BSI/200-4/07 Business Impact Analyse: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 3. Juni 2026, 04:53 Uhr
BSI/200-4/07 Business Impact Analyse
Vorbereitung der BIA
- Erhebung der Geschäftsprozesse (R+AS)
- Festlegung der BIA-Parameter und betrachteten
- Festlegung der Ressourcenkategorien und -clust
- Planung der BIA-Erhebung (R+AS)
- Vorbereitung der BIA-Hilfsmittel (R+AS)
Durchführung der BIA
- Kenngrößen
| Kenngröße | Beschreibung |
|---|---|
| Maximum Tolerable Period of Disruption (MTPD) Maximal Tolerierbare Ausfallzeit, MTA |
legt fest, wie lange ein Geschäftsprozess maximal ausfallen darf, bevor nicht tolerierbare Auswirkungen für die Institution auftreten
|
| Recovery Time Objective (RTO) Geforderte Wiederanlaufzeit (WAZ) |
wird aus der MTPD abgeleitet und sowohl den zeitkritischen Geschäftsprozessen als auch den Ressourcen zugeordnet, die relevant sind für die Aufrechterhaltung der zeitkritischen Geschäftsprozesse
Die RTO muss zwingend kürzer sein als die MTPD des relevanten Geschäftsprozesses, denn die Reaktionszeit wird von der MTPD abgezogen, um mit der RTO die MTPD noch erreichen zu können
|
| Recovery Point Objective (RPO) Maximal zulässiger Datenverlust |
legt fest, welcher Datenverlust akzeptiert wird, d. h. wie alt verfügbare Daten maximal sein dürfen, um im Notbetrieb sinnvoll damit arbeiten zu können
Theoretisch kann die RPO auch für analoge Informationen erhoben werden
|
| Minimum Business Continuity Objective (MBCO) Notbetriebsniveau |
definiert, wie leistungsfähig der Notbetrieb sein soll, um einen sinnvollen Geschäftsbetrieb gewährleisten zu können
|
- Prozessschritte der Business-Impact-Analyse
Identifizierung zeitkritischer Geschäftsprozesse
Bewertung des Schadenspotenzials von Geschäftsprozessen
- Worst-Case-Bewertung des Schadenspotenzials des Geschäftsprozesses „Kundschaftsanfragen bearbeiten“
- Korrekte und fehlerhafte Bewertung des Schadenspotenzials
Festlegung der MTPD
- Leitfrage
„Wenn der Geschäftsprozess ausfällt, mit welchem Schadenspotenzial [1 (gering), 2 (mittel), 3 (hoch), 4 (sehr hoch)] ist bei einem Ausfall bis zu … zu rechnen?“
Begründung zur Bewertung des Schadenspotenzials
Die Bewertung des Schadenspotenzials muss je Geschäftsprozess begründet und dokumentiert werden.
- Gründe
- Wenn die BIA in einem neuen BCMS-Zyklus aktualisiert wird, kann auf die bestehenden Informationen zurückgegriffen werden. Damit die Bewertung des Schadenspotenzials auch zu einem späteren Zeitpunkt nachvollziehbar ist, sollte diese begründet werden.
- Regulatoren setzen eine Begründung voraus, um auch als außenstehende Dritte die Schadensanalyse dahingehend überprüfen zu können, ob diese plausibel ist.
Die Begründung dient als Entscheidungshilfe, um geeignete Maßnahmen für die Geschäftsfortführung auszuwählen.
- Wenn die einzusetzenden finanziellen oder personellen Ressourcen für diese Maßnahmen zu hoch erscheinen, dann hilft eine Begründung aus der BIA mehr als die reine Angabe einer zu erreichenden MTPD.
- Beispielhafte Begründung eines Schadenspotenzials
Festlegung der RTO für zeitkritische Geschäftsprozesse
Für die zeitkritischen Geschäftsprozesse muss zusätzlich die geforderte Wiederanlaufzeit RTO festgelegt werden
- Sie beschreibt, wie lange der reine Wiederanlauf dauern darf, bevor es zu nicht tolerablen Schäden kommt
- Daher wird von der MTPD die BAO-Reak-tionszeit abgezogen
- Die BAO-Reaktionszeit verstreicht in der Regel unabhängig von einzelnen Geschäftsprozessen, bis der Notfall ausgerufen und die relevanten BC-Pläne gestartet werden.
Die RTO nimmt eine zentrale Rolle in der Notfallplanung und -behandlung ein
- Sie wird in Übungen verifiziert, sodass ein realistischeres Bild für die Notfallbehandlung entsteht.
Für die BAO ist dann sichtbar, wie lange der Wiederanlauf vermutlich dauern wird, sodass dort bei dem Auftrag zum Wiederanlauf gut abgeschätzt werden kann, ob die MTPD noch eingehalten werden kann
- Auch für die Notfallteams ist die RTO eine klare Zielvorgabe.
Zwischen der Bestimmung der RTO und der BAO-Reaktionszeit besteht eine Wechselwirkung: Einerseits bietet es sich an, diese Reaktionszeit einfach von der MTPD abzuziehen, um an die RTO zu gelangen
- Hierbei kann ein zusätzlicher Puffer berücksichtigt werden, z. B. für den Fall, dass beim Wiederanlauf Schwierigkeiten auftreten.
Andererseits wird hier sehr deutlich, dass längere Reaktionszeiten z. B. bei der Detektion oder Alarmierung alle Zeiträume für RTOs verkürzen
- Dadurch können sich auch die Kosten erhöhen, um diese RTOs einzuhalten
- Letzten Endes ist auch die BAO-Reaktionszeit eine Sollvorgabe, die sich aus den Anforderungen der Institution an die MTPDs ergibt.
Zudem ist es bei der Festlegung der RTO hilfreich, schon Teile der BC-Planung, z. B. das angestrebte Notbetriebsniveau, konzeptionell vorzubereiten, sodass die RTO konkretisiert werden kann. Für nicht zeitkritische Geschäftsprozesse entfallen die nachfolgenden Schritte, da diese im Rahmen des BCM nicht weiter betrachtet werden.
Festlegung des Notbetriebsniveaus (MBCO)
- Beispiel eines dokumentierten Notbetriebsniveaus
- Dieser Prozessschritt der BIA ist abgeschlossen, wenn
- die Geschäftsprozesse im GP-Umfang hinsichtlich ihres Schadenspotenzials bewertet wurden
- die Geschäftsprozesse im GP-Umfang anhand der Kriterien mit einer MTPD versehen sind
- die MTPD je zeitkritischem Geschäftsprozess begründet wurde
- für zeitkritische Geschäftsprozesse die jeweilige RTO definiert ist sowie
- für zeitkritische Geschäftsprozesse das erforderliche Notbetriebsniveau definiert wurde
Identifizierung der Prozessabhängigkeiten (AS)
Identifizierung der Ressourcenabhängigkeiten
Identifizierung vorhandener Single Points of Failure
Auswertung
Anhang
Siehe auch
- BSI/200-4/02 Einführung
- BSI/200-4/02 Einführung/Begriffe
- BSI/200-4/02 Einführung/Normen und Standards
- BSI/200-4/02 Einführung/Stufenmodell
- BSI/200-4/03 Initiierung
- BSI/200-4/04 Konzeption und Planung
- BSI/200-4/05 Besondere Aufbauorganisation
- BSI/200-4/06 BIA-Vorfilter
- BSI/200-4/07 Business Impact Analyse
- BSI/200-4/08 Soll-Ist-Vergleich
- BSI/200-4/09 Risikoanalyse
- BSI/200-4/10 Business-Continuity-Strategie
- BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung
- BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung/Erstellung
- BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung/Qualitätssicherung und Freigabe
- BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung/Vorbereitung
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf/Erstellung
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf/Freigabe
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf/Qualitätssicherung
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf/Vorbereitung
- BSI/200-4/13 Üben und Testen
- BSI/200-4/14 Leistungsüberprüfung und Berichterstattung
- BSI/200-4/15 Aufrechterhaltung und Verbesserung
- BSI/200-4/Anhang