BSI/200-4/02 Einführung: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 26. Juni 2026, 11:26 Uhr
BSI/200-4/02 Einführung
Einführung
- Einführung in BSI/200-4

- Betriebskontinuitätsmanagement (BKM)
Sicherstellung des Fortbestands von Einrichtungen
- bei Risiken mit hohem Schadensausmaß
- Fokus des BCM
- Zeitkritischen Geschäftsprozesse
- Zeitkritische Geschäftsprozesse
- die gegen Ausfälle abgesichert werden sollen
Begriffe
| Geschäftsprozess | |
| Zeitkritisch | |
| Allgemeine Aufbauorganisation (AAO) | |
| Besondere Aufbauorganisation (BAO) |
Geschäftsprozess
- Definition
Ein Geschäftsprozess (Fachaufgaben)
- im Sinne des BCM
- Menge logisch verknüpfter Einzeltätigkeiten
- Aufgaben
- Arbeitsabläufe
die durch Organisationseinheiten (OEs) ausgeführt werden
- um ein bestimmtes betriebliches Ziel zu erreichen
Im behördlichen Umfeld ist der Begriff Fachaufgabe dafür geläufiger
Zeitkritisch
Allgemeine Aufbauorganisation
Üblicherweise werden Schadensereignisse durch die Allgemeine Aufbauorganisation (AAO) im täglichen Dienst- bzw. Geschäftsbetrieb (Normalbetrieb) bewältigt.
- Die AAO ist die ständige Organisationsform der Institution für die Aufgaben des täglichen Service- bzw. Geschäftsbetriebs.
- Für die AAO sind die Zuständigkeiten, der hierarchische Aufbau sowie die Kommunikations- und Entscheidungswege festgelegt.
Besondere Aufbauorganisation
- Besondere Aufbauorganisation (BAO)
Einschränkungen, Unterbrechungen oder Ausfälle des Geschäftsbetriebs können so gravierend sein, dass sie nicht mehr durch die AAO und deren Strukturen zu bewältigen sind.
- In diesem Fall wird in der Regel eine Besondere Aufbauorganisation (BAO) eingesetzt.
- Was ist eine Besondere Aufbauorganisation?
Die BAO ist
- eine zeitlich begrenzte Organisationsform
- die auf außergewöhnliche Situationen angemessen und schnell reagieren kann
- Besonderheiten
Innerhalb der BAO gelten zeitlich begrenzte
- Zuständigkeiten
- Hierarchien
- Kommunikations- und Entscheidungswege
die von dem täglichen Normalbetrieb abweichen können. 7
Detaillierung
- Mittlere Detaillierungsebene ausreichend
Für die im BCM betrachteten Geschäftsprozesse ist eine mittlere Detaillierungsebene ausreichend
- Eine feingliedrige Beschreibung der Einzeltätigkeiten, wie sie beispielsweise in der Organisationsanalyse anhand einer Prozessmodellierung erhoben und dokumentiert werden, sind für das BCM nicht notwendig.
Zeitkritischer Geschäftsprozesse
- innerhalb eines zuvor festgelegten Zeitraums
- nicht tolerierbaren Schaden
- Beispiel
Ein Ausfall, der gegen entsprechende regulatorische Anforderungen verstößt, kann zu existenzbedrohenden Folgen führen
- Abhängigkeiten
Falls andere Geschäftsprozesse benötigt werden, um die zeitkritischen Geschäftsprozesse aufrecht zu erhalten
- Unterstützungsprozesse
- Ressourcen
- Personal
- IT-Systeme
- Dienstleistungen
müssen auch diese als zeitkritisch angesehen werden
- Zeitkritisch <> wichtig
Hingegen kann es in einer Institution auch Geschäftsprozesse geben, die im Alltag sehr wichtig, aber nicht zeitkritisch sind
Störung, Notfall und Krise
Schadensereignisse, die durch BCM behandelt werden
- Abgrenzung
| Bereich | Stufe | Beschreibung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Extern | Katastrophe | Großschadenereignis
| ||||
| Katastrophenschwelle | ||||||
| Intern | Krise | Massive Unterbrechung
|
||||
| Krisenschwelle | ||||||
| Notfall | Erhebliche Unterbrechung
|
|||||
| Notfallschwelle | ||||||
| Störung | Prozess/Ressource
|
|||||
| Normal | überwachten Parameter sind innerhalb der definierten Grenzen | |||||
Notfall
im Sinne von BSI-Standard 200-4
- Unterbrechung des Geschäftsbetriebs
- Mindestens ein zeitkritischer Geschäftsprozess betroffen
- Kann im Normalbetrieb nicht innerhalb der maximal tolerierbaren Ausfallzeit wiederhergestellt werden
- Abgrenzung Störung
Zur Bewältigung von Notfällen wird eine BAO benötigt
- im Gegensatz zu Störungen
- Abgrenzung Krise
Im Gegensatz zur Krise liegen geeignete Pläne zur Bewältigung vor oder bestehende Pläne können adaptiert werden
- Ausrufung
- Der Notfall kann auch ausgerufen werden, bevor das Schadensereignis zu einer Unterbrechung des Geschäftsbetriebs führt, um schnell reagieren zu können
- Es genügt die Gefahr, dass durch das Schadensereignis der Geschäftsbetrieb unterbrochen wird
- Hinweis
Der Begriff Notfall wird hier im Kontext BCM definiert
- In anderen Themengebieten kann es abweichende Definitionen eines Notfalls geben, beispielsweise im Sinne des Brandschutzes oder Schutz von Leib und Leben
- Wenn im BSI-Standard 200-4 von Notfall gesprochen wird, ist immer der BCM-Notfall gemeint
Krise
Krise
Krise
- Schadensereignis
- wirkt sich in erheblicher Weise negativ auf die Institution aus
- Auswirkungen können nicht im Normalbetrieb bewältigt werden
- Abgrenzung Notfall
Im Gegensatz zu einem Notfall liegen zur Bewältigung einer Krise jedoch keine spezifischen Notfallpläne vor
- Vorhandene Notfallpläne können nicht oder nur bedingt adaptiert werden oder greifen schlicht nicht
- Innerhalb der Institution wird die Krise durch eingeleitete Maßnahmen der BAO bewältigt
- Entstehung von Kriesen
Krisen können unmittelbar auftreten oder aus einer Störung oder einem Notfall heraus eskalieren
- Das BCM trägt dazu bei, Krisen, die den Geschäftsbetrieb der Institution beeinträchtigen, mithilfe der BAO operativ zu bewältigen (siehe Glossar, Definition Krisenmanagement)
- Zudem können mithilfe der BAO auch die Folgen solcher Schadensereignisse bewältigt werden, die zwar nicht unmittelbar den Geschäftsbetrieb betreffen, jedoch aufgrund ihrer massiven Auswirkungen auf die Institution gesondert behandelt werden müssen
- Eskalation
Es ist möglich, dass sich Krisen nicht nur ausschließlich auf die eigene Institution und die Geschäftspartner und -partnerinnen, sondern auch darüber hinaus auswirken
- In der Bewältigung treten dann gegebenenfalls weitere Parteien in Erscheinung, wie Aufsichtsbehörden oder Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), wie beispielsweise Polizei und Feuerwehr
- Krisen, wie beispielsweise Großschadenslagen oder Ereignisse im Spannungs- und Verteidigungsfall, werden in diesem Standard explizit nicht beschrieben
- Diese Ereignisarten werden als externe Randbedingungen für die Bewältigung der eigenen Betroffenheit aufgefasst und nicht näher erläutert
Katastrophe
Katastrophe wird nicht in BSI/200-4 definiert
- Legaldefinitionen der Länder und des Bundes
- § 2 des Katastrophenschutzgesetzes des Landes Berlin
- § 1 des Gesetzes über den Katastrophenschutz des Landes Baden-Württemberg
- Definition gemäß BBK-Glossar
- ...
- BCM behandelt die Auswirkung von Schadensereignissen auf die eigene Institution
- Da der Umgang innerhalb der Institution mit einer Katastrophe nicht anders ist als mit einer Krise, wird innerhalb dieses Standards auch nicht zwischen Krise und Katastrophe unterschieden
Managementsystem
- Strategien, Plänen und Handlungen
| BCMS etablieren | Rahmenbedingungen, Aufbau- und Ablauforganisation |
| Kritische Prozesse ermitteln | Prozesse mit ernsthafte Schäden oder vernichtenden Verlusten bei Unterbrechung |
| Kritische Prozesse absichern | Schützen und alternative Abläufe ermöglichen |
- BCMS-Bestandteile
- PDCA-Zyklus eines Managementsystems
Bewältigung
- Ablauf Bewältigung
Mit und ohne BCM
Bewältigung eines schwerwiegenden Schadensereignisses mit und ohne BCM
Mit BCM
Ablauf der Bewältigung mit BCM
Abgrenzung und Synergien
Informationssicherheit
- Strukturanalyse
- Feststellung des Schutzbedarfs nach IT-Grundschutz und Business-Impact-Analyse
- Risikoanalyse und -behandlung
- Maßnahmen
- Notfallbewältigung
- Unterschiede zwischen dem BCM und der Informationssicherheit
Krisenmanagement
Outsourcing/Lieferketten
Normen und Standards
Überblick
BCMS Standards
BSI/200-4/02 Einführung/Normen und Standards/ISO 22300
Krisenmanagement
Schnittstellen
ITIL
Von AXELOS herausgegeben, gepflegt und weiterentwickelt
- Erläutert, wie Institutionen anhand von Technologien und Werkzeugen das Servicemanagement digital transformieren können
- Berücksichtigt aktuelle Trends
- Agile Softwareentwicklung
- DevOps
- Lean IT-Management
- Übernahme von Ergebnissen
Wenn ein IT-Betrieb an ITIL ausgerichtet ist, kann auf diese Strukturen zurückgegriffen werden
- Incident Management
- IT-Service Continuity Management
- ...
Konkretisierungen
Umsetzungshilfen
Good Practice Guidelines
- Umsetzungshilfen
Good Practice Guidelines (GPG)
- Herausgegeben vom Business Continuity Institute
- Erstmals im Jahre 2002
- Regelmäßig aktualisiert und optimiert
- In mehrere Sprachen übersetzt
- Ziele
- Hohen Standard des BCM setzen
- Kompetenz aufzubauen
ISO 22313
BSI-Standards
BSI/Standard - Vom BSI veröffentlichte Standards
Übersicht
| Standards | |
|---|---|
| 200-1 | Anforderungen an ein ISMS |
| 200-2 | Umsetzung der Anforderungen |
| 200-3 | Risikoanalyse |
| 200-4 | Business Continuity Management |
| Kompendium | |
| Kapitel 1 | Vorspann |
| Kapitel 2 | Schichtenmodell / Modellierung |
| Elementare Gefährdungen |
Elementare Gefährdungen |
| Schichten | Prozesse Systeme |
Version 200
| Standard | Titel | Beschreibung |
|---|---|---|
| 200-1 | Managementsysteme für Informationssicherheit |
|
| 200-2 | IT-Grundschutz-Methodik |
|
| 200-3 | Risikomanagement |
|
| 200-4 | Business Continuity Management |
|
Behörden
Leitfaden Krisenkommunikation
- Leitfaden Krisenkommunikation des Bundesministeriums des Innern
Krisenkommunikation analysieren und Krisenkommunikationsplan erarbeiten
- planen
- aufzubauen
- optimieren
Leitfäden der Bundesländer
Verschiedene Bundesländer veröffentlichen länderspezifische Leitfäden zum Krisenmanagement
Stufenmodell
BCMS-Prozess
PDCA-Struktur
Gesamtübersicht
Umsetzungsreihenfolge der Do-Phase
Anhang
Siehe auch
- BSI/200-4
- BSI/200-4/02 Einführung
- BSI/200-4/02 Einführung/Begriffe
- BSI/200-4/02 Einführung/Normen und Standards
- BSI/200-4/02 Einführung/Stufenmodell
- BSI/200-4/03 Initiierung
- BSI/200-4/04 Konzeption und Planung
- BSI/200-4/05 Besondere Aufbauorganisation
- BSI/200-4/06 BIA-Vorfilter
- BSI/200-4/07 Business Impact Analyse
- BSI/200-4/08 Soll-Ist-Vergleich
- BSI/200-4/09 Risikoanalyse
- BSI/200-4/10 Business-Continuity-Strategie
- BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung
- BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung/Erstellung
- BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung/Qualitätssicherung und Freigabe
- BSI/200-4/11 Geschäftsfortführung/Vorbereitung
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf/Erstellung
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf/Freigabe
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf/Qualitätssicherung
- BSI/200-4/12 Wiederanlauf/Vorbereitung
- BSI/200-4/13 Üben und Testen
- BSI/200-4/14 Leistungsüberprüfung und Berichterstattung
- BSI/200-4/15 Aufrechterhaltung und Verbesserung
- BSI/200-4/Anhang