BSI/200-4/09 Risikoanalyse: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 30. Juni 2026, 11:39 Uhr
BSI/200-4/09 Risikoanalyse - BCM-Risikoanalyse
Beschreibung
- Prozessschritte
BCM-Prozessschritte der BCM-Risikoanalyse
Risikoanalyse-Methode
- Auswahl einer geeigneten Risikoanalyse-Methode (AS)
- Anforderungen an die BCM-Risikoanalyse
- Risikokriterien Eintrittshäufigkeit und Schadenshöhe berücksichtigen
- Netto-Risikoeinschätzung: Alle vorhandenen risikoreduzierenden Maßnahmen berücksichtigen
- Detailgrad
Detailgrad der betrachteten
- Ressourcen(cluster)
- Gefährdungen
- Risiken
sollte so gewählt werden, dass geeignete BC-Strategien und -Lösungen dafür identifiziert werden können
- Handlungsbedarf
Identifizierte Risiken MÜSSEN auf weiteren Handlungsbedarf hin bewertet werden
- Risikoakzeptanz
Vor einer Risikoakzeptanz MÜSSEN alle anderen Risikobehandlungsoptionen angemessen geprüft werden
- Bericht
Ergebnisse der BCM-Risikoanalyse
- bestehende Restrisiken
SOLLTEN durch die Institutionsleitung zur Kenntnis genommen werden
- Abnahme
Die bestehenden Restrisiken müssen durch die Institutionsleitung akzeptiert werden.
Vorarbeiten
- Vorarbeiten zur Risikoanalyse (AS)
Durch die BIA liegt bereits die Liste der zeitkritischen Ressourcen und damit der relevanten Zielobjekte für die BCM-Risikoanalyse vor
- Die Vorbereitung zur Risikoanalyse gemäß BSI-Standard 200-3 beschränkt sich daher auf eine geeignete Gruppenbildung dieser relevanten Zielobjekte
- In der BCM-Risikoanalyse kann auch auf die bereits definierten Ressourcen(cluster) gemäß BIA zurückgegriffen werden
- Aufgrund ihrer hohen Bedeutung sollten zusätzlich die in der BIA identifizierten SPoFs als eigenständige Zielobjekte in der BCM-Risikoanalyse betrachtet werden.
Analog zur BIA und dem Soll-Ist-Vergleich bieten sich für die BCM-Risikoanalyse ebenfalls Workshops an, um die Informationen zielgerichtet zu erheben
- Das Vorgehen, um
die Workshops vorzubereiten, kann analog zur Vorbereitung der BIA-Workshops erfolgen (siehe 7.1.4 Planung der BIA-Erhebung (R+AS))
- Auch der Einsatz von vorgegeben
Hilfsmitteln bietet sich in der BCM-Risikoanalyse an
- Insbesondere kann es hilfreich sein, eine Workshop-Präsentation vorzubereiten, in der auf die spezifischen Eigenschaften der BCM-Risikoanalyse eingegangen wird.
Gefährdungsübersicht
- Erstellung einer Gefährdungsübersicht (AS)
- Ausgewählte elementare Gefährdungen des BSI mit Bezug auf das Schutzziel Verfügbarkeit (Beispiel)
- Relevanz
Stufen der Relevanz von Gefährdungen
- siehe BSI-Standard 200-3, Kapitel 4.1 Elementare Gefährdungen
| Relevanz | Beschreibung |
|---|---|
| Direkt relevant | bedeutet hier, dass die jeweilige Gefährdung auf das betrachtete Zielobjekt einwirken kann und deshalb im Rahmen der Risikoanalyse behandelt werden muss |
| Indirekt relevant | meint hier, dass die jeweilige Gefährdung zwar auf das betrachtete Zielobjekt einwirken kann, in ihrem Schadenspotenzial aber nicht über andere (allgemeinere) Gefährdungen hinausgeht. In diesem Fall muss die jeweilige Gefährdung für dieses Zielobjekt nicht gesondert im Rahmen der Risikoanalyse behandelt werden |
| Nicht relevant | heißt hier, dass die jeweilige Gefährdung nicht auf das betrachtete Zielobjekt einwirken kann und deshalb für dieses Zielobjekt im Rahmen der Risikoanalyse nicht behandelt werden muss |
- Beispiele
Zuordnung von Gefährdungen zu Ressourcenkategorien
Risikoeinschätzung
- Risikoeinschätzung (AS)
Wie hoch das Risiko ist, wird im BSI-Standard 200-3 und in vielen weiteren Methoden von zwei Parametern bestimmt
| Parameter | Beschreibung |
|---|---|
| Eintrittshäufigkeit | wie häufig sich eine Gefährdung auf eine zeitkritische Ressource schätzungsweise auswirkt. |
| Schadenshöhe | die zu erwartende Höhe des Schadens, der bei Eintritt des Schadensereignisses entsteht. |
- Netto-Risikoeinschätzung
Berücksichtigt alle vorhandenen risikoreduzierenden Maßnahmen
Risikobewertung
Risikobehandlung
- Risikobehandlung (AS)
Risikobehandlung im BCMS orientiert sich an BSI-Standard 200-3
- vier Risikobehandlungsoptionen
- siehe Kapitel 6.1 Risikobehandlungsoptionen
- Transfer von Risiken
Jedoch ist die Risikobehandlungsoption Transfer von Risiken im BCM nur bedingt geeignet
- Zum einen können aus dieser Option keine Maßnahmen zur Sicherstellung eines kontinuierlichen Geschäftsbetriebs abgeleitet werden
- Zum anderen bleibt die Erfüllung von gesetzlichen oder vertraglichen Vorgaben von dieser Risikobehandlungsoption unberührt
- Risikoakzeptanz
Aus denselben Gründen muss auch genau geprüft werden, ob eine Risikoakzeptanz möglich ist
- KRITIS
Institutionen, die eine Versorgungssicherheit garantieren
- beispielsweise im KRITIS-Umfeld
- legen den Fokus darauf, Risiken, die die kritischen Dienstleistungen betreffen, zu vermeiden oder zu reduzieren
- Sofern Sicherheitsvorkehrungen nach Stand der Technik möglich und angemessen sind.
Anhang
Siehe auch
- BSI/200-4/02 Einführung
- BSI/200-4/02 Einführung/Begriffe
- BSI/200-4/02 Einführung/Normen und Standards
- BSI/200-4/02 Einführung/Stufenmodell
- BSI/200-4/03 Initiierung
- BSI/200-4/04 Konzeption und Planung
- BSI/200-4/05 Besondere Aufbauorganisation
- BSI/200-4/06 BIA-Vorfilter
- BSI/200-4/07 Business Impact Analyse
- BSI/200-4/08 Soll-Ist-Vergleich
- BSI/200-4/09 Risikoanalyse
- BSI/200-4/10 Business-Continuity-Strategie
- BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung
- BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung/Erstellung
- BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung/Qualitätssicherung und Freigabe
- BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung/Vorbereitung
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf/Erstellung
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf/Freigabe
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf/Qualitätssicherung
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf/Vorbereitung
- BSI/200-4/13 Üben und Testen
- BSI/200-4/14 Leistungsüberprüfung und Berichterstattung
- BSI/200-4/15 Aufrechterhaltung und Verbesserung
- BSI/200-4/Anhang