, so darf dieser maximal 20 MBytes füllen, auch wenn seine Gruppe nur 5 MBytes dürfte.


==== Softlimit ====
Die Gnadenfrist für Softlimits wird global definiert:
Ein Benutzer darf sein ''Softlimit'' für eine kurze Zeit überschreiten.
* Aber eben nur eine kurze Zeit.
* Dieser Zeitraum, in dem er das Softlimit überschreiten darf, ist durch die ''Grace Period'' festgelegt.


==== Hardlimit ====
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
Ein Benutzer kann sein ''Hardlimit'' ''nicht'' überschreiten.
edquota -t
* Es gibt ''keine'' Möglichkeit für den Benutzer, diese Limite zu umgehen.
</syntaxhighlight>


==== Grace Period ====
Ausgabe:
Die ''Grace Period'' ist ein Zeitraum.
* Sobald ein Benutzer sein Softlimit überschreitet, beginnt die Grace Period zu ticken.
* Wenn sie ersteinmal heruntergezählt ist, darf der betreffende Benutzer vorerst ''keine'' Daten mehr auf die Partition, auf der er das Softlimit überschritten hat, schreiben.
* Er darf erst wieder schreiben, wenn er sein Softlimit wieder unterschreitet.


== Installation ==
<syntaxhighlight lang="console" highlight="" line>
  # apt install quota
Grace period before enforcing soft limits for users:
  /dev/sda1: block grace period: 7 days, file grace period: 7 days
</syntaxhighlight>


Optional
==== Überprüfung ====
# apt install quotatool
Überprüfung der aktuellen Kontingente und der Gnadenfrist für den Benutzer daniel:


== Aufruf ==
<syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
=== Optionen ===
quota daniel
=== Argumente ===
</syntaxhighlight>
=== Umgebung ===
=== Rückgabewert ===


== Konfiguration ==
==== Hinweise zur Performance und zum Einsatzbereich ====


=== Das System auf Quota vorbereiten ===
* Die Prüfung der Quota-Grenzen bei Schreibzugriffen verursacht messbaren Overhead
==== Kernelkonfiguration ====
* I/O-kritische Anwendungen können auf Partitionen ohne Quota gelegt werden
Bei der Kernelkonfiguration muss man auf die Frage mit ''y'' antworten.
* Auf Multiuser-Systemen mit hohem Datenaufkommen bleibt die Nutzung von Quota auf ''/'' trotz externer Dateien ein pragmatischer Ansatz, insbesondere wenn Verwaltungswerkzeuge explizit ''aquota.*'' erwarten


==== Kompilieren und Installieren der Quota Software ====
Den Source von der Quota Software findet man unter <code>[./Ftp://ftp.funet.fi/pub/Linux/PEOPLE/Linus/subsystems/quota/ ftp.funet.fi:/pub/Linux/PEOPLE/Linus/subsystems/quota/]</code>Eventuell ist es günstiger, die Software von einem Mirror zu laden, da obengenannter Server die meiste Zeit überlastet ist.


==== Anpassen der /etc/fstab ====
== Anhang ==
Auf einem System, auf dem Quota noch nie zum Einsatz kam, sieht die <code>/etc/fstab</code> normalerweise so aus: Falls man ''Benutzerquota'' einsetzen möchte, muss man die Option ''usrquota'' einsetzen; das Ergebnis könnte dann zum Beispiel so aussehen: Falls man ''Gruppenquota'' einsetzen möchte, muss man die Option ''grpquota'' einsetzen; das Ergebnis könnte dann zum Beispiel so aussehen: Falls beide obengenannten Optionen benötigt werden:  
=== Siehe auch ===
<div style="column-count:2">
<categorytree hideroot=on mode="pages">{{BASEPAGENAME}}</categorytree>
</div>
----
{{Special:PrefixIndex/{{BASEPAGENAME}}/}}


==== Erstellen der Dateien quota.user und quota.group ====
=== Dokumentation ===
Auf den vorhergehenden Seiten wurde erwähnt, das es ''Benutzerquota'' und ''Gruppenquota'' gebe und das die Quota für jede Partition einzeln überwacht werde.  
<!--
* Aus diesen Gründen muss man für jede zu überwachende Partition zwei Dateien erstellen.
; Man-Page
* Auch wenn nur Benutzerquota oder Gruppenquota zum Einsatz kommen, muss man zwei Dateien haben.
# [https://manpages.debian.org/stable/procps/pgrep.1.de.html prep(1)]


Diese zwei Dateien müssen im Wurzelverzeichnis der Partition sein und <code>quota.user</code> und <code>quota.group</code> heissen.
; Info-Pages
* Am besten setzt man die Zugriffsrechte so, das nur root die Datei lesen und schreiben darf, ansonsten könnten andere Benutzer die Quota ändern.
-->
* Die Dateien erstellt man so: In dem Beispiel wird davon ausgegangen, dass die zu überwachende Partition unter <code>/partition</code> gemountet ist.
* Das man diese Operation als root durchführen muss, muss wohl nicht speziell erwähnt werden.


==== Nachträglich eine Partition einbinden ====
=== Links ===
Falls man alle Quota schon gesetzt hat, und eine weitere Partition einbinden will, so müssen nur die Schritte in den Abschnitten Anpassen der /etc/fstab und Erstellen der Dateien quota.user und quota.group für die einzubindende Partition durchgeführt werden.  
==== Projekt ====
* Dann kann man die Quota wie im Abschnitt Setzen der Quota beschrieben anpassen.
==== Weblinks ====
# https://www.linuxhaven.de/dlhp/HOWTO/mini/DE-Quota-HOWTO.html
# https://www.debian.org/doc/manuals/securing-debian-manual/ch04s17.de.html
# https://debian-handbook.info/browse/de-DE/stable/sect.quotas.html


==== Änderungen wirksam machen ====
[[Kategorie:Quota]]
Nun könnte man einfach das System rebooten, um die Änderungen wirksam zu machen.
* Aber wir betreiben ja ein Linux System und da geht fast alles ohne neu zu booten.
* Um die Quotas nun tatsächlich zu aktivieren, genügt es, einfach die entsprechende Partition unzumounten und wieder zu mounten.
* Einfacher geht dies indem man <code>mount</code> mit der Option ''-o remount'' aufruft.
* Beispielweise: Im Falle des Wurzelverzeichnisses ist dies sogar die einzige Möglichkeit, da wir <code>/</code> nicht einfach im laufenden Betrieb unmounten können.


Sollen in Zukunft weitere Dateisysteme mit Quotas versehen werden, müssen nur noch die Schritte, die in den Abschnitten Erstellen der Dateien quota.user und quota.group, Nachträglich eine Partition einbinden sowie Änderungen wirksam machen beschrieben werden, ausgeführt werden.
</noinclude>
=== Dateien ===

Aktuelle Version vom 27. November 2025, 09:11 Uhr

Quota - Begrenzungen des Speicherplatzes auf Datenträgern für Benutzer oder Benutzergruppen (Disc-Quota)

Beschreibung

Quota ermöglicht die gezielte Begrenzung des belegbaren Festplattenspeichers auf einem System.

  • Alle in /etc/fstab eingetragenen, beschreibbaren Partitionen auf gängigen Linux-Dateisystemen können mit Quota-Grenzen versehen werden
  • Quota-Grenzen können pro Benutzer und pro Gruppe getrennt gesetzt werden
  • Beschränkt werden können sowohl der verfügbare Block-Speicherplatz als auch die Anzahl der Inodes (Dateien und Verzeichnisse)
  • Optional können bei Überschreitung von Quota-Grenzen (Limits) zusätzliche Aktionen ausgelöst werden, z. B. Benachrichtigung per E-Mail
  • Quota greift unabhängig davon, ob der Zugriff lokal oder remote (z. B. per SSH oder FTP) erfolgt

Für den Einsatz von Quota unter Linux wird das Paket quota benötigt. Es stellt die folgenden Werkzeuge zur Verwaltung der Speicherplatzbeschränkungen bereit:

  • edquota: Bearbeiten der Quota-Einträge von Benutzern und Gruppen
  • quotacheck: Prüfen der Belegung und Erzeugen bzw. Aktualisieren der Quota-Dateien
  • quotaon/quotaoff: Aktivieren bzw. Deaktivieren der Quota-Überwachung auf Dateisystemen

Der Einsatz von Quota dient dazu, übermäßige Belegung von Festplattenspeicher zu verhindern

Hinweis

Die ständige Überprüfung aller Dateizugriffe auf die Einhaltung der Quota-Grenzen verursacht zusätzlichen I/O-Overhead.

  • Quota belastet die Leistungsfähigkeit des Speichersystems
  • Wenn geringe Latenzzeiten ein zentrales Kriterium sind, können Benutzerdaten auf eigene Partitionen ausgelagert werden, damit Quota nicht auf Partitionen mit latenzkritischen Anwendungen erforderlich ist
  • Quota wird in der Praxis meist nur auf Partitionen aktiviert, auf denen Benutzerdaten abgelegt werden

Einsatzgebiete

Dateisystem-Quotas werden überall dort eingesetzt, wo mehrere Konten einen gemeinsamen Speicherpool nutzen und unbegrenzter Verbrauch einzelner Konten die Verfügbarkeit des Systems gefährden könnte.

Typische Einsatzszenarien:

  • Mailserver: Begrenzung der Größe von Mailspools pro Benutzerkonto
  • Webhosting-Umgebungen: Begrenzung des verfügbaren Speicherplatzes pro Kundenaccount oder virtuellem Host
  • Multiuser-Systeme im Intranet oder Rechenzentrum: Begrenzung von Home-Verzeichnissen und Projektbereichen
  • Storage-Systeme mit gemeinsam genutzten Volumes (z. B. NFS- oder Samba-Freigaben)

Durch definierte Obergrenzen pro Benutzer, Gruppe oder Projekt wird verhindert, dass einzelne Teilnehmer den verfügbaren Plattenplatz erschöpfen und dadurch Dienste für andere Konten blockieren.

Arten von Quota

  • Die Quotentypen bestimmen den Geltungsbereich:
Art Zweck Beschreibung
Benutzerquota Überwacht den von einzelnen Benutzern belegten Speicherplatz (Blöcke und Inodes). Limits pro Benutzer.
Gruppenquota Überwacht den von Benutzergruppen belegten Speicherplatz (Blöcke und Inodes). Limits pro Gruppe.
Kombination Benutzer-/Gruppenquota Kombination aus Benutzer- und Gruppenquota auf derselben Partition. Benutzerquota hat höhere Priorität als Gruppenquota.
  • Quota-Grenzen legen die zulässige Nutzung fest:
Limit-Typ Beschreibung
Softlimit Ein Softlimit definiert einen Wert, der kurzfristig überschritten werden darf. Die zulässige Dauer der Überschreitung wird durch die Grace Period bestimmt.
Hardlimit Ein Hardlimit definiert einen Wert, der nie überschritten werden darf. Sobald das Hardlimit erreicht ist, werden weitere Schreiboperationen auf dem betroffenen Dateisystem abgelehnt.
Grace Period Die Grace Period ist die Frist, während der ein gesetztes Softlimit überschritten werden darf. Nach Ablauf der Grace Period werden Softlimits wie Hardlimits behandelt, bis die Nutzung wieder unter das Softlimit sinkt.

Einbindung von Quota

Quota-Implementierungen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Quoten unter Linux zu aktivieren. Siehe Hauptartikel

Quota-Einstellung mit externen Dateien auf ext4-Root-Dateisystem

Voraussetzungen

  • Kernel mit Quota-Unterstützung (Module quota_v1/quota_v2)
  • Paket quota installiert
  • Root-Dateisystem / auf ext4 (Beispiel: /dev/sda1)

/etc/fstab für Quota mit externen Dateien auf /

1. In /etc/fstab wird festgelegt, dass auf / Quotas über externe Dateien verwendet werden:

/dev/sda1   /   ext4   defaults,usrquota,grpquota   0  1
  • Gerätebezeichnung, Dateisystemtyp und zusätzliche Mount-Optionen sind an das lokale System anzupassen.
  • Für journalisierte externe Quotas kann alternativ
usrjquota=aquota.user,grpjquota=aquota.group,jqfmt=vfsv1

2. Anschließend wird das Root-Dateisystem mit den neuen Optionen neu eingehängt:

mount -o remount /

3. Überprüfen, ob die Optionen aktiv sind:

cat /proc/mounts | grep " / "

In der Ausgabe sollten usrquota und grpquota enthalten sein.

Externe Quota-Dateien auf / anlegen

Aktuelle Quota-Werkzeuge verwenden für externe Dateien üblicherweise die Namen aquota.user und aquota.group im Wurzelverzeichnis.

Veraltete oder beschädigte Quota-Dateien in `/` sollten gelöscht werden:

rm -f /quota.user /quota.group /aquota.user /aquota.group

Anschließend werden die Dateien für Benutzer- und Gruppenquotas auf dem Root-Dateisystem neu erzeugt:

quotacheck -cugm /
  • -c: Quota-Dateien neu anlegen
  • -u, -g: Benutzer- und Gruppenquotas
  • -m: kein temporäres Remount als read-only (wichtig für /)
  • ohne -a: Prüfung nur für das angegebene Dateisystem /

Die erzeugten Dateien sollten als root:root mit Modus 600 existieren:

ls -l /aquota.*

Quota-Überwachung auf / aktivieren

Nach der Initialisierung wird die Quota-Überwachung eingeschaltet:

quotaon -vug /
  • Mit quotaoff -vug / wird die Überwachung für / wieder deaktiviert.
  • Einige Distributionen stellen systemd-Units wie quota.service bereit, die bei Bedarf für die automatische Aktivierung beim Booten genutzt werden.
Hinweis
Auf aktuellen ext4-Kernels erscheint bei quotacheck/quotaon häufig eine Meldung wie:
Your kernel probably supports ext4 quota feature but you are using external quota files. Please switch your filesystem to use ext4 quota feature as external quota files on ext4 are deprecated. You can enable the feature by unmounting the file system and running 'tune2fs -O quota <device>'.
Diese Meldung weist darauf hin, dass externe Dateien auf ext4 als veraltet gelten. Wird explizit die Methode mit externen Dateien verwendet, kann die Warnung in vielen Umgebungen ignoriert werden.

Ob Quotas tatsächlich erzwungen werden, ist mit Testbenutzern zu prüfen.

Limits und Gnadenfrist setzen

Limits für Benutzer daniel auf dem Root-Dateisystem setzen:

edquota -u daniel

Der Editor zeigt typischerweise:

Quotas for user daniel:
 /dev/sda1: blocks in use: 8117, limits (soft=0, hard=0)
 inodes in use: 470, limits (soft=0, hard=0)

Durch Anpassen der Soft- und Hardlimits für Blöcke und Inodes werden die Grenzen für /dev/sda1 gesetzt.

Die Gnadenfrist für Softlimits wird global definiert:

edquota -t

Ausgabe:

Grace period before enforcing soft limits for users:
 /dev/sda1: block grace period: 7 days, file grace period: 7 days

Überprüfung

Überprüfung der aktuellen Kontingente und der Gnadenfrist für den Benutzer daniel:

quota daniel

Hinweise zur Performance und zum Einsatzbereich

  • Die Prüfung der Quota-Grenzen bei Schreibzugriffen verursacht messbaren Overhead
  • I/O-kritische Anwendungen können auf Partitionen ohne Quota gelegt werden
  • Auf Multiuser-Systemen mit hohem Datenaufkommen bleibt die Nutzung von Quota auf / trotz externer Dateien ein pragmatischer Ansatz, insbesondere wenn Verwaltungswerkzeuge explizit aquota.* erwarten


Anhang

Siehe auch


Dokumentation

Links

Projekt

Weblinks

  1. https://www.linuxhaven.de/dlhp/HOWTO/mini/DE-Quota-HOWTO.html
  2. https://www.debian.org/doc/manuals/securing-debian-manual/ch04s17.de.html
  3. https://debian-handbook.info/browse/de-DE/stable/sect.quotas.html