|
|
| (66 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt) |
| Zeile 1: |
Zeile 1: |
| '''Quota''' - Begrenzungen des Speicherplatzes auf Datenträgern für Benutzer oder Benutzergruppen (Disc-Quota) | | '''Quota''' - Begrenzungen des Speicherplatzes auf Datenträgern für Benutzer oder Benutzergruppen (Disc-Quota) |
|
| |
|
| == Beschreibung == | | === Beschreibung === |
| === Was sind Quota? ===
| | Quota ermöglicht die gezielte Begrenzung des belegbaren Festplattenspeichers auf einem System. |
| Benutzer, die an einem System arbeiten und dort ein persönliches Verzeichnis besitzen, neigen dazu, dass sie vielzuviel in dieses Verzeichnis speichern.
| |
| * Vom hochauflösenden A4-Scan einer Seite, bis über Briefe vom vorletzen Jahr, alles landet auf der Festplatte.
| |
| * Kein Wunder, dass dann nach kurzer Zeit bereits eine neue Festplatte fällig wird.
| |
| * Die Lösung dazu heisst ''Quota''.
| |
| * Mit Quota kann der Systemadministrator den verfügbaren Speicherplatz für jeden Benutzer oder Gruppe einschränken.
| |
|
| |
|
| ; Wichtige Hinweise
| | * Alle in [[/etc/fstab]] eingetragenen, beschreibbaren Partitionen auf gängigen Linux-Dateisystemen können mit Quota-Grenzen versehen werden |
| Quota werden zurzeit für jede Partition ''separat'' überwacht. | | * Quota-Grenzen können pro Benutzer und pro Gruppe getrennt gesetzt werden |
| * Falls ein Benutzer auf mehrere Partitionen Schreibrechte hat, muss man für jede Partition eine einzelne Quota setzen, falls dies benötigt wird. | | * Beschränkt werden können sowohl der verfügbare Block-Speicherplatz als auch die Anzahl der Inodes (Dateien und Verzeichnisse) |
| * Ob dies vorteilhaft ist oder nicht, darüber kann man sich streiten. | | * Optional können bei Überschreitung von Quota-Grenzen (Limits) zusätzliche Aktionen ausgelöst werden, z. B. Benachrichtigung per E-Mail |
| | * Quota greift unabhängig davon, ob der Zugriff lokal oder remote (z. B. per [[Secure Shell|SSH]] oder [[FTP]]) erfolgt |
|
| |
|
| === Einsatzgebiete ===
| | Für den Einsatz von Quota unter [[Linux]] wird das Paket '''''quota''''' benötigt. Es stellt die folgenden Werkzeuge zur Verwaltung der Speicherplatzbeschränkungen bereit: |
| Viele Computerbesitzer wissen gar nicht, wie stark sie durch Quota eingeschränkt werden.
| |
| * Ein anschauliches Beispiel sind die Internetprovider.
| |
| * Viele Kunden von Ihnen empfangen E-Mails oder haben eine Homepage auf dem Server des Providers gespeichert.
| |
| * Auf den Servern des Providers sind auch Quota gesetzt, beispielsweise
| |
| * wie groß das E-Mail-Verzeichnis der Kunden sein darf.
| |
|
| |
|
| Quota kommt vorwiegend bei Servern zum Einsatz. | | * ''edquota'': Bearbeiten der Quota-Einträge von Benutzern und Gruppen |
| * Denn nur dadurch lässt sich vermeiden, dass Benutzer zu viel auf dem Server ablegen und dadurch die Festplatte füllen. | | * ''quotacheck'': Prüfen der Belegung und Erzeugen bzw. Aktualisieren der Quota-Dateien |
| | * ''quotaon''/''quotaoff'': Aktivieren bzw. Deaktivieren der Quota-Überwachung auf Dateisystemen |
|
| |
|
| === Arten von Quota ===
| | Der Einsatz von Quota dient dazu, übermäßige Belegung von Festplattenspeicher zu verhindern |
| In dem gesamten Dokument werde ich die Begriffe ''Softlimit'' (siehe Softlimit), ''Hardlimit'' (siehe Hardlimit) und ''Grace Period'' (siehe Grace Period) in ihrer englischen Form belassen, da es meines Erachtens keine sinvolle Übersetzung dafür gibt.
| |
| * Wenn im Text die Rede von Softlimit oder Hardlimit ohne Zusatz ist, sind jeweils ''beide'' Arten, Block- und Inoden-Limiten gemeint.
| |
|
| |
|
| ==== Quota auf Benutzerebene ====
| | ; Hinweis |
| Bei Quota auf Benutzerebene wird der Speicherplatz der einzelnen Benutzer überwacht.
| | Die ständige Überprüfung aller Dateizugriffe auf die Einhaltung der Quota-Grenzen verursacht zusätzlichen I/O-Overhead. |
| * Mit dieser Methode kann man den Speicherplatz, den ein Benutzer füllen darf, begrenzen. | | * Quota belastet die Leistungsfähigkeit des Speichersystems |
| * Im weiteren Verlauf dieses Dokuments wird diese Form der Quota als ''Benutzerquota'' bezeichnet werden. | | * Wenn geringe Latenzzeiten ein zentrales Kriterium sind, können Benutzerdaten auf eigene Partitionen ausgelagert werden, damit Quota nicht auf Partitionen mit latenzkritischen Anwendungen erforderlich ist |
| | * Quota wird in der Praxis meist nur auf Partitionen aktiviert, auf denen Benutzerdaten abgelegt werden |
|
| |
|
| ==== Quota auf Gruppenebene ==== | | === Einsatzgebiete === |
| Bei Quota auf Gruppenebene wird der Speicherplatz der einzelnen Gruppen überwacht.
| | Dateisystem-Quotas werden überall dort eingesetzt, wo mehrere Konten einen gemeinsamen Speicherpool nutzen und unbegrenzter Verbrauch einzelner Konten die Verfügbarkeit des Systems gefährden könnte. |
| * Mit dieser Methode kann man den Speicherplatz, den eine Gruppe füllen darf, begrenzen.
| |
| * Im weiteren Verlauf dieses Dokuments wird diese Form der Quota als ''Gruppenquota'' bezeichnet werden.
| |
|
| |
|
| ==== Kombination von Quota auf Benutzerebene/Gruppenebene ====
| | Typische Einsatzszenarien: |
| Falls auf einer Partition Quota auf Benutzer- ''und'' Gruppenebene zum Einsatz kommen, haben Quota auf Benutzerebene eine ''höhere Priorität''.
| | * Mailserver: Begrenzung der Größe von Mailspools pro Benutzerkonto |
| * Wenn beispielsweise eine Gruppe ein Limit von 5 MBytes hat, und ein Angehöriger dieser Gruppe hat ein Limit von 20 MBytes, so darf dieser maximal 20 MBytes füllen, auch wenn seine Gruppe nur 5 MBytes dürfte. | | * Webhosting-Umgebungen: Begrenzung des verfügbaren Speicherplatzes pro Kundenaccount oder virtuellem Host |
| | * Multiuser-Systeme im Intranet oder Rechenzentrum: Begrenzung von Home-Verzeichnissen und Projektbereichen |
| | * Storage-Systeme mit gemeinsam genutzten Volumes (z. B. [[NFS]]- oder [[Samba-Server|Samba]]-Freigaben) |
|
| |
|
| ==== Softlimit ====
| | Durch definierte Obergrenzen pro Benutzer, Gruppe oder Projekt wird verhindert, dass einzelne Teilnehmer den verfügbaren Plattenplatz erschöpfen und dadurch Dienste für andere Konten blockieren. |
| Ein Benutzer darf sein ''Softlimit'' für eine kurze Zeit überschreiten.
| |
| * Aber eben nur eine kurze Zeit.
| |
| * Dieser Zeitraum, in dem er das Softlimit überschreiten darf, ist durch die ''Grace Period'' festgelegt.
| |
|
| |
|
| ==== Hardlimit ==== | | === Arten von Quota === |
| Ein Benutzer kann sein ''Hardlimit'' ''nicht'' überschreiten.
| |
| * Es gibt ''keine'' Möglichkeit für den Benutzer, diese Limite zu umgehen.
| |
|
| |
|
| ==== Grace Period ====
| | * Die Quotentypen bestimmen den Geltungsbereich: |
| Die ''Grace Period'' ist ein Zeitraum. | |
| * Sobald ein Benutzer sein Softlimit überschreitet, beginnt die Grace Period zu ticken.
| |
| * Wenn sie ersteinmal heruntergezählt ist, darf der betreffende Benutzer vorerst ''keine'' Daten mehr auf die Partition, auf der er das Softlimit überschritten hat, schreiben.
| |
| * Er darf erst wieder schreiben, wenn er sein Softlimit wieder unterschreitet.
| |
|
| |
|
| == Installation ==
| | {| class="wikitable options big" |
| <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
| | ! Art |
| sudo apt install quota
| | ! Zweck |
| </syntaxhighlight>
| | ! Beschreibung |
| | |
| ; Optional
| |
| <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
| |
| sudo apt install quotatool
| |
| </syntaxhighlight>
| |
| | |
| == Aufruf ==
| |
| <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
| |
| </syntaxhighlight>
| |
| | |
| === Optionen ===
| |
| {| class="wikitable sortable options gnu big" | |
| |- | | |- |
| ! Unix !! GNU !! Parameter !! Beschreibung
| | | Benutzerquota |
| | | Überwacht den von einzelnen Benutzern belegten Speicherplatz (Blöcke und Inodes). |
| | | Limits pro Benutzer. |
| |- | | |- |
| | || || || | | | Gruppenquota |
| | | Überwacht den von Benutzergruppen belegten Speicherplatz (Blöcke und Inodes). |
| | | Limits pro Gruppe. |
| |- | | |- |
| | | Kombination Benutzer-/Gruppenquota |
| | | Kombination aus Benutzer- und Gruppenquota auf derselben Partition. |
| | | Benutzerquota hat höhere Priorität als Gruppenquota. |
| |} | | |} |
|
| |
|
| === Parameter ===
| | * Quota-Grenzen legen die zulässige Nutzung fest: |
| === Umgebungsvariablen ===
| | |
| === Exit-Status ===
| | {| class="wikitable options big" |
| {| class="wikitable options col1center big" | | ! Limit-Typ |
| | ! Beschreibung |
| |- | | |- |
| ! Wert !! Beschreibung
| | | Softlimit |
| | | Ein Softlimit definiert einen Wert, der kurzfristig überschritten werden darf. Die zulässige Dauer der Überschreitung wird durch die ''Grace Period'' bestimmt. |
| |- | | |- |
| | 0 || Erfolg | | | Hardlimit |
| | | Ein Hardlimit definiert einen Wert, der nie überschritten werden darf. Sobald das Hardlimit erreicht ist, werden weitere Schreiboperationen auf dem betroffenen Dateisystem abgelehnt. |
| |- | | |- |
| | >0 || Fehler | | | Grace Period |
| | | Die ''Grace Period'' ist die Frist, während der ein gesetztes Softlimit überschritten werden darf. Nach Ablauf der Grace Period werden Softlimits wie Hardlimits behandelt, bis die Nutzung wieder unter das Softlimit sinkt. |
| |} | | |} |
|
| |
|
| == Anwendung == | | == Einbindung von Quota == |
| <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
| |
| </syntaxhighlight>
| |
|
| |
|
| <!-- output -->
| | === Quota-Implementierungen === |
| <syntaxhighlight lang="bash" highlight="" line>
| |
| </syntaxhighlight>
| |
|
| |
|
| === Quota setzen ===
| | Es gibt mehrere Möglichkeiten, Quoten unter Linux zu aktivieren. Siehe [[Quota/Realisierungen|Hauptartikel]] |
| Diese Operation wird mit dem Programm <code>edquota</code> durchgeführt.
| |
| * Falls man mehr über dieses Programm erfahren möchte, dem sei die Manual Page des Programms ans Herz gelegt.
| |
|
| |
|
| ==== Vorbereitung ==== | | === Quota-Einstellung mit externen Dateien auf ext4-Root-Dateisystem === |
| Zuerst muss mit der Platzverbrauch der einzelnen Benutzer erfasst werden.
| |
| * Je nach Grösse der Partition(en) und dem belegten Speicherplatz kann dies unterschiedlich lange dauern.
| |
|
| |
|
| ==== Benutzerquota setzen ==== | | ==== Voraussetzungen ==== |
| Angenommen, ich habe auf meinem System einen Benutzer mit dem Loginnamen ''tom''.
| | * Kernel mit Quota-Unterstützung (Module ''quota_v1''/''quota_v2'') |
| * Wenn ich seine Quota setzen oder ändern möchte, rufe ich das Programm auf. | | * Paket ''quota'' installiert |
| * Dann lande ich in dem Editor, der in der Variable <code>$EDITOR</code> spezifiziert ist. | | * Root-Dateisystem '''/''' auf ext4 (Beispiel: ''/dev/sda1'') |
| * Normalerweise ist das <code>vi</code>.
| |
| * Das könnte dann zum Beispiel so aussehen: Hier nun jede Zeile einzeln erklärt: Hier steht der Name des Benutzers, dessen Quota man gerade bearbeitet. Hier steht die Partition, auf die sich die Angaben beziehen (in diesem Fall <code>/dev/hda9</code>) und wieviele Blöcke der Benutzer schon benutzt.
| |
| * In den Klammern kann man die Softlimite und die Hardlimite für die Anzahl Blöcke festlegen.
| |
| * Ein Wert von Null bedeutet unbegrenzt. Diese Zeile bezieht sich auf die gleiche Partition wie die vorhergehende.
| |
| * Hier kann der Systemadministrator ablesen, wieviele Inoden der Benutzer schon gebraucht hat.
| |
| * Eine Inode entspricht einer Datei.
| |
| * In den Klammern kann man hier die Softlimite und die Hardlimite für die Anzahl der Inoden festlegen.
| |
| * Auch hier bedeutet ein Wert von Null unbegrenzt. Diese beiden Zeilen haben die gleiche Bedeutung wie die beiden anderen, beziehen sich jedoch auf eine andere Partition: in diesem Fall <code>/dev/hda2</code>.
| |
|
| |
|
| ==== Gruppenquota setzen ==== | | ==== /etc/fstab für Quota mit externen Dateien auf / ==== |
| Angenommen, ich möchte die Quota für ein bestimmte Gruppe setzen.
| |
| * Falls ich dies für die Gruppe ''users'' tun will, rufe ich auf.
| |
| * Dann erscheint wieder der Editor; das sieht dann zum Beispiel so aus: Die Optionen sind dieselben wie oben, deshalb werde ich nicht noch einmal daraufeingehen.
| |
|
| |
|
| ==== Quota für mehrere Benutzer vergeben ====
| | 1. In ''/etc/fstab'' wird festgelegt, dass auf ''/'' Quotas über externe Dateien verwendet werden: |
| Hier ist eine Lösung, wie man mehreren Benutzer die gleiche Quota wie dem Benutzer ''tom'' geben kann.
| |
| * Dazu muss man aber die <code>csh</code> als Shell benutzen: Bei diesem Beispiel wird angenommen, das die UIDs von 500 an aufwärts vergeben worden sind.
| |
| * Falls dies nicht der Fall ist, muss man die Zahl ''499'' in dem Beispiel anpassen.
| |
|
| |
|
| ==== Die Grace Period setzen ==== | | <syntaxhighlight lang="bash" highlight="" line copy> |
| Zu guter letzt kann man noch die Grace Period setzen.
| | /dev/sda1 / ext4 defaults,usrquota,grpquota 0 1 |
| * Dazu ruft man auf.
| | </syntaxhighlight> |
| * Dann gelangt man wieder in seinen Lieblingseditor und kriegt folgendes zu sehen: Hier kann man die Grace Period einstellen.
| |
| * Auch hier muss man sie für jede Partition getrennt setzen.
| |
| * Hinter ''block grace period'' folgt die Zeitspanne für das Block-Limit, hinter ''file grace period'' die Zeitspanne für die Inoden-Limite.
| |
| * Mögliche Werte sind Tage (days), Stunden (hours), Minuten (minutes) und Sekunden (seconds).
| |
| * Ein guter Wert ist sieben Tage.
| |
|
| |
|
| === Starten und beenden der Quotaüberwachung ===
| | * Gerätebezeichnung, Dateisystemtyp und zusätzliche Mount-Optionen sind an das lokale System anzupassen. |
| ==== Manuell ====
| | * Für journalisierte externe Quotas kann alternativ |
| Zum Starten und Beenden der Quotaüberwachung werden die Programme <code>quotaon</code> und <code>quotaoff</code> benötigt.
| |
|
| |
|
| Mit wird die Quotaüberwachung eingeschaltet, mit wird sie ausgeschaltet.
| | <syntaxhighlight lang="bash" highlight="" line copy> |
| | usrjquota=aquota.user,grpjquota=aquota.group,jqfmt=vfsv1 |
| | </syntaxhighlight> |
|
| |
|
| ==== Mit einem Skript ====
| | 2. Anschließend wird das Root-Dateisystem mit den neuen Optionen neu eingehängt: |
| Am besten wäre es, wenn man die Quotaüberwachung schon beim Systemstart einschalten könnte.
| |
| * Dazu kann man sich folgenden Skriptes bedienen: Das Skript erwartet einen Parameter, nämlich ''start'' oder ''stop''.
| |
| * Mit dem Paramter ''start'' wird die Quotaüberwachung gestartet, mit dem Parameter ''stop'' wird sie beendet.
| |
|
| |
|
| Falls man das Skript von Hand starten möchte, kann man es in eine beliebiges Verzeichnis kopieren, und dann durchführen. <code>/pfad/skriptname</code> muss noch durch den wirklichen Skriptnamen und dessen Pfad ausgetauscht werden.
| | <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy> |
| * Um es zu starten, wechselt man in das Verzeichnis, in dem sich das Skript befindet und gibt dann <code>./skriptname</code> ein.
| | mount -o remount / |
| * Auch hier muss <code>skriptname</code> noch ersetzt werden.
| | </syntaxhighlight> |
|
| |
|
| Falls man es als Init-Skript benutzen will, muss man das Skript zuerst nach <code>/etc/init.d</code> (bei SuSE-Linux/ <code>/sbin/init.d</code>) kopieren.
| | 3. Überprüfen, ob die Optionen aktiv sind: |
| * Am besten nennt man es <code>quota</code>.
| |
| * Dann führt man folgende Schritte durch: Ab jetzt wird die Quotaüberwachung bei jedem Systemstart aktiviert.
| |
| === Verschiedene Kommandos ===
| |
| ==== Quota ====
| |
| Der Befehl <code>quota</code> ist für die Benutzer gedacht.
| |
| * Damit können Sie sich ihren aktuellen Stand ansehen: Hier sieht der Benutzer, wieviel Blöcke und Inoden er in Benutzung hat und wie seine Quota gesetzt ist.
| |
| * Sobald er eine seiner Softlimiten überschreitet, wird in der Spalte ''grace'' die noch nicht abgelaufene Grace Period angezeigt.
| |
| * Ausserdem wird der Wert, den der Benutzer überschritten hat, durch einen Stern markiert: Hier sieht der Benutzer, dass er sein Inoden-Soft-Limit überschritten hat.
| |
| * Die Grace Period dauert nun noch 15.
| |
| * Leider wird nicht angezeigt, was für eine Einheit die Grace Period hat.
| |
| * Hoffentlich wird dies in zukünftigen Versionen der Quota Software geändert.
| |
|
| |
|
| ==== Quotacheck ==== | | <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy> |
| Das Programm <code>quotacheck</code> wurde vorher schon einmal erwähnt. <code>quotacheck</code> erfasst den Platzverbrauch der einzeln Benutzer und Gruppen auf den Partitionen, auf den Quota eingeschaltet ist und schreibt die Ergebnisse in die Dateien <code>quota.user</code> und <code>quota.group</code>.
| | cat /proc/mounts | grep " / " |
| | </syntaxhighlight> |
|
| |
|
| ==== Repquota ====
| | In der Ausgabe sollten ''usrquota'' und ''grpquota'' enthalten sein. |
| <code>repquota</code> erzeugt eine tabellarische Übersicht über die gesetzen Quota und den Platzverbrauch der Benutzer und Gruppen.
| |
| * Die ausführlichste Übersicht erhält man mit Das führt zu folgender Ausgabe:
| |
|
| |
|
| ==== Quotaon und Quotaoff ==== | | ==== Externe Quota-Dateien auf / anlegen ==== |
| Um Quota an- bzw. auszuschalten:
| |
| sudo quotaon -a
| |
| sudo quotaoff -a
| |
|
| |
|
| ==== Quotacheck ====
| | Aktuelle Quota-Werkzeuge verwenden für externe Dateien üblicherweise die Namen ''aquota.user'' und ''aquota.group'' im Wurzelverzeichnis. |
| Quotacheck scannt das Dateisystem nach der aktuellen Plattenauslastung:
| |
| sudo quotacheck -avugm
| |
| quotacheck: Scanning /dev/sda1 [/] done
| |
| quotacheck: Checked 22685 directories and 177183 files
| |
|
| |
|
| ==== Repquota ====
| | Veraltete oder beschädigte Quota-Dateien in `/` sollten gelöscht werden: |
| Repquota liefert einen Bericht:
| |
| sudo repquota /
| |
| *** Report for user quotas on device /dev/sda1
| |
| Block grace time: 7days; Inode grace time: 7days
| |
|
| |
|
| Block limits File limits
| | <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy> |
| User used soft hard grace used soft hard grace
| | rm -f /quota.user /quota.group /aquota.user /aquota.group |
| ----------------------------------------------------------------------
| | </syntaxhighlight> |
| root -- 3770548 0 0 198636 0 0
| |
| daemon -- 56 0 0 5 0 0
| |
| ...
| |
| otto +- 102524 95000 120000 6days 7 0 0
| |
|
| |
|
| === Problembehebung ===
| | Anschließend werden die Dateien für Benutzer- und Gruppenquotas auf dem Root-Dateisystem neu erzeugt: |
|
| |
|
| == Konfiguration == | | <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy> |
| === Das System auf Quota vorbereiten ===
| | quotacheck -cugm / |
| ==== Kernelkonfiguration ====
| | </syntaxhighlight> |
| Bei der Kernelkonfiguration muss man auf die Frage mit ''y'' antworten.
| |
|
| |
|
| ==== Kompilieren und Installieren der Quota Software ====
| | * ''-c'': Quota-Dateien neu anlegen |
| Den Source von der Quota Software findet man unter <code>[./Ftp://ftp.funet.fi/pub/Linux/PEOPLE/Linus/subsystems/quota/ ftp.funet.fi:/pub/Linux/PEOPLE/Linus/subsystems/quota/]</code>Eventuell ist es günstiger, die Software von einem Mirror zu laden, da obengenannter Server die meiste Zeit überlastet ist.
| | * ''-u'', ''-g'': Benutzer- und Gruppenquotas |
| | * ''-m'': kein temporäres Remount als read-only (wichtig für ''/'') |
| | * ohne ''-a'': Prüfung nur für das angegebene Dateisystem ''/'' |
|
| |
|
| ==== Anpassen der /etc/fstab ====
| | Die erzeugten Dateien sollten als ''root:root'' mit Modus ''600'' existieren: |
| Auf einem System, auf dem Quota noch nie zum Einsatz kam, sieht die <code>/etc/fstab</code> normalerweise so aus: Falls man ''Benutzerquota'' einsetzen möchte, muss man die Option ''usrquota'' einsetzen; das Ergebnis könnte dann zum Beispiel so aussehen: Falls man ''Gruppenquota'' einsetzen möchte, muss man die Option ''grpquota'' einsetzen; das Ergebnis könnte dann zum Beispiel so aussehen: Falls beide obengenannten Optionen benötigt werden:
| |
|
| |
|
| ==== Erstellen der Dateien quota.user und quota.group ==== | | <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy> |
| Auf den vorhergehenden Seiten wurde erwähnt, das es ''Benutzerquota'' und ''Gruppenquota'' gebe und das die Quota für jede Partition einzeln überwacht werde.
| | ls -l /aquota.* |
| * Aus diesen Gründen muss man für jede zu überwachende Partition zwei Dateien erstellen. | | </syntaxhighlight> |
| * Auch wenn nur Benutzerquota oder Gruppenquota zum Einsatz kommen, muss man zwei Dateien haben.
| |
|
| |
|
| Diese zwei Dateien müssen im Wurzelverzeichnis der Partition sein und <code>quota.user</code> und <code>quota.group</code> heissen.
| | ==== Quota-Überwachung auf / aktivieren ==== |
| * Am besten setzt man die Zugriffsrechte so, das nur root die Datei lesen und schreiben darf, ansonsten könnten andere Benutzer die Quota ändern.
| |
| * Die Dateien erstellt man so: In dem Beispiel wird davon ausgegangen, dass die zu überwachende Partition unter <code>/partition</code> gemountet ist.
| |
| * Das man diese Operation als root durchführen muss, muss wohl nicht speziell erwähnt werden.
| |
|
| |
|
| ==== Nachträglich eine Partition einbinden ====
| | Nach der Initialisierung wird die Quota-Überwachung eingeschaltet: |
| Falls man alle Quota schon gesetzt hat, und eine weitere Partition einbinden will, so müssen nur die Schritte in den Abschnitten Anpassen der /etc/fstab und Erstellen der Dateien quota.user und quota.group für die einzubindende Partition durchgeführt werden.
| |
| * Dann kann man die Quota wie im Abschnitt Setzen der Quota beschrieben anpassen.
| |
|
| |
|
| ==== Änderungen wirksam machen ==== | | <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy> |
| Nun könnte man einfach das System rebooten, um die Änderungen wirksam zu machen.
| | quotaon -vug / |
| * Aber wir betreiben ja ein Linux System und da geht fast alles ohne neu zu booten.
| | </syntaxhighlight> |
| * Um die Quotas nun tatsächlich zu aktivieren, genügt es, einfach die entsprechende Partition unzumounten und wieder zu mounten.
| |
| * Einfacher geht dies indem man <code>mount</code> mit der Option ''-o remount'' aufruft.
| |
| * Beispielweise: Im Falle des Wurzelverzeichnisses ist dies sogar die einzige Möglichkeit, da wir <code>/</code> nicht einfach im laufenden Betrieb unmounten können.
| |
|
| |
|
| Sollen in Zukunft weitere Dateisysteme mit Quotas versehen werden, müssen nur noch die Schritte, die in den Abschnitten Erstellen der Dateien quota.user und quota.group, Nachträglich eine Partition einbinden sowie Änderungen wirksam machen beschrieben werden, ausgeführt werden.
| | * Mit ''quotaoff -vug /'' wird die Überwachung für ''/'' wieder deaktiviert. |
| | * Einige Distributionen stellen systemd-Units wie ''quota.service'' bereit, die bei Bedarf für die automatische Aktivierung beim Booten genutzt werden. |
|
| |
|
| === Dateien === | | ;Hinweis |
| {| class="wikitable options big"
| | : Auf aktuellen ext4-Kernels erscheint bei ''quotacheck''/''quotaon'' häufig eine Meldung wie: |
| |-
| | <syntaxhighlight lang="console" highlight="" line copy> |
| ! Datei !! Beschreibung
| | Your kernel probably supports ext4 quota feature but you are using external quota files. Please switch your filesystem to use ext4 quota feature as external quota files on ext4 are deprecated. You can enable the feature by unmounting the file system and running 'tune2fs -O quota <device>'. |
| |-
| | </syntaxhighlight> |
| | ||
| |
| |-
| |
| | ||
| |
| |}
| |
|
| |
|
| <noinclude>
| | : Diese Meldung weist darauf hin, dass externe Dateien auf ext4 als veraltet gelten. Wird explizit die Methode mit externen Dateien verwendet, kann die Warnung in vielen Umgebungen ignoriert werden. |
|
| |
|
| == Anhang ==
| | Ob Quotas tatsächlich erzwungen werden, ist mit Testbenutzern zu prüfen. |
| === Siehe auch ===
| |
| <div style="column-count:2">
| |
| <categorytree hideroot=on mode="pages">{{BASEPAGENAME}}</categorytree>
| |
| </div>
| |
| ----
| |
| {{Special:PrefixIndex/{{BASEPAGENAME}}/}}
| |
|
| |
|
| === Dokumentation === | | ==== Limits und Gnadenfrist setzen ==== |
| <!--
| |
| ; Man-Page
| |
| # [https://manpages.debian.org/stable/procps/pgrep.1.de.html prep(1)]
| |
|
| |
|
| ; Info-Pages
| | Limits für Benutzer ''daniel'' auf dem Root-Dateisystem setzen: |
| -->
| |
|
| |
|
| === Links ===
| |
| ==== Projekt ====
| |
| ==== Weblinks ====
| |
| # https://www.linuxhaven.de/dlhp/HOWTO/mini/DE-Quota-HOWTO.html
| |
|
| |
| <!--
| |
| {{DEFAULTSORT:new}}
| |
| {{DISPLAYTITLE:new}}
| |
| -->
| |
|
| |
| [[Kategorie:Dateisystem]]
| |
|
| |
| </noinclude>
| |
|
| |
|
| |
| = TMP =
| |
| '''Quota/Debian''' - Beschreibung
| |
|
| |
| == Beschreibung ==
| |
| Um Quota unter Debian 13 (Trixie) zu verwenden, müssen Sie das Paket <tt>quota</tt> installieren und dann die Befehle <tt>edquota</tt>, <tt>quotacheck</tt> und <tt>quotaon</tt>/<tt>quotaoff</tt> verwenden, um die Speicherplatzbeschränkungen für Benutzer und Gruppen zu verwalten. Das Paket <tt>quota</tt> enthält die erforderlichen Dienstprogramme zum Festlegen von Hard- und Soft-Limits für die Block- und Inode-Nutzung.
| |
|
| |
| == Installation ==
| |
| Installieren Sie das Paket „quota”, falls es noch nicht installiert ist
| |
| <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy> | | <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy> |
| sudo apt install quota
| | edquota -u daniel |
| </syntaxhighlight> | | </syntaxhighlight> |
|
| |
|
| == Konfiguration ==
| | Der Editor zeigt typischerweise: |
| Aktivieren Sie Quoten für das gewünschte Dateisystem in <tt>/etc/fstab</tt>, indem Sie <tt>usrquota</tt> oder <tt>grpquota</tt> zu den Mount-Optionen hinzufügen.
| |
| * Um beispielsweise Benutzerquoten für die Root-Partition zu aktivieren, suchen Sie die Zeile für <tt>/</tt> und fügen Sie <tt>usrquota</tt> zu den Optionen hinzu.
| |
|
| |
|
| ; Wichtig
| | <syntaxhighlight lang="console" highlight="" line copy> |
| : Sie müssen das Dateisystem neu mounten, damit die Änderungen wirksam werden, oder das System neu starten. | | Quotas for user daniel: |
| | /dev/sda1: blocks in use: 8117, limits (soft=0, hard=0) |
| | inodes in use: 470, limits (soft=0, hard=0) |
| | </syntaxhighlight> |
|
| |
|
| <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" copy>
| | Durch Anpassen der Soft- und Hardlimits für Blöcke und Inodes werden die Grenzen für ''/dev/sda1'' gesetzt. |
| sudo mount -o remount,usrquota /
| |
| </syntaxhighlight>
| |
|
| |
|
| == Quota-Status überprüfen ==
| | Die Gnadenfrist für Softlimits wird global definiert: |
| <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" copy>
| |
| quota
| |
| </syntaxhighlight>
| |
|
| |
|
| == Verwaltung ==
| |
| === Quoten festlegen ===
| |
| * für einen Benutzer oder eine Gruppe mit <tt>edquota</tt>. Dieser Befehl öffnet eine Textdatei in einem temporären Ordner, in dem Sie die Grenzen bearbeiten können.
| |
| <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy> | | <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy> |
| sudo edquota <Benutzername>
| | edquota -t |
| </syntaxhighlight> | | </syntaxhighlight> |
|
| |
|
| === Quoten überprüfen ===
| | Ausgabe: |
| Für alle Benutzer mit <tt>repquota</tt>
| |
| <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy>
| |
| sudo repquota /
| |
| </syntaxhighlight>
| |
|
| |
|
| === Ein- oder ausschalten ===
| | <syntaxhighlight lang="console" highlight="" line> |
| Für ein Dateisystem mit <tt>quotaon</tt> und <tt>quotaoff</tt>.
| | Grace period before enforcing soft limits for users: |
| <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" copy> | | /dev/sda1: block grace period: 7 days, file grace period: 7 days |
| sudo quotaon -v /
| |
| </syntaxhighlight> | | </syntaxhighlight> |
|
| |
|
| <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" copy>
| | ==== Überprüfung ==== |
| sudo quotaoff -v /
| | Überprüfung der aktuellen Kontingente und der Gnadenfrist für den Benutzer daniel: |
| </syntaxhighlight>
| |
|
| |
|
| == Anwendung ==
| |
| <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy> | | <syntaxhighlight lang="bash" highlight="1" line copy> |
| | quota daniel |
| </syntaxhighlight> | | </syntaxhighlight> |
|
| |
|
| <!-- output -->
| | ==== Hinweise zur Performance und zum Einsatzbereich ==== |
| <syntaxhighlight lang="bash" highlight="" line>
| |
| </syntaxhighlight>
| |
|
| |
|
| === Fehlerbehebung ===
| | * Die Prüfung der Quota-Grenzen bei Schreibzugriffen verursacht messbaren Overhead |
| | * I/O-kritische Anwendungen können auf Partitionen ohne Quota gelegt werden |
| | * Auf Multiuser-Systemen mit hohem Datenaufkommen bleibt die Nutzung von Quota auf ''/'' trotz externer Dateien ein pragmatischer Ansatz, insbesondere wenn Verwaltungswerkzeuge explizit ''aquota.*'' erwarten |
|
| |
|
| == Konfiguration ==
| |
| === Dateien ===
| |
| {| class="wikitable options big"
| |
| |-
| |
| ! Datei !! Beschreibung
| |
| |-
| |
| | [[/etc/fstab]] || Quota beim Systemstart aktivieren
| |
| |-
| |
| | ||
| |
| |}
| |
|
| |
| <noinclude>
| |
|
| |
|
| == Anhang == | | == Anhang == |
| Zeile 363: |
Zeile 218: |
| === Dokumentation === | | === Dokumentation === |
| <!-- | | <!-- |
| ; Man-Page | | ; Man-Page |
| # [https://manpages.debian.org/stable/procps/pgrep.1.de.html prep(1)] | | # [https://manpages.debian.org/stable/procps/pgrep.1.de.html prep(1)] |
|
| |
|
| ; Info-Pages | | ; Info-Pages |
| --> | | --> |
|
| |
|
| Zeile 372: |
Zeile 227: |
| ==== Projekt ==== | | ==== Projekt ==== |
| ==== Weblinks ==== | | ==== Weblinks ==== |
| | | # https://www.linuxhaven.de/dlhp/HOWTO/mini/DE-Quota-HOWTO.html |
| # https://www.debian.org/doc/manuals/securing-debian-manual/ch04s17.de.html | | # https://www.debian.org/doc/manuals/securing-debian-manual/ch04s17.de.html |
| # https://debian-handbook.info/browse/de-DE/stable/sect.quotas.html | | # https://debian-handbook.info/browse/de-DE/stable/sect.quotas.html |
|
| |
|
| [[Kategorie:new]] | | [[Kategorie:Quota]] |
|
| |
|
| </noinclude> | | </noinclude> |
|
| |
| = TMP =
| |
| Als Administrator möchte man eventuell nicht, dass die Benutzer zu viel Festplatten-Speicherplatz verbrauchen.
| |
| * Ist beispielsweise der Speicherplatz der Home-Partition vollständig aufgebraucht, so können sich die Benutzer oftmals nicht einmal mehr am grafischen X-Desktop anmelden, da hierbei Dateien erstellt werden müssen.
| |
| * Des Weiteren läuft ein System langsamer, wenn eine Festplatte, die gebraucht wird, "randvoll" ist.
| |
| * Abhilfe schafft hier das Programm Quota.
| |
|
| |
| Quota erlaubt es, den Festplattenspeicher eines Systems spezifisch einzuschränken.
| |
| * Alle in der /etc/fstab [4] gelisteten Geräten und Partitionen können beschränkt werden, solange diese beschreibbar und in einem gängigen Linux-Dateisystem vorliegen.
| |
| * Jedes dort gelistete Gerät und jede Partition kann individuell für einzelne Benutzer oder auch für ganze Gruppen eingeschränkt werden.
| |
| * Die Einschränkung kann sich sowohl auf den Festplatten-Speicherplatz beziehen, welcher zur Verfügung gestellt werden soll, als auch auf die Anzahl an Daten (inklusive Ordner), die angelegt werden dürfen.
| |
| * Man kann darüber entscheiden, ob neben dem Verhindern einer weiteren Speicherplatz-Vergabe weitere Aktionen ausgeführt werden sollen, etwa das Benachrichtigen der betroffenen Person per E-Mail.
| |
| * Quota funktioniert, ganz gleich ob der Benutzer lokal am Rechner arbeitet oder von extern, beispielsweise per SSH oder FTP auf diesen zugreift.
| |
|
| |
| Hinweis:
| |
|
| |
| Die ständige Überprüfung aller Dateizugriffe daraufhin, ob eine Grenze überschritten wird, ist natürlich nicht ohne Folgen.
| |
| * Quota belastet die Leistung der Festplatte.
| |
| * Ist die Zugriffsgeschwindigkeit ein wichtiges Kriterium, kann man durch Partitionieren erreichen, dass Benutzer nicht den wichtigen Anwendungen den Plattenplatz wegnehmen.
| |
| * Daher sollte man Quota nur auf Partitionen aktivieren, auf denen Benutzer ihre Daten ablegen.
| |
|
| |
| === Wie funktioniert Quota? ===
| |
| Quota wird nach der Installation vom System als Dienst ausgeführt.
| |
| * Es wird standardmäßig beim Booten geladen und muss daher nicht explizit gestartet werden.
| |
| * Nach dem Hochfahren wertet das Programm einige Dateien aus und sorgt nun selbstständig dafür, dass die Benutzer oder Gruppen nicht zu viel Speicherplatz in Anspruch nehmen.
| |
|
| |
| Im Folgenden werden einige Begriffe erklärt, die man verstehen sollte, wenn man Quota verwenden will.
| |
|
| |
| ==== Number of Disk Blocks und Number of Inodes ====
| |
| Ein Speicherplatz-Limit wird an der Stelle "Number of Disk Blocks" gesetzt, die Einheit eines Disk Blocks ist dabei ein Kilobyte.
| |
| * Ein Datei-Anzahl-Limit wird an der Stelle "Number of Inodes" gesetzt.
| |
|
| |
| ==== Under Quota ====
| |
| "Under Quota" bezeichnet den Zustand, welchen ein Benutzer oder eine Gruppe aus der Sicht von Quota hat, wenn der Umfang des verbrauchten Speicherplatzes und die Anzahl seiner angelegten Dateien sowohl das "Soft Limit" als auch das "Hard Limit" unterschreiten.
| |
|
| |
| ==== Limits ====
| |
| Hinweis:
| |
|
| |
| Die Limits werden in Dateisystemblöcken festgesetzt.
| |
| * Wie groß die Blocke sind, findet man mit den jeweiligen Verwaltungstools zum Dateisystem heraus, beispielsweise tune2fs für ext-Dateisysteme.
| |
|
| |
| ===== Hard Limit =====
| |
| "Hard Limit" gibt den maximal zur Verfügung gestellten Speicherplatz oder die maximale Dateianzahl an.
| |
| * Der Benutzer kann dieses Limit nie überschreiten.
| |
| * Sollte er an dieses Limit stoßen, so hat es für ihn den gleichen Effekt, als wäre kein weiterer Speicherplatz auf der Partition vorhanden.
| |
|
| |
| Hinweis:
| |
|
| |
| Befindet sich ein Benutzer nahe am durch Quota gesetzten Hard Limit, so kann er sich eventuell nicht einmal mehr an der grafischen Oberfläche anmelden, da hierfür Speicherplatz für neu erstellte Dateien gebraucht wird.
| |
| * In dem Fall kann nur noch der Administrator durch eine Erweiterung des Hard Limits helfen, oder der User loggt sich in ein System-Terminal und löscht von dort Dateien.
| |
|
| |
| ===== Soft Limit =====
| |
| "Soft Limit" ist eine Begrenzung, welche kleiner oder gleich dem Hard Limit gesetzt werden muss.
| |
| * Wird das Soft Limit überschritten, so erhält der Benutzer den Zustand "Over Quota".
| |
| * Das Soft Limit kann bis zum Wert des Hard Limits überschritten werden, was allerdings mit Konsequenzen verbunden ist, welche vom Administrator bestimmt werden.
| |
|
| |
| Ist die Verwendung eines Soft Limits nicht erwünscht, so werden die Limit-Werte von Soft Limit gleich denen von Hard Limit gesetzt.
| |
|
| |
| ==== Grace Period ====
| |
| Ist ein Benutzer Over Quota, hat also das Soft Limit überschritten, so erhält er eine Frist, die "Grace Period" genannt wird.
| |
| * Standardmäßig beträgt sie sieben Tage, kann aber frei vom Administrator gewählt werden.
| |
| * Während dieser Frist muss der Benutzer oder die Gruppe durch Verlagern, Löschen oder Komprimieren von Dateien den verbrauchten Speicherplatz wieder soweit reduzieren, dass der Under Quota Zustand erreicht wird.
| |
|
| |
| Um sicherzugehen, dass sie von dem Umstand in Kenntnis gesetzt werden, können Administrator, Benutzer oder Gruppe über das Vorkommnis per E-Mail oder System-Mail informiert werden.
| |
|
| |
| Sollte der Benutzer die Frist von Grace Period versäumen, so nimmt sein derzeitig verbrauchter Speicherplatz das Hard Limit ein.
| |
| * Der Benutzer kann nun nicht mehr produktiv arbeiten und muss sich nun an den Administrator wenden, damit dieser ihm entweder die Frist verlängert, das Hard Limit etwas erhöht oder selber Dateien löscht.
| |
|
| |
| ;Grafik
| |
|
| |
| Hier eine kleine Grafik, um die ganze Sache an einem Beispiel grafisch zu erläutern.
| |
|
| |
| quota_grafika.png
| |
|
| |
| Auf der Partition /dev/sda2, welche als /home eingehängt wird, wird der Speicherplatz vom User Jan eingeschränkt.
| |
| * Sein Speicherplatz ist aufgeteilt in Under Limit und Soft Limit.
| |
| * Hard Limit stellt die ihm gesetzte Grenze dar.
| |
|
| |
| == Konfiguration ==
| |
| === fstab einstellen ===
| |
| Im Folgenden wird anhand des oben grafisch dargestellten Beispiels erklärt, wie man nun eine konkrete Einschränkung vornimmt, und werden alternative Einstellmöglichkeiten aufgezeigt.
| |
|
| |
| Nach der Installation muss als erstes die Datei /etc/fstab mit Root-Rechten in einem Texteditor geöffnet werden.
| |
| * Hier müssen nun die Dateisysteme gekennzeichnet werden, auf welchen Orte eingeschränkt werden sollen, damit Quota weiß, was kontrolliert werden soll.
| |
|
| |
| Hier eine Passage einer /etc/fstab, in welcher die /home-Partition gemountet wird.
| |
| * Dort liegt der Ordner ./Jan, welcher beispielshalber eingeschränkt wird:
| |
| # Entry for /dev/sda2 :
| |
| UUID=a2798917-95d8-4805-aa4d-d06fa863a67c /home ext3 relatime 0 2
| |
|
| |
| Damit Quota auf ein Dateisystem aufmerksam wird, müssen nun dieser Zeile ein oder zwei Attribute zugefügt werden [2]:
| |
| * usrquota - Hiermit können Einschränkungen für einzelne Benutzer eingerichtet werden.
| |
| * grpquota - Hiermit können Einschränkungen für ganze Gruppen eingerichtet werden.
| |
|
| |
| Im Beispiel, wo später der Benutzer "Jan" eine Einschränkung erfahren soll, sieht die Zeile dann folgendermaßen aus:
| |
| # Entry for /dev/sda2 :
| |
| UUID=a2798917-95d8-4805-aa4d-d06fa863a67c /home ext3 relatime,usrquota 0 2
| |
|
| |
| ; Hinweis
| |
| Es ist auch möglich, auf der gleichen Partition Einschränkungen sowohl für Benutzer als auch für Gruppen gleichzeitig zu setzen.
| |
| * In diesem Fall fügt man einfach beide Attribute, durch Komma getrennt, an.
| |
|
| |
| Nun muss das Dateisystem neu eingehängt werden.
| |
| * Wurde (wie in diesem Beispiel) das /home-Verzeichnis oder gar das Wurzelverzeichnis selber mit einem Attribut erweitert, funktioniert dies in der Regel nur durch einen Computer-Neustart.
| |
| * Für das /home-Verzeichnis kann man sich allerdings auch einfach aus allen bestehenden Benutzersitzungen abmelden und dann mit Strg + Alt + F1 in eine Textkonsole wechseln.
| |
| * Dort meldet man sich nun als root an und führt das Kommando init 1 aus.
| |
| * Dadurch wird das Betriebssystem vom Mehrbenutzerbetrieb in den Einzelbenutzerbetrieb geschaltet.
| |
| * Da root seine Partition auf /root und nicht auf /home hat, kann man nun die /home-Partition aushängen und wieder erneut einhängen.
| |
| * Anschließend wechselt man wieder mit init 3 in den Mehrbenutzermodus, meldet sich aus dem root-Konto ab und wechselt mit Strg + Alt + F7 wieder auf den grafischen Anmeldebildschirm.
| |
|
| |
| ; Hinweis
| |
| Für diese Prozedur muss für root ein Passwort gesetzt sein.
| |
| Automatisches Erstellen der Dateien aquota.user beziehungweise aquota.group
| |
|
| |
| Damit Quota funktionieren kann, müssen Informationen über die Datei-Rechte der einzelnen Benutzer und Gruppen auf der einzuschränkenden Partition gesammelt werden.
| |
| * Diese Informationen werden in Dateien namens quota.user und / oder quota.group in den jeweiligen Orten gespeichert.
| |
|
| |
| Hierfür führt man als Root folgenden Befehl aus
| |
| # quotacheck OPTIONEN
| |
|
| |
| Optionen
| |
| {| class="wikitable sortable"
| |
| |-
| |
| ! Option !! Beschreibung
| |
| |-
| |
| | -a || für all, also für alle zu überwachenden Dateisysteme aus der /etc/fstab
| |
| |-
| |
| | -c || für create, also Schreiben der Dateien auf die Festplatte
| |
| |-
| |
| | -f || für force, also Erzwingen der Operation
| |
| |-
| |
| | -M || try-remount, führt die Operation gegebenenfalls ohne Remount durch
| |
| |-
| |
| | -u || für das Erstellen der aquota.user Datei, falls erforderlich
| |
| |-
| |
| | -g || für das Erstellen der aquota.group Datei, falls erforderlich
| |
| |}
| |
|
| |
| In diesem Beispiel findet man nun im /home-Verzeichnis eine Datei aquota.user vor, die ja für diesen Nutzer angelegt wurde.
| |
|
| |
| === Abschließend ===
| |
|
| |
| Jetzt muss Quota neu gestartet werden:
| |
| sudo /etc/init.d/quota restart
| |
|
| |
| Um den Zugriff auf die Quota-Einträge für Benutzer und Gruppen nur dem root-Nutzer zu erlauben, ist Folgendes auszuführen:
| |
| sudo chmod 600 /quota.*
| |
|
| |
| Die korrekte Funktionalität kann nun getestet werden.
| |
| * Folgender Befehl gibt eine Ansicht der Quota-Informationstabelle für Benutzer und Gruppen aus:
| |
| sudo repquota /
| |
|
| |
| Hierbei bitte beachten, dass noch keine Quotas gesetzt sind.
| |
|
| |
| === Einstellungen ===
| |
| ==== Einen User einschränken ====
| |
| Am Beispiel des Benutzers "otto" soll erklärt werden, wie man einen einzelnen Benutzer im Platzverbrauch auf der Festplatte einschränken kann.
| |
| * Der Befehl [3]
| |
| # Allgemein
| |
| sudo edquota -u <benutzername>
| |
| # Beispiel
| |
| sudo edquota -u otto
| |
|
| |
| öffnet einen Editor, um die Quota für den Benutzer otto und alle Partitionen, für die Quota aktiviert wurde, zu editieren:
| |
|
| |
| Disk quotas for user otto (uid 1001):
| |
| Filesystem blocks soft hard inodes soft hard
| |
| /dev/hda2 28 100000 102400 7 0 0
| |
|
| |
| "blocks" zeigt die durch den User otto verwendeten Blöcke (in kB) für diese Partition an; "inodes" zeigt die Anzahl der Dateien an, die dem User otto gehören. Ändern sollte man nur die Werte soft und hard, die das Soft Limit und Hard Limit festlegen.
| |
| Eine Gruppe einschränken
| |
|
| |
| Mittels des Befehls [3]
| |
|
| |
| # Allgemein
| |
| sudo edquota -g <gruppenname>
| |
| # Beispiel
| |
| sudo edquota -g users
| |
|
| |
| Disk quotas for group users (gid 999):
| |
| Filesystem blocks soft hard inodes soft hard
| |
| /dev/hda3 549 200000 204800 57 0 0
| |
|
| |
| editiert man die Einstellungen für eine Gruppe.
| |
|
| |
| === Mehrere User einschränken ===
| |
| Möchte man Werte für Quota für alle Benutzer des Systems setzen, so kann man sich eines kleinen Shellskriptes behelfen.
| |
| * Zuerst setzt man die Quota-Werte bei einem Benutzer, beispielsweise wieder "otto".
| |
| * Danach führt man in einem Terminal [3]
| |
| sudo edquota -p otto `awk -F: '$3 > 1000 {print $1}' /etc/passwd`
| |
| aus.
| |
| * Dies überträgt die bei "otto" gesetzten Quota-Einstellungen auf alle lokalen Benutzer (also alle Benutzer mit einer Benutzer-ID, die größer als 1000 ist).
| |
|
| |
| === Grace Period setzen ===
| |
| Die Grace Period kann man mittels
| |
| sudo edquota -t
| |
| Grace period before enforcing soft limits for users:
| |
| Time units may be: days, hours, minutes, or seconds
| |
| Filesystem Block grace period Inode grace period
| |
| /dev/hda3 1day 1day
| |
|
| |
| setzen.
| |
| * Hierfür können die Zeiteinheiten sec(onds), min(utes), hour(s), day(s), week(s) und month(s) verwendet werden.
| |
|
| |
| = TMP =
| |