BSI/200-4/03 Initiierung: Unterschied zwischen den Versionen

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'''BSI/200-4/03 Initiierung'''
'''BSI/200-4/03 Initiierung'''
== Beschreibung ==
; BCM-Prozessschritte zur Initiierung des BCMS durch die Institutionsleitung
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== Übernahme der Verantwortung durch die Leitungsebene ==
== Übernahme der Verantwortung durch die Leitungsebene ==
== Zielsetzung  ==
== Zielsetzung  ==
; Motivation für den Aufbau eines BCMS  
Die Zielsetzung geht vorrangig auf drei Fragen ein:
* Warum wird in der Institution ein BCM benötigt? (Motivation für den Aufbau eines BCMS)
* Welche konkreten Ziele werden mit dem BCM verfolgt?
* Wie lange soll durch das BCM ein Ausfall des Normalbetriebs kompensiert werden? (Abzusichernder Zeitraum durch ein BCM)
 
=== Motivation für den Aufbau eines BCMS ===
* Gründe für ein BCM identifizieren, dokumentieren
 
; Interne Gründe für ein BCMS
* Eigeninteresse einer Institution
* Überlebensfähigkeit der Institution in Notfällen und Krisen erhöhen
 
; Externe Gründe für BCMS
* Für die Ressorts und Einrichtungen der Bundesverwaltung gelten die Anforderungen aus
dem Umsetzungsplan Bund
* Gesetzlichen Anforderungen und aus Vorgaben einer Muttergesellschaft
* Verträge mit Kunden und Kundinnen oder Ge­schäftspartnern und -partnerinnen oder deren Erwartungshaltungen
Z. B. durch die folgenden Gesetze, Verordnungen und Richtlinien (regulatorische Anfor­
derungen) ergeben sich für die betroffenen Unternehmen und Behörden Verpflichtun­
gen zum BCM:
•
Anforderungen an Aktiengesellschaften (z. B. EU-Richtlinie 2157/2001, Aktiengesetz
(AktG))
•
Anforderungen an die Kommunikation (z. B. Richtlinie (EU) 2018/1972 über den eu­
ropäischen Kodex für die elektronische Kommunikation, Post- und Telekommunika­
tionssicherstellungsgesetz (PTSG))
•
das Börsengesetz (BörsG)
•
das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
•
die Störfallverordnung (12. BImSchV – StörfallV)
•
die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)
•
die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
•
die EU-Verordnung über die Risikovorsorge im Elektrizitätssektor (Verordnung (EU)
Nr. 2019/941)
•
die EU-Verordnung über Maßnahmen zur Gewährleistung der sicheren Gasversor­
gung (Verordnung (EU) Nr. 2017/1938)
•
die Richtlinien und Verordnungen für Kritische Infrastrukturen (z. B. EU-Richtlinie
2008/114/EG, BSI-Kritisverordnung (BSI-KritisV)) und das IT-Sicherheitsgesetz
•
die Solvency II-Richtlinie (Richtlinie 2009/138/EG), das Versicherungsaufsichtsgesetz
(VAG) sowie Mindestanforderungen an die Geschäftsorganisation von Versiche­
rungsunternehmen (MaGo) in der Versicherungsbranche
•
die Empfehlungen des Basler Ausschusses der Bank für Internationalen Zahlungsaus­
gleich (BIZ) zur Regulierung von Banken (genannt Basel III) und deren europäischer
Umsetzung über die europäische Bankenrichtlinie CRD IV (Richtlinie 2013/36/EU)
und der CRR (Verordnung (EU) Nr. 575/2013)
•
die Mindestanforderungen an das Risikomanagement im Bankenbereich (MaRisk)
•
die Leitlinien der Europäischen Zentralbank (EZB) im Bankenbereich, wie z. B. die
EBA Guidelines on ICT and security risk management (EBA/GL/2019/04)


; Entwicklung der Ziele des BCMS  
=== Entwicklung der Ziele des BCMS ===
•
welche Geschäftsziele geschützt werden sollen,
•
welche Arten von Geschäftsunterbrechungen als existenzbedrohend angesehen
werden (grobe Vorgaben hinsichtlich Schadenshöhe und zu betrachtenden Scha­
densszenarien),
•
welche Bereitschaft besteht, Risiken einzugehen (Risikobereitschaft),
•
in welcher Art und Größenordnung Risiken minimiert werden sollen sowie
•
was das primäre Ziel der Bewältigung ist.


; Abzusichernder Zeitraum durch ein BCMS  
=== Abzusichernder Zeitraum durch ein BCMS ===
Der abzusichernde Zeitraum
muss für die Institution individuell festgelegt werden, da dieser stark von unterschiedli­
chen Gegebenheiten abhängt, z. B. von
•
der Risikobereitschaft der Institution (Je kürzer der abzusichernde Zeitraum gewählt
wird, desto eher muss das Krisenmanagement aktiviert werden.),
•
dem Zeitraum, über den die Institution ohne Umsätze überlebensfähig ist,
•
dem Reifegrad des BCMS,
•
den vorhandenen oder avisierten Ressourcen des BCMS,
•
der Art und Komplexität des Geschäftszwecks der Institution,
•
der Vielfältigkeit und der Verteilung der Geschäftsprozesse über mehrere Standorte,
•
dem Abhängigkeitsverhältnis des Geschäftsbetriebs von Dritten,
•
dem Umfang und der Detailtiefe der Anforderungen an die Institution sowie
•
branchenspezifischen Vorgaben.
In der Praxis ist ein Zeitraum von 14 bis 30 Tagen üblich.


== Geltungsbereich ==
== Geltungsbereich ==

Version vom 31. Mai 2026, 16:32 Uhr

BSI/200-4/03 Initiierung

Beschreibung

BCM-Prozessschritte zur Initiierung des BCMS durch die Institutionsleitung

Übernahme der Verantwortung durch die Leitungsebene

Zielsetzung

Die Zielsetzung geht vorrangig auf drei Fragen ein:

  • Warum wird in der Institution ein BCM benötigt? (Motivation für den Aufbau eines BCMS)
  • Welche konkreten Ziele werden mit dem BCM verfolgt?
  • Wie lange soll durch das BCM ein Ausfall des Normalbetriebs kompensiert werden? (Abzusichernder Zeitraum durch ein BCM)

Motivation für den Aufbau eines BCMS

  • Gründe für ein BCM identifizieren, dokumentieren
Interne Gründe für ein BCMS
  • Eigeninteresse einer Institution
  • Überlebensfähigkeit der Institution in Notfällen und Krisen erhöhen
Externe Gründe für BCMS
  • Für die Ressorts und Einrichtungen der Bundesverwaltung gelten die Anforderungen aus

dem Umsetzungsplan Bund

  • Gesetzlichen Anforderungen und aus Vorgaben einer Muttergesellschaft
  • Verträge mit Kunden und Kundinnen oder Ge­schäftspartnern und -partnerinnen oder deren Erwartungshaltungen

Z. B. durch die folgenden Gesetze, Verordnungen und Richtlinien (regulatorische Anfor­ derungen) ergeben sich für die betroffenen Unternehmen und Behörden Verpflichtun­ gen zum BCM: •

Anforderungen an Aktiengesellschaften (z. B. EU-Richtlinie 2157/2001, Aktiengesetz

(AktG)) •

Anforderungen an die Kommunikation (z. B. Richtlinie (EU) 2018/1972 über den eu­

ropäischen Kodex für die elektronische Kommunikation, Post- und Telekommunika­ tionssicherstellungsgesetz (PTSG)) •

das Börsengesetz (BörsG)

•

das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)

•

die Störfallverordnung (12. BImSchV – StörfallV)

•

die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)

•

die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)

•

die EU-Verordnung über die Risikovorsorge im Elektrizitätssektor (Verordnung (EU)

Nr. 2019/941) •

die EU-Verordnung über Maßnahmen zur Gewährleistung der sicheren Gasversor­

gung (Verordnung (EU) Nr. 2017/1938) •

die Richtlinien und Verordnungen für Kritische Infrastrukturen (z. B. EU-Richtlinie

2008/114/EG, BSI-Kritisverordnung (BSI-KritisV)) und das IT-Sicherheitsgesetz •

die Solvency II-Richtlinie (Richtlinie 2009/138/EG), das Versicherungsaufsichtsgesetz

(VAG) sowie Mindestanforderungen an die Geschäftsorganisation von Versiche­ rungsunternehmen (MaGo) in der Versicherungsbranche •

die Empfehlungen des Basler Ausschusses der Bank für Internationalen Zahlungsaus­

gleich (BIZ) zur Regulierung von Banken (genannt Basel III) und deren europäischer Umsetzung über die europäische Bankenrichtlinie CRD IV (Richtlinie 2013/36/EU) und der CRR (Verordnung (EU) Nr. 575/2013) •

die Mindestanforderungen an das Risikomanagement im Bankenbereich (MaRisk)

•

die Leitlinien der Europäischen Zentralbank (EZB) im Bankenbereich, wie z. B. die

EBA Guidelines on ICT and security risk management (EBA/GL/2019/04)

Entwicklung der Ziele des BCMS

•

welche Geschäftsziele geschützt werden sollen,

•

welche Arten von Geschäftsunterbrechungen als existenzbedrohend angesehen

werden (grobe Vorgaben hinsichtlich Schadenshöhe und zu betrachtenden Scha­ densszenarien), •

welche Bereitschaft besteht, Risiken einzugehen (Risikobereitschaft),

•

in welcher Art und Größenordnung Risiken minimiert werden sollen sowie

•

was das primäre Ziel der Bewältigung ist.

Abzusichernder Zeitraum durch ein BCMS

Der abzusichernde Zeitraum

muss für die Institution individuell festgelegt werden, da dieser stark von unterschiedli­ chen Gegebenheiten abhängt, z. B. von •

der Risikobereitschaft der Institution (Je kürzer der abzusichernde Zeitraum gewählt

wird, desto eher muss das Krisenmanagement aktiviert werden.), •

dem Zeitraum, über den die Institution ohne Umsätze überlebensfähig ist,

•

dem Reifegrad des BCMS,

•

den vorhandenen oder avisierten Ressourcen des BCMS,

•

der Art und Komplexität des Geschäftszwecks der Institution,

•

der Vielfältigkeit und der Verteilung der Geschäftsprozesse über mehrere Standorte,

•

dem Abhängigkeitsverhältnis des Geschäftsbetriebs von Dritten,

•

dem Umfang und der Detailtiefe der Anforderungen an die Institution sowie

•

branchenspezifischen Vorgaben.

In der Praxis ist ein Zeitraum von 14 bis 30 Tagen üblich.

Geltungsbereich

Entscheidung für Vorgehensweise

Ernennung des BC-Beauftragten

Anhang

Siehe auch

Dokumentation

Projekt