BSI/200-4/06 BIA-Vorfilter
BSI/200-4/06 BIA-Vorfilter
Beschreibung
In der Initiierung des BCM hat die Institutionsleitung entschieden, welcher Geltungsbereich und welcher Zeitraum durch das BCM abgesichert werden sollen
- Zu diesem frühen Zeitpunkt konnte jedoch noch keine valide Aussage darüber getroffen werden, wie viele Geschäftsprozesse innerhalb des gewählten Geltungsbereichs liegen und daher im Rahmen einer Business-Impact-Analyse (BIA) untersucht werden müssen
- Da die BIA umfangreiche Analysen beinhaltet, kann eine hohe Anzahl zu berücksichtigender Geschäftsprozesse den weiteren Fortschritt im BCM deutlich verlangsamen
- Dies widerspricht dem Ziel eines Reaktiv- oder Aufbau-BCMS, schnellstmöglich eine Reaktionsfähigkeit zu erlangen
- Je nachdem wie viele Geschäftsprozesse im Rahmen der BIA als zeitkritisch identifiziert werden, reichen zudem die initial festgelegten Ressourcen unter Umständen nicht aus
- In der Folge können nicht alle zeitkritischen Geschäftsprozesse adäquat abgesichert werden
Der BIA-Vorfilter hat daher das Ziel, mit vereinfachten Mitteln bereits vor Beginn der BIA eine Vorauswahl zu treffen und die potenziell zeitkritischsten Geschäftsprozesse einzugrenzen.
Möglichkeiten, eine Vorauswahl zu treffen, um den Aufwand in der BIA zu reduzieren.
- Vorauswahl von Geschäftsprozessen
- hierarchisch anhand einer Prozesslandkarte
- anhand einer groben Vorauswahl durch die Institutionsleitung
- Vorauswahl von Organisationseinheiten anhand eines Organigramms
- Vorauswahl von Produkten oder Services
Konkretisierung des Begriffs „zeitkritisch“
- Leitfrage für einen BIA-Vorfilter anhand von Organisationseinheiten
- Untersuchungszeitraum
Der Untersuchungszeitraum legt fest, für welche mögliche Ausfalldauer ein Schaden für die Institution bewertet werden soll
- Den Untersuchungszeitraum repräsentiert die Wortgruppe innerhalb von 7 Tagen in der eingangs genannten Leitfrage
- Er sollte kleiner als der abzusichernde Zeitraum des BCMS von z. B. 14-30 Tage sein gemäß 3.3 Geltungsbereich (R+AS), sowie einen relativ kurzen Zeitraum umfassen, z. B. 7 Tage oder kürzer, um die Vorauswahl auf die zeitkritischsten Einheiten einzuschränken und so den Aufwand in der BIA deutlich zu reduzieren.
- Grenze für das Schadenspotenzial
Um die Bewertung in dem BIA-Vorfilter einheitlich durchzuführen, ist es wichtig, mit der Institutionsleitung konkret festzulegen, was im Beispiel ein zu hoher Schaden wäre
- Die so identifizierten Einheiten werden in der BIA näher untersucht, sodass für diese eine angemessene BC-Planung im weiteren PDCA-Zyklus des BCMS entwickelt wird
- Bewertungsaspekte
- Beeinträchtigung der persönlichen Unversehrtheit
- Beeinträchtigung der Aufgabenerfüllung
- Verstoß gegen Gesetze, Vorschriften und Verträge
- negative Innen- und Außenwirkung (Imageschaden)
- finanzielle Auswirkungen
Der oder die BCB kann hierzu auf die in der BIA näher zu definierenden Schadenskategorien zurückgreifen
- Das Hilfsmittel Vorauswahl von Organisationseinheiten anhand eines Organigramms zeigt exemplarisch, wie bereits in dem BIA-Vorfilter auf die Parameter der BIA zurückgegriffen werden kann
- Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass sowohl in dem BIA-Vorfilter als auch in der BIA ein einheitliches, präzises Verständnis über den Begriff zeitkritisch vorliegt
- Darüber hinaus ist es wichtig, dass auch bei allen weiteren an dem BIA-Vorfilter Beteiligten ein einheitliches Verständnis über den Begriff zeitkritisch vorliegt.
Durchführung des BIA-Vorfilters
- Vorauswahl von Geschäftsprozessen
- Vorauswahl von Organisationseinheiten anhand eines Organigramms
- Vorauswahl von Produkten oder Services
Konsolidierung und Vorstellung der Ergebnisse
Systematische Erweiterung des GP-Umfangs im Rahmen des Aufbau-BCMS (A)
Anhang
Siehe auch
- BSI/200-4/02 Einführung
- BSI/200-4/02 Einführung/Begriffe
- BSI/200-4/02 Einführung/Normen und Standards
- BSI/200-4/02 Einführung/Stufenmodell
- BSI/200-4/03 Initiierung
- BSI/200-4/04 Konzeption und Planung
- BSI/200-4/05 Besondere Aufbauorganisation
- BSI/200-4/06 BIA-Vorfilter
- BSI/200-4/07 Business Impact Analyse
- BSI/200-4/08 Soll-Ist-Vergleich
- BSI/200-4/09 Risikoanalyse
- BSI/200-4/10 Business-Continuity-Strategie
- BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung
- BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung/Erstellung
- BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung/Qualitätssicherung und Freigabe
- BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung/Vorbereitung
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf/Erstellung
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf/Freigabe
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf/Qualitätssicherung
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf/Vorbereitung
- BSI/200-4/13 Üben und Testen
- BSI/200-4/14 Leistungsüberprüfung und Berichterstattung
- BSI/200-4/15 Aufrechterhaltung und Verbesserung
- BSI/200-4/Anhang