Zum Inhalt springen

Exec: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Foxwiki
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 3: Zeile 3:
== Beschreibung ==
== Beschreibung ==
; Bedeutungen
; Bedeutungen
* Wird ihm als Argument ein Kommandoname mitgegeben, so wird das aktuell ausgeführte Programm (also die Shell bzw. ein Shellskript) durch dieses neue Programm ersetzt. Das hat zur Folge, dass mit Beendigung des Kommandos auch die Shell nicht mehr existiert.
* Wird ihm als Argument ein Kommandoname mitgegeben, so wird das aktuell ausgeführte Programm (also die Shell bzw. ein Shellskript) durch dieses neue Programm ersetzt
* Diese Art der Anwendung von exec hat seinen Ursprung vermutlich in Zeiten begrenzter Hardwareressourcen. So "optimierte" man Shellskripte dahingehend, dass der letzte Befehl per exec gestartet wurde.
* Das hat zur Folge, dass mit Beendigung des Kommandos auch die Shell nicht mehr existiert
* Dies ersparte eine weitere Prozesserzeugung und verlief somit etwas schneller, als es mit einem neuen Prozess der Fall gewesen wäre (und es sparte den (Speicher)Overhead für den Prozess).
* Diese Art der Anwendung von exec hat seinen Ursprung vermutlich in Zeiten begrenzter Hardwareressourcen
* So "optimierte" man Shellskripte dahingehend, dass der letzte Befehl per exec gestartet wurde
* Dies ersparte eine weitere Prozesserzeugung und verlief somit etwas schneller, als es mit einem neuen Prozess der Fall gewesen wäre (und es sparte den (Speicher)Overhead für den Prozess)


Nützlich mag das Kommando in dem Sinne höchstens zum Ersetzen der aktuellen Shell durch eine andere sein:  
Nützlich mag das Kommando in dem Sinne höchstens zum Ersetzen der aktuellen Shell durch eine andere sein:
  '''echo $SHELL'''
  '''echo $SHELL'''
  /bin/bash
  /bin/bash
Zeile 13: Zeile 15:
  /home/user>
  /home/user>


Der zweite - und wichtigere - Anwendungsbereich für exec ist die Zuordnung eines Dateideskriptors zu einer Datei.
Der zweite - und wichtigere - Anwendungsbereich für exec ist die Zuordnung eines Dateideskriptors zu einer Datei


Angenommen, Sie möchten alle Fehlerausgaben eines Shellskripts in eine Datei umleiten.
Angenommen, Sie möchten alle Fehlerausgaben eines Shellskripts in eine Datei umleiten


Mit den bislang bekannten Mitteln könnten sie entweder alle kritschen Kommandos im Shellskript separat umleiten oder Sie könnten alle Kommandos gruppieren und die Fehlerausgabe gemeinsam abfangen.
Mit den bislang bekannten Mitteln könnten sie entweder alle kritschen Kommandos im Shellskript separat umleiten oder Sie könnten alle Kommandos gruppieren und die Fehlerausgabe gemeinsam abfangen


Einfacher ist es, folgende Zeile an den Anfang des Skripts zu setzen:  
Einfacher ist es, folgende Zeile an den Anfang des Skripts zu setzen:


  exec 2>error.log
  exec 2>error.log


Erläuterung: Hiermit wird die Fehlerausgabe (Deskriptor 2) mit der Datei "error.log" verbunden.
Erläuterung: Hiermit wird die Fehlerausgabe (Deskriptor 2) mit der Datei "error.log" verbunden


Mit Beendigung des Shellskripts geht die Bindung wieder verloren.
Mit Beendigung des Shellskripts geht die Bindung wieder verloren


Das zweite Beispiel demonstriert das Öffnen einer Datei mit exec, sodass die Eingabe aus dieser bezogen wird. Wir simulieren das Kommando nl, das die Zeilen seiner Eingabe nummeriert:  
Das zweite Beispiel demonstriert das Öffnen einer Datei mit exec, sodass die Eingabe aus dieser bezogen wird
* Wir simulieren das Kommando nl, das die Zeilen seiner Eingabe nummeriert:


  '''(typeset -i n=1; exec < testdat;'''
  '''(typeset -i n=1; exec < testdat;'''
Zeile 38: Zeile 41:
  4 vier
  4 vier


Erläuterung: Die Testdatei enthält die Zeilen "eins", "zwei" und weitere; die Eingabe wird aus dieser bezogen. Mittels read wird zeilenweise gelesen und jede Zeile mit vorangestellter Nummer ausgegeben.
Erläuterung: Die Testdatei enthält die Zeilen "eins", "zwei" und weitere; die Eingabe wird aus dieser bezogen
* Mittels read wird zeilenweise gelesen und jede Zeile mit vorangestellter Nummer ausgegeben


Das Rechnen mit "n" ist möglich, da die Variable zuvor als Ganzzahl vereinbart wurde. Alles wurde in einer Subshell gestartet, damit die aktuelle Shell nicht beendet wird.
Das Rechnen mit "n" ist möglich, da die Variable zuvor als Ganzzahl vereinbart wurde
* Alles wurde in einer Subshell gestartet, damit die aktuelle Shell nicht beendet wird


Ein letztes Beispiel soll die Thematik vorerst beenden (die Shellprogrammierung ist ein wesentlich ergiebigeres Anwendungsfeld für exec).
Ein letztes Beispiel soll die Thematik vorerst beenden (die Shellprogrammierung ist ein wesentlich ergiebigeres Anwendungsfeld für exec)


Es demonstriert eine effiziente Möglichkeit, eine konkrete Zeile einer Datei zu manipulieren. Unsere Testdaten seien die Folgenden:  
Es demonstriert eine effiziente Möglichkeit, eine konkrete Zeile einer Datei zu manipulieren
* Unsere Testdaten seien die Folgenden:


  '''cat testfile'''
  '''cat testfile'''
  Erste Zeile.
  Erste Zeile
  Zweite Zeile.
  Zweite Zeile
  Zweite Zeile.
  Zweite Zeile
  Vierte Zeile.
  Vierte Zeile


Aus der Datei müssen wir nicht nur lesen, sondern gleichzeitig in diese schreiben können. Wir werden nach der Zeile "Zweite Zeile." suchen und die folgende Zeile durch "Dritte Zeile." ersetzen.
Aus der Datei müssen wir nicht nur lesen, sondern gleichzeitig in diese schreiben können
* Wir werden nach der Zeile "Zweite Zeile." suchen und die folgende Zeile durch "Dritte Zeile." ersetzen


Eine Kommandofolge, die dies realisiert, ist diese:  
Eine Kommandofolge, die dies realisiert, ist diese:


  '''(exec <>testfile 1>&0'''
  '''(exec <>testfile 1>&0'''
  > while read line; do
  > while read line; do
  > echo $line | grep -q "Zweite*" && echo -n "Dritte Zeile."
  > echo $line | grep -q "Zweite*" && echo -n "Dritte Zeile."
  > done)  
  > done)


Erläuterung: Die Eingabedatei zum Lesen und Schreiben zu öffnen, würde allein nichts nützen, da hiermit nur der Dateideskriptor (Nummer 0) betroffen ist.
Erläuterung: Die Eingabedatei zum Lesen und Schreiben zu öffnen, würde allein nichts nützen, da hiermit nur der Dateideskriptor (Nummer 0) betroffen ist


Deshalb muss die Standardausgabe ebenfalls auf diesen Deskriptor umgelenkt werden. Wird die mit "Zweite..." beginnende Zeile gefunden, zeigt der Dateizeiger bereits auf den Beginn der dritten Zeile. Deshalb landet die Ausgabe "echo..." genau dort.
Deshalb muss die Standardausgabe ebenfalls auf diesen Deskriptor umgelenkt werden
* Wird die mit "Zweite..." beginnende Zeile gefunden, zeigt der Dateizeiger bereits auf den Beginn der dritten Zeile
* Deshalb landet die Ausgabe "echo..." genau dort


Wenn Sie Zweifel an den Optionen von grep bzw.&nbsp;echo hegen, so testen Sie, was passiert, wenn Sie diese entfernen.
Wenn Sie Zweifel an den Optionen von grep bzw.&nbsp;echo hegen, so testen Sie, was passiert, wenn Sie diese entfernen


  '''exec '''
  '''exec '''


Ähnlich wie beim Dot-Kommando wird keine Subshell erzeugt, sondern die Kommandozeile in der aktuellen Umgebung ausgeführt.
Ähnlich wie beim Dot-Kommando wird keine Subshell erzeugt, sondern die Kommandozeile in der aktuellen Umgebung ausgeführt


Eine erste Anwendung liegt darin, das aktuelle Programm durch ein anderes zu überlagern. Wenn Sie beispielsweise die Bourne-Shell als Login-Shell haben, aber lieber mit der C-Shell arbeiten, können sie die Bourne-Shell durch die Kommandozeile  
Eine erste Anwendung liegt darin, das aktuelle Programm durch ein anderes zu überlagern
* Wenn Sie beispielsweise die Bourne-Shell als Login-Shell haben, aber lieber mit der C-Shell arbeiten, können sie die Bourne-Shell durch die Kommandozeile


  exec /bin/csh  
  exec /bin/csh


als letzte Zeile in der .profile-Datei durch die C-shell ersetzen (Wenn Sie die C-Shell nur Aufrufen, müssen Sie beide Shells beenden, um sich auszuloggen).
als letzte Zeile in der .profile-Datei durch die C-shell ersetzen (Wenn Sie die C-Shell nur Aufrufen, müssen Sie beide Shells beenden, um sich auszuloggen)


Das Kommando entspricht also dem Systemcall exec(). Wird jedoch kein Kommando angegeben, kann die E/A der aktuellen Shell dauerhaft umgeleitet werden. Beispiel:  
Das Kommando entspricht also dem Systemcall exec()
* Wird jedoch kein Kommando angegeben, kann die E/A der aktuellen Shell dauerhaft umgeleitet werden
* Beispiel:


  exec 2>fehler  
  exec 2>fehler


leitet alle folgenden Fehlerausgaben in die Datei "fehler" um, bis die Umleitung explizit durch  
leitet alle folgenden Fehlerausgaben in die Datei "fehler" um, bis die Umleitung explizit durch


  exec 2>-  
  exec 2>-


zurückgenommen wird. Es können bei exec auch andere Dateideskriptoren verwendet werden. Ebenso kann auch die Dateiumleitung einer Eingabedatei erfolgen, beispielsweise :  
zurückgenommen wird
* Es können bei exec auch andere Dateideskriptoren verwendet werden
* Ebenso kann auch die Dateiumleitung einer Eingabedatei erfolgen, beispielsweise :


  exec 3< datei  
  exec 3< datei


Danach kann mit read <&3 von dieser Datei gelesen werden, bis die Umleitung mit exec 3<- wieder zurückgenommen wird.
Danach kann mit read <&3 von dieser Datei gelesen werden, bis die Umleitung mit exec 3<- wieder zurückgenommen wird


Man kann also in Shellskripten durch das Einfügen einer exec-Anweisung die Standardausgabe/-eingabe global für das gesamte Skript umleiten, ohne weitere Änderungen vornehmen zu müssen (eine andere Möglichkeit wäre die oben beschriebene Verwendung von { }).
Man kann also in Shellskripten durch das Einfügen einer exec-Anweisung die Standardausgabe/-eingabe global für das gesamte Skript umleiten, ohne weitere Änderungen vornehmen zu müssen (eine andere Möglichkeit wäre die oben beschriebene Verwendung von { })




Zeile 109: Zeile 123:
! Unix !! GNU !! Parameter !! Beschreibung
! Unix !! GNU !! Parameter !! Beschreibung
|-
|-
| || || ||  
| || || ||
|-
|-
|}
|}
Zeile 122: Zeile 136:
| 0 || Erfolg
| 0 || Erfolg
|-
|-
| >0 || Fehler
| >0 || Fehler
|}
|}


Zeile 137: Zeile 151:
! Datei !! Beschreibung
! Datei !! Beschreibung
|-
|-
| ||  
| ||
|-
|-
| ||  
| ||
|}
|}


Zeile 154: Zeile 168:
=== Dokumentation ===
=== Dokumentation ===
<!--
<!--
; Man-Page  
; Man-Page
# [https://manpages.debian.org/stable/procps/pgrep.1.de.html prep(1)]
# [https://manpages.debian.org/stable/procps/pgrep.1.de.html prep(1)]




; Info-Pages  
; Info-Pages
-->
-->



Version vom 3. Februar 2026, 12:07 Uhr

exec - Beschreibung

Beschreibung

Bedeutungen
  • Wird ihm als Argument ein Kommandoname mitgegeben, so wird das aktuell ausgeführte Programm (also die Shell bzw. ein Shellskript) durch dieses neue Programm ersetzt
  • Das hat zur Folge, dass mit Beendigung des Kommandos auch die Shell nicht mehr existiert
  • Diese Art der Anwendung von exec hat seinen Ursprung vermutlich in Zeiten begrenzter Hardwareressourcen
  • So "optimierte" man Shellskripte dahingehend, dass der letzte Befehl per exec gestartet wurde
  • Dies ersparte eine weitere Prozesserzeugung und verlief somit etwas schneller, als es mit einem neuen Prozess der Fall gewesen wäre (und es sparte den (Speicher)Overhead für den Prozess)

Nützlich mag das Kommando in dem Sinne höchstens zum Ersetzen der aktuellen Shell durch eine andere sein:

echo $SHELL
/bin/bash
exec tcsh
/home/user>

Der zweite - und wichtigere - Anwendungsbereich für exec ist die Zuordnung eines Dateideskriptors zu einer Datei

Angenommen, Sie möchten alle Fehlerausgaben eines Shellskripts in eine Datei umleiten

Mit den bislang bekannten Mitteln könnten sie entweder alle kritschen Kommandos im Shellskript separat umleiten oder Sie könnten alle Kommandos gruppieren und die Fehlerausgabe gemeinsam abfangen

Einfacher ist es, folgende Zeile an den Anfang des Skripts zu setzen:

exec 2>error.log

Erläuterung: Hiermit wird die Fehlerausgabe (Deskriptor 2) mit der Datei "error.log" verbunden

Mit Beendigung des Shellskripts geht die Bindung wieder verloren

Das zweite Beispiel demonstriert das Öffnen einer Datei mit exec, sodass die Eingabe aus dieser bezogen wird

  • Wir simulieren das Kommando nl, das die Zeilen seiner Eingabe nummeriert:
(typeset -i n=1; exec < testdat;
> while read line; do
> echo "$n $line"; n=n+1;
> done)
1 eins
2 zwei
3 drei
4 vier

Erläuterung: Die Testdatei enthält die Zeilen "eins", "zwei" und weitere; die Eingabe wird aus dieser bezogen

  • Mittels read wird zeilenweise gelesen und jede Zeile mit vorangestellter Nummer ausgegeben

Das Rechnen mit "n" ist möglich, da die Variable zuvor als Ganzzahl vereinbart wurde

  • Alles wurde in einer Subshell gestartet, damit die aktuelle Shell nicht beendet wird

Ein letztes Beispiel soll die Thematik vorerst beenden (die Shellprogrammierung ist ein wesentlich ergiebigeres Anwendungsfeld für exec)

Es demonstriert eine effiziente Möglichkeit, eine konkrete Zeile einer Datei zu manipulieren

  • Unsere Testdaten seien die Folgenden:
cat testfile
Erste Zeile
Zweite Zeile
Zweite Zeile
Vierte Zeile

Aus der Datei müssen wir nicht nur lesen, sondern gleichzeitig in diese schreiben können

  • Wir werden nach der Zeile "Zweite Zeile." suchen und die folgende Zeile durch "Dritte Zeile." ersetzen

Eine Kommandofolge, die dies realisiert, ist diese:

(exec <>testfile 1>&0
> while read line; do
> echo $line | grep -q "Zweite*" && echo -n "Dritte Zeile."
> done)

Erläuterung: Die Eingabedatei zum Lesen und Schreiben zu öffnen, würde allein nichts nützen, da hiermit nur der Dateideskriptor (Nummer 0) betroffen ist

Deshalb muss die Standardausgabe ebenfalls auf diesen Deskriptor umgelenkt werden

  • Wird die mit "Zweite..." beginnende Zeile gefunden, zeigt der Dateizeiger bereits auf den Beginn der dritten Zeile
  • Deshalb landet die Ausgabe "echo..." genau dort

Wenn Sie Zweifel an den Optionen von grep bzw. echo hegen, so testen Sie, was passiert, wenn Sie diese entfernen

exec 

Ähnlich wie beim Dot-Kommando wird keine Subshell erzeugt, sondern die Kommandozeile in der aktuellen Umgebung ausgeführt

Eine erste Anwendung liegt darin, das aktuelle Programm durch ein anderes zu überlagern

  • Wenn Sie beispielsweise die Bourne-Shell als Login-Shell haben, aber lieber mit der C-Shell arbeiten, können sie die Bourne-Shell durch die Kommandozeile
exec /bin/csh

als letzte Zeile in der .profile-Datei durch die C-shell ersetzen (Wenn Sie die C-Shell nur Aufrufen, müssen Sie beide Shells beenden, um sich auszuloggen)

Das Kommando entspricht also dem Systemcall exec()

  • Wird jedoch kein Kommando angegeben, kann die E/A der aktuellen Shell dauerhaft umgeleitet werden
  • Beispiel:
exec 2>fehler

leitet alle folgenden Fehlerausgaben in die Datei "fehler" um, bis die Umleitung explizit durch

exec 2>-

zurückgenommen wird

  • Es können bei exec auch andere Dateideskriptoren verwendet werden
  • Ebenso kann auch die Dateiumleitung einer Eingabedatei erfolgen, beispielsweise :
exec 3< datei

Danach kann mit read <&3 von dieser Datei gelesen werden, bis die Umleitung mit exec 3<- wieder zurückgenommen wird

Man kann also in Shellskripten durch das Einfügen einer exec-Anweisung die Standardausgabe/-eingabe global für das gesamte Skript umleiten, ohne weitere Änderungen vornehmen zu müssen (eine andere Möglichkeit wäre die oben beschriebene Verwendung von { })

Aufruf

Optionen

Unix GNU Parameter Beschreibung

Parameter

Umgebungsvariablen

Exit-Status

Wert Beschreibung
0 Erfolg
>0 Fehler

Anwendung

Problembehebung

Konfiguration

Dateien

Datei Beschreibung


Anhang

Siehe auch



Dokumentation

Links

Projekt

Weblinks