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BSI/200-4: Unterschied zwischen den Versionen

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* Leichter Einstieg
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* Normativer Anforderungskatalog für erfahrene AnwenderInnen
* Normativer Anforderungskatalog für erfahrene AnwenderInnen
== Zielsetzung ==
Behörden und Unternehmen stehen gleichermaßen vor der Herausforderung, immer effizienter und möglichst zu jeder Zeit Leistungen erbringen zu müssen. Dazu tragen verschiedene Entwicklungen und Trends in der Gesellschaft und der Wirtschaft bei. Z. B. steigen die Anforderungen des globalen Wettbewerbs, der fortschreitenden Digitalisierung sowie verschiedener Interessengruppen, d. h. von Aufsichtsbehörden, Kunden und Kundinnen usw. Infolgedessen werden Institutionen immer abhängiger von Informationstechnik (IT), funktionierenden Lieferketten und den Leistungen von Drittanbietenden wie beispielsweise Dienstleistungs-, Zulieferungs- und Versorgungsunternehmen. Die Verfügbarkeit der Geschäftsprozesse oder Fachaufgaben entwickelt sich zu einer Existenzfrage für die Institution.
Gleichzeitig nehmen Risiken zu, die den Geschäftsbetrieb oder die Aufgabenerfüllung einer Institution in hohem Maße beeinträchtigen und sogar zu einem existenzbedrohenden Schaden führen können. Hierunter fallen z. B. Cyber-Angriffe oder extreme Naturereignisse, gegen die sich Institutionen nicht komplett schützen können.
Obwohl Institutionen sich mit Informationssicherheit bzw. Cybersicherheit sowie mit IT-Service Continuity Management (ITSCM) zu schützen versuchen, führten verschiedene Cyber-Angriffe in den vergangenen Jahren immer wieder zu Ausfällen kritischer Geschäftsprozesse (siehe jährliche Lageberichte des BSI zur IT-Sicherheit in Deutschland). Insbesondere Ransomware-Angriffe haben sich zu einer allgegenwärtigen Bedrohung entwickelt.
Zudem sorgt die fortschreitende Effizienzsteigerung von Geschäftsprozessen dafür, dass Leerlauf- und Pufferzeiten auf ein Minimum reduziert werden. Darüber hinaus werden auch in der Logistik und der Produktion benötigte Ressourcen auf ein Mindestmaß reduziert, um Lagerflächen einzusparen.
Infolgedessen verkleinern sich in der Praxis die Zeitfenster, innerhalb derer auf Ausfälle der Geschäftsprozesse angemessen reagiert und unmittelbare Folgewirkungen eingedämmt werden können. Entsprechend steigt die Notwendigkeit, gegen Ausfälle des Geschäftsbetriebs umfassend vorzusorgen sowie für den Schadensfall angemessene Möglichkeiten zur Geschäftsfortführung vorzubereiten (engl. Business Continuity oder BC).
Mit Hilfe eines angemessenen Business-Continuity-Managements (BCM) können sich Institutionen vor den Auswirkungen solcher Schadensereignisse schützen, die den Geschäftsbetrieb in nicht akzeptablem bis hin zu existenzbedrohendem Maße beeinträchtigen können. Ziel des BCM ist es sicherzustellen, dass der Geschäftsbetrieb selbst bei massiven Schadensereignissen nicht unterbrochen wird oder nach einer Unterbrechung in angemessener Zeit auf einem definierten Mindestniveau fortgeführt werden kann. Das BCM umfasst organisatorische, technische, bauliche und personelle Maßnahmen. Institutionen können dabei teilweise auf vorhandene Sicherheitsmaßnahmen weiterer Managementsysteme zurückgreifen und diese gegebenenfalls erweitern. Synergien ergeben sich z. B. mit dem Managementsystem für Informationssicherheit (ISMS).
Dieser BSI-Standard erleichtert den Einstieg in ein BCM, indem ein Stufenmodell mit Einstiegsstufen angeboten wird (siehe Kapitel 2.6 BCMS-Stufenmodell).
Darüber hinaus bietet dieser BSI-Standard eine Anleitung, um ein vollständiges, zur Norm ISO 22301:2019 konformes BCM einzuführen, aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Erfahrene Anwendende, die gegebenenfalls mit einem bereits existierenden BCM arbeiten, können den Anforderungskatalog nutzen, um sich auf schnelle und effektive Weise nach diesem Standard auszurichten (siehe Anhang A: Anforderungskatalog).
BCM ist kein einmaliges Projekt, sondern bedarf eines zielgerichteten Business-Conti- nuity-Management-Systems (BCMS), das sich fortlaufend weiterentwickelt. Ein BCMS muss kontinuierlich verbessert und an die sich stetig verändernden Rahmenbedingungen der Institution angepasst werden (siehe Kapitel 2.2 Grundlagen eines Managementsystems). So wird ein dauerhafter Prozess geschaffen, um organisatorische Resilienz (Widerstandsfähigkeit) aufzubauen.
Die organisatorische Resilienz einer Institution ist die Fähigkeit, auf Veränderungen zu reagieren und sich diesen Veränderungen anzupassen. Je „resilienter“ eine Institution ist, umso besser kann sie Risiken und Chancen durch Veränderungen erkennen und flexibel darauf reagieren. Dies gilt sowohl für plötzliche als auch für allmähliche, sowohl für interne als auch für externe Veränderungen.
Organisatorische Resilienz wird nicht durch ein einzelnes Managementsystem aufgebaut, sondern entsteht erst durch das Zusammenspiel verschiedener Management-Disziplinen. Dieser Standard berücksichtigt die Informationssicherheit, das Business Continuity Management, die Krisenbewältigung und IT-Service Continuity als Eckpfeiler, die gemeinsam Resilienz schaffen können.
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Aktuelle Version vom 27. Mai 2026, 19:09 Uhr

BSI/200-4 - BSI-Standard zum Business Continuity Management

Datei:Bsi200-4.png
BSI-Standart 200-4

Beschreibung

Business Continuity Management System

Business Continuity Management System in Institutionen aufbauen und etablieren

  • Praxisnahe Anleitung
  • Leichter Einstieg
  • Normativer Anforderungskatalog für erfahrene AnwenderInnen

Zielsetzung

Behörden und Unternehmen stehen gleichermaßen vor der Herausforderung, immer effizienter und möglichst zu jeder Zeit Leistungen erbringen zu müssen. Dazu tragen verschiedene Entwicklungen und Trends in der Gesellschaft und der Wirtschaft bei. Z. B. steigen die Anforderungen des globalen Wettbewerbs, der fortschreitenden Digitalisierung sowie verschiedener Interessengruppen, d. h. von Aufsichtsbehörden, Kunden und Kundinnen usw. Infolgedessen werden Institutionen immer abhängiger von Informationstechnik (IT), funktionierenden Lieferketten und den Leistungen von Drittanbietenden wie beispielsweise Dienstleistungs-, Zulieferungs- und Versorgungsunternehmen. Die Verfügbarkeit der Geschäftsprozesse oder Fachaufgaben entwickelt sich zu einer Existenzfrage für die Institution.

Gleichzeitig nehmen Risiken zu, die den Geschäftsbetrieb oder die Aufgabenerfüllung einer Institution in hohem Maße beeinträchtigen und sogar zu einem existenzbedrohenden Schaden führen können. Hierunter fallen z. B. Cyber-Angriffe oder extreme Naturereignisse, gegen die sich Institutionen nicht komplett schützen können.

Obwohl Institutionen sich mit Informationssicherheit bzw. Cybersicherheit sowie mit IT-Service Continuity Management (ITSCM) zu schützen versuchen, führten verschiedene Cyber-Angriffe in den vergangenen Jahren immer wieder zu Ausfällen kritischer Geschäftsprozesse (siehe jährliche Lageberichte des BSI zur IT-Sicherheit in Deutschland). Insbesondere Ransomware-Angriffe haben sich zu einer allgegenwärtigen Bedrohung entwickelt.

Zudem sorgt die fortschreitende Effizienzsteigerung von Geschäftsprozessen dafür, dass Leerlauf- und Pufferzeiten auf ein Minimum reduziert werden. Darüber hinaus werden auch in der Logistik und der Produktion benötigte Ressourcen auf ein Mindestmaß reduziert, um Lagerflächen einzusparen.

Infolgedessen verkleinern sich in der Praxis die Zeitfenster, innerhalb derer auf Ausfälle der Geschäftsprozesse angemessen reagiert und unmittelbare Folgewirkungen eingedämmt werden können. Entsprechend steigt die Notwendigkeit, gegen Ausfälle des Geschäftsbetriebs umfassend vorzusorgen sowie für den Schadensfall angemessene Möglichkeiten zur Geschäftsfortführung vorzubereiten (engl. Business Continuity oder BC).

Mit Hilfe eines angemessenen Business-Continuity-Managements (BCM) können sich Institutionen vor den Auswirkungen solcher Schadensereignisse schützen, die den Geschäftsbetrieb in nicht akzeptablem bis hin zu existenzbedrohendem Maße beeinträchtigen können. Ziel des BCM ist es sicherzustellen, dass der Geschäftsbetrieb selbst bei massiven Schadensereignissen nicht unterbrochen wird oder nach einer Unterbrechung in angemessener Zeit auf einem definierten Mindestniveau fortgeführt werden kann. Das BCM umfasst organisatorische, technische, bauliche und personelle Maßnahmen. Institutionen können dabei teilweise auf vorhandene Sicherheitsmaßnahmen weiterer Managementsysteme zurückgreifen und diese gegebenenfalls erweitern. Synergien ergeben sich z. B. mit dem Managementsystem für Informationssicherheit (ISMS).

Dieser BSI-Standard erleichtert den Einstieg in ein BCM, indem ein Stufenmodell mit Einstiegsstufen angeboten wird (siehe Kapitel 2.6 BCMS-Stufenmodell).

Darüber hinaus bietet dieser BSI-Standard eine Anleitung, um ein vollständiges, zur Norm ISO 22301:2019 konformes BCM einzuführen, aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Erfahrene Anwendende, die gegebenenfalls mit einem bereits existierenden BCM arbeiten, können den Anforderungskatalog nutzen, um sich auf schnelle und effektive Weise nach diesem Standard auszurichten (siehe Anhang A: Anforderungskatalog).

BCM ist kein einmaliges Projekt, sondern bedarf eines zielgerichteten Business-Conti- nuity-Management-Systems (BCMS), das sich fortlaufend weiterentwickelt. Ein BCMS muss kontinuierlich verbessert und an die sich stetig verändernden Rahmenbedingungen der Institution angepasst werden (siehe Kapitel 2.2 Grundlagen eines Managementsystems). So wird ein dauerhafter Prozess geschaffen, um organisatorische Resilienz (Widerstandsfähigkeit) aufzubauen.

Die organisatorische Resilienz einer Institution ist die Fähigkeit, auf Veränderungen zu reagieren und sich diesen Veränderungen anzupassen. Je „resilienter“ eine Institution ist, umso besser kann sie Risiken und Chancen durch Veränderungen erkennen und flexibel darauf reagieren. Dies gilt sowohl für plötzliche als auch für allmähliche, sowohl für interne als auch für externe Veränderungen.

Organisatorische Resilienz wird nicht durch ein einzelnes Managementsystem aufgebaut, sondern entsteht erst durch das Zusammenspiel verschiedener Management-Disziplinen. Dieser Standard berücksichtigt die Informationssicherheit, das Business Continuity Management, die Krisenbewältigung und IT-Service Continuity als Eckpfeiler, die gemeinsam Resilienz schaffen können.



Anhang

Siehe auch

Projekt

  1. BSI-Standard 200-4: Business Continuity Management CD 2.0
  1. BSI-Stan­dard 200-4: Hilfs­mit­tel